Freitag, 9. September 2016

Weiter nach Kununurra in Western Australia



Montag, 5. September 2016
Im letzten Sonnenlicht gehen wir zum Freshie-Pool, aber die Krokodile sind nicht da, vermutlich haben sie heute einen Tag freigenommen, denn morgen ist Fütterung. In den Bäumen über uns hängen jede Menge Fruitbats, sie sind unruhig, vermutlich, weil der Abendflug in Kürze beginnt. Abendessen und Tageslicht, das gibt heute Probleme, aber es klappt gerade noch so. Zum Spülen gehen wir in die Camp Kitchen. Dort steht zwar ein Zelt, aber an die Spüle und auch das Licht benutzen "dürfen" wir trotzdem.

Dienstag, 6. September 2016

Gefühlt zum ersten Mal auf dieser Reise habe ich heute Nacht durchgeschlafen.
Vorbei an vielen Boabs und mitten durch noch rauchende Bereiche frischen Burnings fahren wir nach Westen. Auch hier gibt es, wie fast überall in Australiens Outback, Termitenhügel. Das ist auch etwas, was mich immer wieder mit Erstaunen erfüllt. Eine aus unserer Sicht niedere Lebensform hat ein Staatswesen erfunden, das, wäre es zu den Zeiten der alten Griechen schon bekannt gewesen, von Plato vermutlich den Status als perfekt erhalten hätte. Jedes einzelne Individuum ordnet sich bedingungslos demwohl des großen Ganzen unter. Es ist eine Monarchie, die Königin ist die einzige Bestimmerin, aber auch sie dient dem Staat. Es gibt niedere Termitenhügel und sehr hohe, mehr als drei Meter, dicke und dünne, einfache rundliche Hügel, Skulpturen wie Korpusse, gefaltete Hände, Pieten oder Trolle oder filigrane Gebilde mit oder ohne Spitzen, geformt wie Stores oder platt wie ein Stück Papier und dennoch 1,50 m hoch. Schwarze, grünliche braune, rote, gelbe und weiße Termitenhügel, je nachdem, wie der Boden ist, aus dem die Termiten ihren Baustoff holen und je nachdem, welche Rasse das Bauwerk errichtet hat. Etwa 50 Jahre bewohnt ein Stamm ein solches Gebilde, dann stirbt der Staat, der Hügel wird von Ameisen übernommen und mangels Instandhaltung von menschlichen Einflüssen, Wind und Regen zerstört.
Bei der Einfahrt zur Zebra Rock Mine steht "CLOSED". Ein kleiner 4WD Touristenbus, der uns kurz vorher überholt hatte, steht auch an der Abzweigung. Sie wissen auch nicht, ob offen ist, versuchen, telefonisch Auskunft zu erhalten. Aber hier gibt es kein Netz. Wir fahren einfach die fünf Kilometer bis zur Abzweigung der Zufahrt von der Duncan Road - da ist das Gate versperrt. Also stimmt es, die Mine ist geschlossen. Bereits wegen Regenzeit oder für immer? Wir kehren um, sagen dem Busfahrer Bescheid und machen uns auf in den Keep River National Park. Ich wusste nicht mehr, dass die Abzweigung dorthin nur drei Kilometer vor der Staatsgrenze ist.
An der Lagune sind viele Magpies Geese, Whistling Ducks, Darter und Cormorants, Egrets, Pelikane und zwei Brolgas in Wassernähe, aber sie lassen uns kaum in Fotoentfernung herankommen, somit auch nicht wirklich beobachten. Auch die Corellas und Australian Ringnecks oben in den Bäumen mögen sich uns nicht wirklich zeigen, sie geben nur lautstark ihre Missbilligung zu verstehen.
Blick vom Jarnem Lookout nach Osten. Felsgebilde wie im Purnululu
Jarnem Camp Ground ist einsam und verlassen - bis auf ein geparktes Fahrzeug. Wir suchen uns einen Stellplatz und werden wenig später von den ersten Bremsen begrüßt. Jetzt wird sich zeigen, wie gut das Dettol wirklich ist. Aber zuerst starten wir den Rundweg, den wir auch vor zwei Jahren gemacht haben. 8,7 km, allow 3 1/2 hours. Herrliche Ausblicke, schöne Livistona-Plamen, Jim-Jim und Corkscrew-Pandanus, Vögel und Känguru, alles lässt sich sehen. Schön ist es hier und die Bremsen haben wir am Camp Ground zurückgelassen. Als wir zurück sind, schwirren sie um uns rum, erst zwei oder drei, dann werden es immer mehr und sie werden immer aggressiver. Aber das Dettol hält.

