Samstag, 27. August 2016

Anreise, Darwin und Kakadu bis Katherine



Sonntag, 28. August 2016

Der Tag beginnt kurz vor dem Sonnenaufgang, ich nutze aus, dass es hier Duschen gibt und betreibe eine "Grundreinigung". In Katherine kaufen wir ein, was wir für die Küche noch so brauchen, frischen wir unsere Lebensmittelvorräte auf und betanken den Bushi, erst dann beschließen wir, dass wir uns hier eine Unterkunft suchen wollen, denn Mataranka, was Brigitte vorgesehen hat, liegt immerhin 60 km südlicher als unsere Abzweigung nach Osten.
Das war eine gute Entscheidung, auch wenn der Platz nicht der beste ist, denn er ist weitgehend schattenfrei: Als wir aufgebaut haben sehe ich, dass der Reifen links hinten sich verdächtig ausbeult, er verliert Luft. Wenn wir das erst heute Abend, am Anfang unserer Reise ins Nowhere gemerkt hätten, hätten wir im Zweifelsfall die ganze Fahrt keinen Ersatzreifen gehabt. Das wäre schwer auf die Stimmung geschlagen. Knapp 2 km von hier ist ein Bridgestone (also ein Reifendienst, der Bridgestone vertreibt. Mit Bridgestone hat TCC einen Vertrag.), allerdings hat er heute, Sonntag, nicht offen. Na egal. Dann habe ich Zeit, einen Gruß in die Heimat zu schicken, indem ich endlich den Blog ins Internet stelle.
Apropos TCC: Bruno hat verkauft (und steigt in das Traktor-Reparatur-Geschäft ein), auch Chris steigt aus dem Geschäft aus, Angelika bleibt als Seele des Unternehmens. Nach mehr als einem Jahr mit TCC Autos in Australien unterwegs, was wir mit dem Ende der jetzigen Reise erreicht haben werden, macht sich bei mir schon ein bisschen Wehmut breit.

Samstag, 27. August 2016

Langsam stellt sich mein Körper auf die andere Zeit um. Nur ganz kurz war ich wach heute Nacht, vermutlich, weil Brigitte mal draußen war. Ein Paar Yellow Tailed Black Cockatoo mit zwei Jungen fliegt ganz in der Nähe vorbei, geben mir aber keine Chance, sie zu fotografieren. Ansonsten sind hier eher wenige Vögel, nur noch drei Krähen haben den Camp Ground als ihr Revier belegt.
Gegen neun sind wir unterwegs nach Süden. Der Radfahrer war noch schneller, er war schon vor Sonnenaufgang verschwunden.
In Pine Creek - hier ist der Kakadu National Park bereits zu Ende - machen wir eine Pause und kaufen beim "Lazy Lizzard" im Bottleshop eine Flasche Rotwein. Als Ausgleich dafür nutze ich das frei WiFi und "checke meine Mails". Nichts wichtiges dabei, das meiste kann unbesehen gelöscht werden. Außerdem poste ich ein paar Bilder in Facebook, damit wir ein Lebenszeichen abgeben. Mit dem Blog ist es ja noch nichts geworden bisher. Und heute Abend haben wir vermutlich wieder keine Verbindung. Denn wir wollen nicht mehr sehr weit, nur noch nach Leliyn oder für die Weißen Edith Falls. Der Upper Pool dort ist einer der schönsten Pools, die wir kennen. Leliyn ist ein Teil des Nitmiluk National Park, der sich von hier aus nach Süden und Osten erstreckt und nur an zwei Stellen zugänglich ist: Hier in Leliyn und östlich von Katherine am Katherine River. Ein Track führt von hier zum Katherine River, der Weg ist mit 10 Tagen angesetzt, entsprechend schwierig ist das Gelände. Und eine Ausschilderung gibt es vermutlich auch nicht oder nur sehr rudimentär.
In all den Tagen, die wir im Kakadu zugebracht haben, wollte niemand unseren Parkpass sehen. Im Grunde hätten wir ihn gar nicht kaufen müssen. Aber ein Teil der Erträge (32 %) fließt in die Erhaltung des Parks und der Straßen, 18 % gehen in die Verwaltung, 39 % an die Original Owners, an den Rest kann ich mich nicht erinnern, da ist es schon wichtig, dass alle Besucher ihren Eintritt bezahlen.
Sonnenuntergang in Kakadu
Es ist ziemlich voll am Leliyn Camp Ground, unser zugeteilter Stellplatz liegt voll in der Sonne. Nicht zu ändern, dafür sind wir hier in Australien. Nebenan auf der Wiese finden sich schattige Plätzchen für später. Denn zuerst machen wir uns auf den Rundweg zum Upper Pool, gegen den Uhrzeigersinn, denn dann ist der "Rückweg" kürzer und nach meiner Erinnerung auch einfacher zu gehen. Der Weg ist als moderate gekennzeichnet, das kommt hin. Der Upper Pool hat zwar weniger Wasser als beim letzten Mal 2014, dafür aber weniger Besucher, denn man kann 2016 auch im unteren Pool baden - und das ist mit weniger Anstrengung verbunden. Viel Small Talk ist angesagt, denn uns begegnende Wanderer sind oftmals einem kurzen Gespräch nicht abgeneigt.
Am Abend ziehen Hunderte, wenn nicht Tausende von Flying Foxes über uns hinweg.