Mittwoch, 7. September 2016

Vor der Staatsgrenze nach Western Australia halten wir an, um unseren Müll zu entsorgen. Aber es gibt auf dem Parkplatz keine Müllbehälter mehr. Also muss der Abfall mit zur Quaratänestation. In Kununurra brauchen wir wieder drei Runden, bis wir die Visitor Information gefunden haben. Dabei ist sie ziemlich einfach zu finden, denn bei Coles und dem Hotel Kununurra sind wir richtig vorbeigekommen - wenn wir uns nur richtig erinnert hätten. Langsam kommt die Erinnerung zurück. Den Parkpass gibt es nicht mehr in der VI, da müssen wir zu einem neuen Büro, das ist allerdings in Fußgängerentfernung (selbst nach hiesigen Begriffen) vom Caravan Park, auf dem wir einchecken wollen, Ivanhoe Village Caravan Resort. Zebra Rock Mine hat übrigens wirklich wegen des Beginns der Wet Season geschlossen, die Lady in der VI meinte, die Öffnungszeit sei Mai bis August. Die Boutique unten am Lake Kununurra hat geöffnet, ber es gibt noch ein zweites Geschäft, ds Produkte der Mine verkauft. Weil es gerade am Weg liegt, kaufen wir bei Coles für die nächsten Tage ein.
Neben dem uns zugeteilt n Platz steht ein "alter" Landcruiser, ebenfalls mit Hochdach, aber zwei Ersatzrädern, an jeder Hecktüre eins. Es ist, wie sich herausstellt, eine Eigenkonstruktion. Gefällt mir, denn die Last liegt auf der (Original-) Stoßstange, nicht an den Türen, dennoch werden die Räder mit den Türen wegbewegt, man muss also nicht extra Handgriffe vornehmen. Die junge Frau, Anna, ist aus der Nähe von Berlin, ihr Partner arbeitet seit drei Wochen hier als Kürbissortierer und -verpacker. Was es alles an Jobs gibt! Aber eigentlich ist es klar, das es so was gibt, ich habe nur nie darüber nachgedacht.
Für Insider: Linke Hecktür mit Ersatzreifen (Eigenbau)
Gegenüber bei der Schule ist ein Turnier, es sieht nach Fußball aus, deshalbsind neben der Camp Kitchen jede Menge Zelte aufgebaut und eine ganze Reihe Busse sind daneben geparkt. Da wird heute Abend was los sein an der Kitchen, vermute ich.
Eine Maschine Wäsche, die erste auf dieser Tour, dazu haben wir heute auch Waschmittel gekauft,  ist schnell gewaschen - ein Durchgang dauert nur 30 Minuten - und aufgehängt, nur zwei Tshirts sind voller Flusen. Und später, nachdem alles getrocknet, zusammengelegt und im Auto verstaut ist, begeben wir uns zum Thirsty Camel und füllen unsere leeren Alkoholbestände wieder auf. Diesmal gibt es auch einen Karton XXXX in Cans. Das ist zwar stillos, aber damit habe ich hier kein Problem, das wird hier ohnehin nicht so eng gesehen.
Eine Bremse ist gestern meiner Aufmerksamkeit entgangen und hat mich in der Gegend der Achilessehne gebissen - dort war wohl kein Dettol, oder nicht genug.
Beim Kochn wundere ich mich, dass es noch so hell ist, da fällt mir ein, dass wir durch die Überschreitung des Grenzübergangs ja 1 1/2 Stunden Zeit gewonnen haben. Jetzt trennen uns nur noch sechs Stunden von Mitteleuropa. Aber als Konsequenz ist es um sechs schon richtig dunkel. So bin ich, als Brigitte sich nach dem Essen mit Anna unterhält, der einzige, der im Pool ein paar Bahnen schwimmt. Vorher waren immer wieder Gruppen von Jungens da, vorher müde und erschöpft, danach wieder fit wie ein Turnschuh.