Freitag, 26. August 2016

Jim Jim Tag schrieb ich gestern. Wir waren über die Jim Jim Road zu Twin Falls und Jim Jim Fall gefahren, haben den Jim Jim Fall besucht und dort gebadet und wir haben am Jim Jim Billabong übernachtet. Aber was ist Jim Jim? So nennen die Aboriginals die Pflanze, die dieser Gegend ein besonderes Gepräge geben. Es ist eine Unterart der Pandanus, aber nicht mit gedrehten blattständen. Sie sehen in etwa so aus wie die Pflanzen, die bei uns als Yucca bekannt sind, aber sie sind im Gegensatz zu den Yucca, die aus Mittelamerika kommen (soweit ich weiß) endemisch in Australien, Ureinwohner. Sie wachsen gerne in der Nähe von Wasser, können Überschwemmungen aushalten und auch Trockenheit verkraften. Wie gesagt, hier im Osten des Kakadu sind sie stilbildend.
Knapp fünfzehn Minuten vor Abfahrt des Bootes sind wir an der Anlegestelle, Cooinda Pontoon. Das Boot wird nicht mal zu Hälfte voll, das ist gut, denn dadurch komme ich besser damit zurecht, dass manche der Passagiere immer hin und her laufen. Als ob man dann besser fotografieren könnte. Viel anders mache ich es aber ab und zu auch nicht... Mir scheint, dass manche Leute überhaupt nicht hören, was der Guide in den zwei Stunden so alles erzählt, dabei ist es sehr lebendig erzählt und lehrreich. Allerdings verstehe ich nicht alles.. Das Leben hier am Yellow River - einem Teil des South Alligator River - ist ungemein vielfältig. Bei manchen Touristen sind die Krokodile und Adler die einzigen Bewohner, die Aufmerksamkeit verdienen. Dabei sehen wir unzählige Egrets, Whistling Ducks, Magpie Geese, Lorikeets, Cormorants und weitere ungenannte Wasservögel. Das Miteinander ist natürlich ein "Fressen und Gefressen werden", wie überall auf der Welt.
Nach dem natürlich erfolglosen Versuch, Michael zu erreichen (um 4 Uhr morgens?!), denn hier in Cooinda ist guter Telstra-Empfang - im Gegensatz zu Jim Jim Billabong, nur wenige Kilometer Luftlinie entfernt, wo das iPhone "Kein Netz" sagte (von wenigen Ausnahmeminuten abgesehen) - fahren wir wiederein Stück nach Norden, um die Felsmalereien der Aboriginal in Nourlangie anzusehen. Die Tradition Owners nennen die Gegend allerdings Burrunggui und Anbangbang und bitten die Besucher, diese, von ihren Vorfahren kreierten Namen zu verwenden. Sie sagen, der Name "Nourlangie" sei ein Missverständnis der ersten Weißen gewesen.
Blick auf das Wetland von Anbangbang aus
Auch diese Bilder hier sind sehr beeindruckend, ebenso wie der 1,5 km lange Walk an der Kante zum Hochland entlang. Traumfaste Felsformationen ragen etwa 200 Meter über die Ebene. Auch hier gibt es zwar einen Weg, der um die eine Erhebung herum führt (moderate to difficult, allow 4 to 6 hours), aber richtig zur Hochebene kommt man nicht. Nicht zu Fuß und erst recht nicht mit einem Fahrzeug. Arnhem Land als solches ist sehr verschlossen gegen Besucher aller Art. Vorallem die "Vorderseite des Hochplateau präsentiert sich sehr schroff, aber wunderschön.
Auch diese Nacht verbringen wir auf einem einfachen Camp Ground, allerdings bereits auf halbem Weg nach Pine Creek, in Gungurul. Ein Spaziergang zum South Alligator River (der hier völlig ausgetrocknet ist) und zu einem Lookout mit herrlichem Blick über die Ebene beschließt den aktiven Teil des Tages, Zeit zum Kochen. Und wieder ziehen Wolken auf. Damit habe ich jetzt in der trockensten Jahreszeit Gurrung nicht gerechnet.
Es gibt hier und vermutlich ebenso in den Kimberleys und in Arnhem Land sechs Jahreszeiten:
Wuurgeng, frühe Trockenzeit oder auch Kaltwetterzeit, Juni bis August;
die Floodplain trocknet aus, das abgestorbene Gras wird abgebrannt.
Gurrung, heiße Trockenzeit, August bis Oktober.
Gunumeleng, Prämonsun, Oktober bis Dezember;
tägliche kleine bis stärkere Gewitter, aber immer nur einmal am Nachmittag; Oberflächengewässer beginnen wieder zu fließen, das Wachstum beginnt.
Gudjewg, Monsun, Dezember bis März;
Hitze und Feuchtigkeit lassen die Natur explodieren, das Speargras wird über 2 m hoch.
Banggerreng, Erntezeit, April;
meist blauer Himmel, die Hochwasser gehen zurück, Flüsse fließen mit klarem Wasser, Fruchtbildung und Nachwuchspflege der Tierwelt.
Yegge, Zeit des kühlen Wetters, Mai bis Juni;
die notwendigen Brandfelder werden festgelegt.
Ein Wohnmobil kommt angerest, neben uns ist es ihnen wohl zu schief, deshalb bleiben sie auf dem Parkplatz stehen. Später, als sie sich aufmachen zum Abendspaziergang, unser Essen ist fast fertig, kommen die beiden bei uns vorbei, ein nettes Gespräch über das Reisen allgemein und interkontinental im Besonderen entwickelt sich. Gregg (das ist auch fast kein Name sondern eine Massenbezeichnung) und seine Frau - sie dürften in unserem Alter sein - haben fünf erwachsene Kinder, kommen aus Sydney, das er früher nie verlassen hatte, und jetzt erfahren sie den Westen des Kontinents. "Schön, aber Sydney möchte ich nicht missen."
Weil während unseres Spaziergangs ein Wohnwagen mit vier grey nomads angekommen war, sind wir heute wohl nicht die Ältesten auf dem Platz.
Als ich mich um 1/2 10 in den Wagen begebe, sind die Wolken verschwunden, das Kreuz des Südens ist bereits unterm Horizont, nur die beiden Pointer, Alpha und Beta Centauris, zeigen noch an, wo Alpha Crucis steht.

Jim Jim Tag

Recht gemütlich gehen wir den Tag an, auch wenn wir "schon" um 7 aufstehen. Gegen neun sind wir unterwegs nach Süden. Die Strecke ist wesentlich herausfordernder als der gestern gefahrene Teil bis zum Garnamarr, einspurig, ausgefahren und mit Holperschwellen, die bei 30 alles kurzzeitig schwerelos machen. Also: langsamer, noch langsamer. 40 ist erlaubt, das ist zu viel. An der Abzweigung halten wir uns rechts und fahren erst zu den Twin Falls. Direkt nach der Day Use Zone ist die Durchfahrt durch einen Fluss, 65 cm Wassertiefe, aber klares Wasser, glatter Betonboden und keine Strömung, also völlig gefahrlos. Der Bushi ist allerdings nicht dicht, beide Fußräume werden ein wenig nass. Merkwürdig, denn das Wasser ging nur bis knapp über die Trittbretter.
Der Fußweg zum Boot, das uns zu den Fällen bringt, ist sehr leicht zu gehen und so sind wir schnell am Ziel. Wir sind die einzigen Gäste, der Bootsführer erzählt unterwegs ein bisschen, wartet vielleicht auf Fragen. Dann sind wir hinten. Beide Fälle haben Wasser und lassen erahnen, was hier während und kurz nach dem tropischen Sommer los ist. Das Wasser im abführenden Canon steht dann bis zu 10 m über dem jetzigen Stand. Aber dann kommt niemand mehr her. Am Ufer liegen an manchen Stellen Croctraps, sie sind mit Ködern bestückt, allerdings dem Geruch nach zumindest die beim Plunge Pool schon recht lange.
Auch auf dem Rückweg kommt wieder Wasser in den Fußraum, Brigitte sagt, es käme durch den Türrahmen. Nach der Durchfahrt halten wir an und wischen das Wasser mit der Hand aus dem Auto, B. hört allerdings noch lange ein gewisses Schwappen. Nur, wo kann da noch Waser sein? Am Jim Jim Parking stehen recht viele Autos, das scheint voll zu sein, im Gegensatz zu den Twin Falls, wo wir nur 5 Fahrzeuge gesehen haben, drei auf dem Parkplatz und zwei weitere auf der Rückfahrt. Die erste Hälfte des Fußweges zum Wasserfall ist einfach, dann wird es schwierig bis herausfordernd. Ich bin stark an das Steinfeld auf dem Kaltenbronn erinnert, wo wir als Kinder die Sommer verbracht und nebenbei das Gehen über Findlinge gelernt haben. Das Wasser im Fall ist versiegt, schade. Die Wand ist noch nass, aber es kommt kein sichtbarer Strom mehr von oben. Der Pool sieht sehr schön aus, ich gehe, wie andere ebenfalls, rein und schwimme eine Runde. Am anderen Ufer treibt sich ein Freshie rum, zumindest sieht es so aus. Ein Stamm würde sich angesichts der fehlenden Strömung anders verhalten.
Diese Nacht verbringen wir auf dem Camp Ground am Jim Jim Billabong. Ich gebe bei der Self registration das falsche Datum an, eine Nacht in der Vergangenheit. Pech, aber nicht zu ändern und angesichts der Tatsache, dass ohnehin niemand kontrolliert, auch ohne Belang. Auf dem Billabong schwimmt ein Croc, also sollte man auf jeden Fall nicht ins Wasser gehen und später auch nicht zu nahe ans Ufer. Es ist aber wohl ein Freshie.
Nach Sonnenuntergang ziehen Wolken auf, gleichzeitig setzt ein Mossie-Angriff ein, wir setzen uns ins Auto und spielen Karten.