Donnerstag, 8. September 2016

Aber dann war es doch ganz still auf dem Platz und im Besonderen an der camp kitchen, wahrscheinlich waren die Jungs alle völlig fertig von ihrem Footie-Tournier. Dafür ist heute morgen in den Mens Amenities der Teufel los: Schlange vor den Toiletten, Schlange vor den Duschen. Also verzichte ich auf die Dusche.
It's gone be a lazy Thursday. Aber dennoch erfolgreich. Wir gehen (!) zum department of Parks and Wildlife und erstehen einen Park Pass, diesmal nur für vier Wochen, weil wir ja bereits in sechs Wochen den Wagen abgeben müssen und die Parkpässe am Auto "hängen". Dann gehen wir weiter zum Department for Aboriginal Affairs. Nach kurzer Wartezeit dürfen wir unser Anliegen vorbringen, wenig später nimmt uns die zuständige Mitarbeiterin in Empfang. Es ist die gleiche, die uns vor zwei Jahren das Permit gegeben hat. Sie scheint sich zu freuen, dass wir uns an sie und ihr Kind erinnern. Kurz darauf haben wir das Permit, dann frage ich glich wegen Ann Beadell - und sie wird aktiv, erstellt das Permit für Cosmo Newberry und telefoniert mit einer Kollegin in SA wegen dieser Sache. Die wird alles Notwendige veranlassen und das Permit dann an Nathalie schicken, die es mir weiterleiten wird. Das klingt doch richtig gut. Mal sehen, ob es so kommt. Das Permit für den "Notfallplan" Great Central Highway ist gleich mit dabei. Im Büro des Resort verlängern wir um eine Nacht bis Samstag, dafür werden wir diesmal Wyndham auslassen und vor hier direkt in die Gibb River Road starten.
Bei einer Fahrt durch Kununuras Umgebung besuchen wir die Sandalwood Factory und die Hoochery Distillery. Und dann kommt es: Ivanhoe Crossing, die Furt durch den Little Orb, ist wieder offen und befahrbar. Das müssen wir gleich ausnutzen, auch wenn wir in der Richtung gar nicht weiterwollen. Also einmal rüber, umdrehen, einmal zurück. Ziemlich viel Strömung - in die andere Richtung als ich erwartet hatte, nämlich weg von Lake Kununura nach Norden - und etwa 25 cm Wassertiefe.
Nachmittag im Ivanhoe Village Caravan Resort
Dann bleibt noch ein Besuch im Pool, das Wasser ist kühl, jedenfalls im Vergleich zur Luft, heute lag die Spitzentemperatur bei 39° C. Aber nur in der direkten Sonne war es unangenehm.

Freitag, 9. September 2016

Another lazy day in Kununurra.
Allerdings müssen wir zwischendurch in den Ort, um unsere Vorräte, Lebensmittel, Wasser, Alkoholika (es gibt hier in Kununurra keinen Wein in Boxes, nur in Flaschen – schade), Kraftstoff, aufzufüllen. Wir lassen das Auto auf einem Parkplatz stehen und gehen die Geschäfte zu Fuß ab, trotz der Wärme, es geht heute wieder an die 40 Grad. Eigentlich schön, so wollten wir es.
Die Aboriginal Art Gallery ist wirklich einen ausgedehnten Besuch wert. Die Bilder sind nicht alle eindrucksvoll, aber doch zum überwiegenden Teil. Manche der Künstler sind weltweit bekannt und erzielen hohe Preise, Awards und Verkaufspreise, für ihre Werke, das rechtfertigt die teils exorbitanten Preise hier in der Galerie. Der Galerist kauft die Bilder und verkauft sie dann weiter, d.h. das Risiko liegt bei ihm, dafür hat er aber auch den Gewinn - wenn es einen gibt. Bei dem Kleinkram, der noch so verkauft wird: Dosen, Armreifen etc. ist das Design von Aboriginals, die Ausführung erfolgt in Pakistan, die Fertigprodukte werden wieder nach Australien gebracht und dort verkauft. "So haben beide Seiten was davon, die Aboriginals und die Pakistani." sagt der Galerist.
"The Pentecost" - ein Werk der aboriginal Künstlerin Charlene Carrington
Der Camper aus der Camp Kitchen in Timber Creek tauchte heute früh auf dem Platz in Kununurra auf, wir unterhielten uns, dann ging er zur Camp Kitchen. Wenig später, das ist relativ, taucht er wieder auf und erzählt, dass er einen Lift nach Cairns, wo seine weiteren Besitztümer sind, gefunden hat. Ein drittes Mal kommt er vorbei, beladen mit seinen Reisesachen: Zelt, Matratze und ein paar Kleidungsstücke. Später treffen wir ihn vor Coles und ein weiteres Mal bei Cellarbrations. So eilig war es wohl nicht mit der Abfahrt nach Cairns, dass sie nicht noch die Öffnung des Bottlestore abwarten wollten.
Kennt jemand eine Tamarillo? Wir kannten sie bisher nicht, waren aber mutig genug, zwei zu kaufen. Sie gehören, habe ich inzwischen nachgelesen, zu den Nachtschattengewächsen und sind also mit den Tomaten verwandt. Außen sind sie dunkelrot (die, die wir hier erstanden haben) und sie haben fast schwarze Kerne, die süßlich schmecken. Je näher man beim Essen an den Rand kommt (wir haben sie durchgeschnitten und ausgelöffelt), desto bitterer wird das feste Fruchtfleisch, die Schale ist kaum noch essbar, denn sie ist richtig bitter und viel härter als Tomatenschalen.

1 Kommentar:

  1. Werner: ja Kununurra ist immer ein central hub auch bei meinen Reisen. Kurz hinter Kununurra Richtung Westen geht es doch Links zur Zebra Gallerie. Seid Ihr noch hingefahren? Die haben auch in der Regenzeit auf. Ohne Wyndham lasst Ihr sicher dann auch Grotto weg. Eigentlich habt Ihr doch genug Zeit. Alles Gute für die Gibb.

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