Mittwoch, 24. August 2016

Ein erster Blick durch das Fenster oben lässt es neblig erscheinen, aber dem ist nicht so. Wenig später geht die Sonne auf, überall regt das Leben. Die Enten sind schon auf dem Billabong unterwegs. Bis ich mich erinnert habe, wie ich mit der D750 einen Film aufnehmen kann, haben sie sich beruhigt und machen kaum noch Geräusche.
Als letzte verlassen wir den Platz - wir waren ja auch zuerst da - und fahren nach Jabiru zum NLC. Tracy ist da, allerdings hat sie unsere zweite Application Form vergessen. Wir bekommen den Permit sofort ausgestellt, naja, es dauert schon einige Zeit. Inzwischen haben wir eine Bootstour auf dem Yellow River gebucht. Ich denke, das ist eine gute Art, mehr von der Fauna zu sehen. Yellow River ist ein Teil des South Alligator River, der nur im tropischen Sommer und der nächsten zwei Monate ein durchgehender Fluss ist. Die in meinem ursprünglichen Permit-Antrag eingetragenen Zeiten, die ohnehin bereits Makulatur sind, sind übrigens nur Anhaltwerte, unser Permit geht bis 18. September.
Rock Art (Barramundi) in Ubirr
In Ubiir bestaunen wir die dortige Rock Art, wer weiß, wie alt sie wirklich ist. Übrigens bin ich jetzt, da wir wieder vor Ort sind, sicher, dass es sich um die gleiche Stelle handelt, die wir auch 2007 besucht haben. Damals, kurz nach der Regenzeit, war das eine der wenigen Stellen, die für das Publikum freigegeben waren und für uns damals in Anbetracht der wenigen zur Verfügung stehenden Zeit erreichbar schienen.
Am Nachmittag fahren wir nach Süden Richtung Jim Jim und machen auf dem Garnamarr Camp Ground Station. Brigitte ist es zu spät, heute noch zum Fall zu fahren. Wahrscheinlich hat sie recht.
Gegenüber ist eine beeindruckende Felswand, die Kante des Arnhem Hochplateau. Interessant, dass alle Wege von Kakadu aus an dieser Kante enden, es gibt keine Möglichkeit, von hier aus auf das Hochplateau zu gelangen. Es scheint zu stimmen, dass es oben kaum Wege gibt, weil alles so stark durchfurcht, von Schluchten und Spalten durchzogen ist. Garnamarr ist ein "managed camp ground", es gibt ein Waschhaus mit Duschen. Und es gibt fließendes Wasser, das ist schon mal ganz gut. Irgendwann heute Abend wird jemand kommen und die 15 AUD pro Person Gebühren kassieren. Etwas mehr Luxus hat seinen Preis :-).
Immer wieder kommen einzelne Fahrzeuge, manche bleiben, manche fahren wieder weg. Im Endeffekt ist der Platz noch nicht mal halb voll. Es wird kassiert, das macht es schwierig, ohne zu bezahlen zu übernachten.

Dienstag, 23. August 2016

Dennoch wache ich erst kurz nach sieben auf. Klar, noch ist der Jetlag nicht überwunden, in der Nacht sind wir beide zwischendurch wach gewesen.
Gegen halb zehn verlassen wir ziemlich als letzte den Übernachtungsplatz und fahren weiter gen Jabiru. Ein kurzer Halt am Bark Hut Inn, ein zweiter an einer Visitor Information in er Nähe des West Alligator River, um den Parkpass (besser: die Parkpässe, hier braucht jeder von uns einen eigenen) zu erstehen. Jetzt dürfen wir uns eine Woche im Kakadu herumtreiben.
In Jabiru suchen wir zuerst das Office des NLC, Northern Land Council, um das Permit für Arnhem Land abzuholen. Tracey ist nicht da, ihre Vertreterin weiß von nichts, findet nichts und hat keinen Zugriff auf das Permit-System. Also versprechen wir, morgen früh wiederzukommen, dann ist T. da. Ist das jetzt ein gutes oder ein schlechtes Zeichen? Zuerst mal ist es egal.
An Cahills Crossing werden alle ohne gültigen Permit (all unauthorized vehicels) auf en Besucherparkplatz geleitet - der ist gut belegt. Es ist wirklich voll, der Fluss hat für diese Jahreszeit viel Wasser: knapp 50cm hoch steht das Wasser über der Straße und die Strömung ist nicht zu verachten. Allerdings denke ich, dass wir durchkämen, wenn wir wollten. Auf der anderen Seite stehen Wächter, die lassen vermutlich niemanden durch, der keinen Permit hat. Das ist ja ok, sonst ist das mit den Permit ja nur Unsinn. Flussabwärts vor der Furt warten elf teilweise mehr als vier Meter lange Krokodile darauf, dass jemand von den Besuchern unvorsichtig ist und ins Waser fällt. Ab und zu greifen sie sich einen Fisch aus dem Wasser. Wenn man Selbstmord machen will und niemand den Ärger mit der Leiche ausbaden soll, ist das hier die ideale Stelle: Elf Krokodile dieses Kalibers, das ist todsicher.
Weil es jetzt schon nach drei ist und weil Brigittes geschwollene Stiche noch nicht so weit abgeheilt sind, dass ihr die direkte Sonne  nichts mehr ausmacht, verzichten wir auf den Weg zu den Felszeichnungen und die damit verbundene Fahrt nach Ubirr. Stattdessen fahren wir an Jabiru vorbei nach Süden auf den Camp Ground Manabanjbanjdje, wo wir die ersten sind, die sich einfinden. Mal sehen, wie viele noch kommen werden.
Auf dem Tümpel neben dem Ground schwimmen viele Whistling Ducks, teils wandering, teils plummed, Shelduck Radjahs und eine Magpie Goose. Sie sind ein wenig aufgeregt, weil wir ans Ufer kommen. Ein Croc sollte es in diesem Wasser eher nicht geben, allerdings würde ich es nicht darauf ankommen lassen.
Wir bleiben nicht alleine, ein zweites Paar, viel jünger als wir, mit einem Zweipersonen-Swag (hatte ich noch nicht gesehen) ist eingetroffen. Ihr nicht ausgebauter Troopie ist etwas schmutziger als unser Bushi.
Später kommen nach und nach noch weitere vier Parteien, zwei erst bei richtiger Dunkelheit. Wir sind heute die ältesten auf dem Campground, keine grey nomads - die sind wohl eher auf einem "managed" camp ground, der dafür mehr kostet. Denn im Zweifelsfall muss man sich ja nicht registrieren hier auf dem Platz.

Montag, 22. August 2016

Obwohl ich heute Nacht eine Weile wach war, wache ich mit der Sonne auf und so starten wir kurz nach neun. Nach einem Einkauf bei Woolworth starten wir nach Osten, doch dann bricht Brigitte die Fahrt ab, sie will erst noch zu einem Arzt. Ich folge einem "Hospital"-Schild, das führt uns in einem großen Bogen nach Casuarina im Norden. Bei einer Medical Clinic halten wir an. Brigitte bekommt einen Termin um 1/2 1 Uhr, dasist schon in zwei stunden. Solange gehen wir in den Warundi-Park. Bussards,Falken, Galahs, Lapwings und Magpie Larks bevölkern die Luft und den Rasen des Parks, nett.
Fast pünktlich kommt Brigitte dran, der Arzt ist freundlich und wirkt kompetent, mit inem rezept werden wir entlassen. Nachdem wir dieses gegen das passende Medikament eingetauscht haben, machen wir uns wieder auf den Weg.
Beim Erreichen der Wetlands besuchen wir das Information Centre. Dort treffen wir eine Familie, die die letzten beiden Nächte wie wir in Winnellie verbracht hat. Die Dispays und der Film über die hiesigen Jahreszeiten sind sehr informativ. Aber sehr weit kommen wir jetzt heute nicht mehr, schon in Corroboree Park mieten wir uns ein unds
Blick auf das Flatland im Nordosten von Darwin
 suchen einen uns genehmen Stellplatz - gerade noch rechtzeitig, denn wenig später kommt eine größere Gruppe angereist und "streitet" sich um die wenigen "powered sites". Inzwischen habe ich gebadet in recht frischem Wasser. Die Frische liegt daran, dass rund um den Pool dicht an dicht Pflanzen wachsen und das Wasser nach oben gegen die Sonne abgeschirmt ist. Oben genannte Familie ist übrigens auch da, außerdem das Paar, das uns gegenüber stand, die letzten zwei Nächte.
Während ich koche, kmmen in der Nähe Corellaszusammen, um sich die Ereignisse des Tages zu erzählen und sich auf die Nacht vorzubereiten. Während des Essens suchen sie ihre nahegelegenen Shlafbäume auf, wenig später ist Ruhe. Auch die Kakadus und der Bowerbird kommen zur Ruhe. Einzelne Foxes segeln an uns vorbei.
Nicht zuletzt dank des wenigen künstlichen Lichtes hier ist der Abendhimmel richtig schön. Die Milchstraße erstreckt sich über uns, das Kreuz des Südens steht deutlich höher als die letzten Tage, einzelne Sternbilder sind ansonsten in der Masse der Sterne nur schwer auszumachen.
Und dann kommen die Kängurus grasend aus dem Strubb hervor, bi zu elf dieser Tiere können wir vor uns ausmachen. Sie anzuleuchten mit einer Taschenlampe stört sie nicht, nur, wenn einer von uns auf sie zugeht, hoppeln sie weg.
Kurz nach zehn sind alle Gäste in ihren Wohnwagen, Wohnmobilen oder Zelten, Zeit auch für mich ins Bett zu gehen.

Sonntag, 21. August 2016

Das erste Dinner im Bushi
Mal sehen, wann wir uns an die hiesige Zeit gewöhnt haben. Eine gute Nacht jedenfalls ist anders. Dennoch stehen wir erst gegen 10 auf, denn gegen morgen sind wir beide fest eingeschlafen. Die Hitze des Tages macht sich schon bemerkbar.
Heute bleiben wir auf dem Campingplatz, räumen noch ein wenig rum, lesen, gehen ins Bad - und schon ist der Tag rum. Wie wir gestern gemerkt haben, müssen wir um 17.00 Uhr mit dem Kochen anfangen, damit wir bei Tageslicht essen können.
Abends genießen wir wieder den sogar hier in Darwin trotz des vielen künstlichen Lichtes großartigen Sternenhimmel - und sind die letzten in der Umgebung, die "das Licht ausmachen".

18.-20. August 2016

Und los geht's. Ganz pünktlich steht das Taxi vor der Türe, wir packen unsere Koffer und fahren ab. Mal sehen, was alles fehlt…
Erster Schreck: Die Dame am Lufthansaschalter braucht ein Visum - für Singapur. Das klärt sich, als wir erklären, dass wir weiterfliegen nach Australien. Nach einigem Suchen findet sie den Weiterflug - und jetzt braucht sie unsere Australien Visa. Merkwürdig, mal sehen, wie das weitergeht. Immerhin, unser Gepäck wird durchgebucht nach Darwin, damit ist schon das "20 kg pro Passagier"-Problem gelöst. Zusammen haben wir 36 kg, aber zwei der drei Gepäckstücke sind von mir und zusammen 25 kg schwer. Bordkarten müssen wir uns in Singapur holen, das geht nicht von Frankfurt aus.
Die Zeit bis zum Abflug verbringen wir in der Lufthansa Lounge.
Guter Dinge beim Warten auf den Flug nach Singapur
Sehr pünktlich darf unser Airbus A380-800 losrollen und so sind wir schon kurz nach 10 unterwegs. Etwa 2 Stunden später ist das Abendessen - das Brigitte wie gewohnt ausgelassen hat - beendet und das Licht geht aus. Ich habe "The Revenant" angesehen, gut gedreht, auch die Schauspieler sind gut, die Story ist eher schwach, es ist kein Film, den ich unbedingt sehen hätte müssen. Aber die Auswahl bei Lufthansa gab nicht mehr her.
Nach der Landung in Singapore begeben wir uns langsam zum Terminal 1, wo wir für den Weiterflug einchecken können. Es gibt tatsächlich wieder ein Problem mit Brigittes Visum: Es gibt nämlich zwei! Soviel zu der Aussage, dass ein neues Visum das alte überschreibt. Die nette Dame am Schalter von Jetstar-Asia kriegt das in einem längeren Telefongespräch geregelt, zumindest so, dass wir unsere Bordkarten bekommen. Die ersten 2 1/2 Stunden der Wartezeit sind so leicht zu überbrücken. Aber jetzt wird es zäh. Ich hab' ja wenigstens ein paar Bücher auf dem iPad, aber Brigitte hat nichts. Gegen Ende der Wartezeit fällt mir ein, dass ich die Adresse von TCC in Darwin nicht aufgeschrieben habe. Was jetzt? Auf der Homepage von TCC ist sie auch nicht hinterlegt.
Warten und beobachten. Ein Airbus A320-200 auf dem Weg zum Start
Der Flieger nach Darwin, ein Airbus 320-200, ist voll gebucht, alles eine Klasse, insgesamt 31 Reihen mit je 6 Plätzen, arg eng bestuhlt. Wir sind hinten, in Reihe 27. Trotz der vielen Kinder wird es ein eher ruhiger Flug, ohne Verpflegung, ohne Bordprogramm. Back to the roots.
Bei der Landung in Darwin ist es noch stockdunkel. Klar, es ist noch Winter, wir sind nahe am Äquator und es ist noch nicht mal 5 Uhr früh. Da wir im Flieger ziemlich weit hinten saßen und nach der Landung erst mal eine Toilette aufsuchen, sind wir fast am Ende der Schlange vor der Immigration. Naja, das macht nichts, wir haben ja Zeit. Alles geht gut mit den Visa, allerdings dreht nur noch unser Gepäck seine einsamen Runden, bis wir ans Gepäckband kommen.
Zum Glück gibt es sogar hier in diesem eher einsamen Flughafen ein Café, in dem wir uns ein Frühstück gönnen. Und es gibt freies WLAN, so kann ich eine SMS an Werner schicken und bekomme postwendend die notwendigen Informationen. Herzlichen Dank, Werner.
Der Airport von Darwin am frühen Morgen
Kurz vor 8 sind wir bei TCC, wenig später macht Thomas das Tor auf. Zwei Stunden später sind wir temporäre Besitzer eine Toyota Landcruiser mit Bushi-Ausbau. Thomas gibt uns zwei Maxtracs mit, das ist toll, denn das spart uns 200 AUD. Maxtracs sind Unterlagen für den Fall, dass wir im Sand oder Match stecken bleiben und die Räder keinen Griff mehr haben. Denn spätestens für den zweiten Teil der Reise durch die Simpson Desert will ich auf diese Hilfen nicht verzichten. Und in Arnhem Land sind sie vielleicht auch zu gebrauchen. Bei Telstra im Mitchel Center erstehe ich eine neue SIM-Karte, allerdings muss ich dazu zurück zum Auto, denn meinen Pass habe ich bei den Sachen im Auto gelassen. Bin mal gespannt, wann die Karte aktiviert ist. Es kann dauern, sagt die Hilfskraft im Geschäft.
Nach verschiedenen Einkäufen in einer Pharmacy, bei Coles und bei BFC (Boating, Fishing and Camping) fahren wir noch mal bei TCC vorbei und geben einen Wasserkessel, den wir nicht brauchen, zurück und unsere Handynummer bekannt.
Ganz in der Nähe quartieren wir uns auf einem Discovery Tourist Park ein. Das Um- und Einräumen nach unserem Geschmack geht viel schneller als erwartet, es zahlt sich doch aus, dass es schon die dritte Reise mit einem TCC-Bushi ist. So hat sich eine gewisse für uns geeignete Ordnung herausgebildet.
Langsam merke ich, dass ich die letzte Nacht nicht geschlafen habe. Zwar sind somit seit dem Aufwachen vor der Landung in Singapur nur 21 Stunden vorüber, doch auch das reicht allmählich. Denn auch die Nacht davor war nicht ganz ungestört. Noch während des Kochens bricht die Nacht an, beim Essen ist es dann schon ganz dunkel. Das Kreuz des Südens steht höher, als ich es erwartet hatte, das liegt wohl daran, dass wir mehr als drei Wochen früher sind als beim letzten Mal. Um halb neun ist es, das Kreuz, hinter den Bäumen verschwunden, wir gehen ins Bett.








Montag, 8. August 2016

Scheinbar liegt nichts mehr auf dem Weg

nach Australien.

Gestern war Ausflug des "Fördervereins Chormusik an der Lutherkirche". Ein schöner Ausflug bei herrlichem Wetter mit gutem Programm, wunderbar organisiert von Margit. Unvermeidlich die Fragen: "Habt ihr jetzt das Visum?" Ebenso unvermeidlich die nächste Frage: "Was macht ihr jetzt?". Was sollen wir schon machen - nichts. Es gibt einen Plan B, genaugenommen sogar zwei. Brigitte will sich mal an die Lufthansa wenden, ob die vielleicht was erreichen können, als Carrier. Und meine Idee ist, für Brigitte kurzfristig ein Touristenvisum zu beantragen, das geht normalerweise schnell. Und Plan C ist wenig verlockend: Ich müsste alleine Fliegen, Brigitte käme nach.
Eine wenig gute Nacht folgte. Und dann die Erlösung: Gegen 1 Uhr in der Frühe kam das Mail mit dem Betreff: Corrected Visa Grant Letter for Brigitte now received. Ich hab's natürlich erst um halb sieben gesehen, nach dem Aufstehen, weil ich selten nachts ins Mail schaue.

Jetzt bleibt noch das Permit für Arnhem Land. Aber auch da sieht es schon konkreter aus. Denn Freitag früh habe ich mit dem NLC-Büro in Jabiru telefoniert (NLC ist das Northern Land Council, das ist eine Art Verwaltungsbehörde für Arnhem Land und andere Gebiete der Aboriginal in den Northern Territories). So, wie ich die Durchfahrt geplant hatte, geht es leider nicht, denn die Nördstraße, die "Top Road" ist nur für Ambulance and Police, und, so füge ich hinzu, Traditional Owners geöffnet, es gibt ansonsten keinen Permit. Also fahren wir über die Central Arnhem Road nach Nghulunbuy, bleiben dort ein paar Tage (den Campground muss ich vor Ort buchen), um die Gegend anzusehen, und auf dem gleichen Weg wieder zurück. Soweit der neue Plan. So habe ich jetzt den Antrag ausgefüllt und warte auf das, was kommt.

Montag, 1. August 2016

Bald ist es so weit - hoffentlich.

Gestern, am 31. Juli, fragte Pfarrer Pollack im Gottesdienst, wen wir fürchten, wenn wir wissen, dass Gott hinter uns steht. Und da fiel mir doch spontan jener unbekannte Officer der australischen Immigration ein, der Brigittes Visumantrag nicht bearbeitet. Das nervt schon, auch wenn noch 17 Tage vor uns liegen. Dieser ganze Visa-Mist ist einfach nervig und es stellt sich mir die Frage, ob die Reise es wirklich wert ist. Dabei habe ich diesmal mit National Services extra ein Profiunternehmen beauftragt - das Ergebnis ist bisher nicht so, dass ich das weiterempfehlen werde.
Ansonsten sind die Flüge gebucht - wir starten am 18. August (vorausgesetzt, das Visum ist da) und kommen, wenn alles so klappt wie gedacht, rechtzeitig zum Adventskonzert des Singkreises am 7. Dezember wieder in Frankfurt an. Hinflug mit Lufthansa LH778 von Frankfurt (FRA) nach Singapore Changi (SIN), von dort weiter mit Jet*Asia Flug 3K161 weiter nach Darwin, wo wir am Morgen des 20. August ankommen. Zurück fliegen wir am 4. Dezember mit Quantas QF71 von Perth nach Singapore und am 7. Dezember mit Singapore Airlines SQ326 zurück nach Frankfurt.
In Singapore werden wir wieder im Grand Copthorne Waterfront am Singapore River absteigen, das Hotel ist gebucht und bezahlt, erfahrungsgemäß gibt es da keine Probleme. Jürgen ist informiert, er hat sich den Termin vermerkt.
Auch das Auto für Australien ist gebucht, wieder haben wir uns an Bruno gehalten. Leider konnten wir nicht für die gesamte Zeit einen Bushi bekommen - ausgebucht. Brunos Ausstieg bei TCC wirft wohl seine Schatten voraus. Deshalb müssen wir am 20. Oktober in Perth das Fahrzeug wechseln. Der Bushi ist ein Toyota Landcruiser mit Hochdach, das Fahrzeug, mit dem wir ab 20. Oktober unterwegs sind, ist ein Toyota Landcruiser mit Dachzelt. Das wird eine neue Erfahrung. Der Vorteil ist, dass dieser Wagen ein zweites Ersatzrad hat. Von Nachteil könnte sich herausstellen, dass er wesentlich rudimentärer ausgestattet ist: Ein längerer Aufenthalt im Wageninnern ist außer in der Fahrerkabine kaum möglich ist. Und gekocht wird immer im Freien, in Wind und Regen. Da ist ja dann schon Frühjahr, da sollte es warm genug sein, besonders, wenn wir schnell wieder in den Norden zurückkehren.
Für Arnhem Land habe ich ein Permit zur Durchfahrt beantragt, das konnte erst vor wenigen Tagen geschehen und ob es klappt - wir müssen abwarten und hoffen. Leider weiß ich ja z. B. die Autonummer unseres Mietwagens noch nicht.
Ansonsten sind die Zeitungen für die Dauer der Reise abbestellt. Der Telekom-Mobilvertrag ist zur Unterbrechung angemeldet, das iPhone hat angeblich keinen SIMlock - sagten die Mitarbeiter im T-Punkt. Hoffentlich stimmt es auch, sonst haben wir in Darwin ein Problem.