Sonntag, 27. November 2016
…
Das Abendessen bereiten wir hinter dem
Troopie zu und essen es vor der Türe, noch in der letzten Sonne. Das Wasser zum
Spülen hole ich aus der Dusche. Später sitzen wir in unserem Zimmer und spielen
Skibbo. Der Wind hat deutlich aufgefrischt und es hat kräftig abgekühlt, seit
die Sonne untergegangen ist.
Montag, 28. November 2016
Obwohl wir es langsam angehen lassen, sind
wir schon fix und fertig, als Ollie und, ein wenig später, Lucy eintreffen. Ich
habe zugesagt, ein paar Fotos von den Zimmern zu machen für ihre Homepage. Es
fällt schwer, uns zu verabschieden und wirklich loszufahren. Die beiden sind
wirklich sehr (gast-)freundlich. Wir sind bereits zum nächsten Besuch
eingeladen. Ob es dazu kommen wird?
Dort, wo wir gestern nach rechts zum Jam
Patch abgebogen sind, fahren wir heute nach links auf den Tin Horse Hwy. In
Kulin, dem nächsten Ort, gibt es einmal im Jahr ein Pferderennen, das Bushrace.
Irgendwann hat jemand angefangen, deswegen ein Pferd aus alten Drums, Dosen und
Döschen zu basteln. Daraus wurde eine Art Sport, die Pferde stehen entlang der
Straße von LG nach Kulin und weiter nach Corrigin. Irgendwann setzte sich
deshalb der Name Tin Horse Hwy für diesen Straßenabschnitt durch, heute ist es
offiziell. Die Pferde halten uns lange auf, denn immer wieder sehen wir eines,
das doch wieder zum Anhalten, Schauen und Fotografieren verlockt. In Corrigin
ist aber Schluss. Dort gibt es "nur" einen Hundefriedhof! Aber an dem
fahren wir vorbei.
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| Auch ein totes Pferd gehört zu den Figuren - auch wenn es als Hirsch getarnt daherkommt. |
In Brookton kreuzt gerade ein Getreidezug
die Straße, wir warten und warten. Mal bleibt der Zug stehen, dann geht es doch
weiter. Die beiden schiebenden Lokomotiven sind kaum vorbei, dann dürfen -
nein, müssen - wir weiter fahren. Durch wunderschönen Malleewald durchsetzt mit
Banksia und Grasstrees geht es weiter nach Westen, immer weiter, bis es fast
nicht mehr weiter geht, denn wir sind in Fremantle angekommen und auf dem
Fremantle Village Caravan Park. "All our sites are powered." Na, wenn
es denn sein muss. Die Camp Kitchen ist erstklassig, ich werde heute wohl dort
kochen müssen, das erledigt auch die Frage, wie ich mit dem Wind umgehen soll.
Denn, wie zu befürchten war, es bläst wieder. Nicht tragisch, jedenfalls noch
nicht. Von hier aus gibt es Public Transfer in die Stadt, also kann der Troopie
morgen stehen bleiben. Die Zeit der
langen Touren ist jedenfalls zu Ende, heute, am 101ten Tag 2016 auf einem
Landcruiser waren es erneut 351 km, was unseren Schnitt nochmals angehoben hat.
Aber jetzt wird er sinken.
Unser Standplatz ist auf 32°4'53"S,
115°45'40"O.
Nach Sonnenuntergang, den wir in der Camp
Kitchen erleben, übernimmt der kalte Wind das Regiment, nach kurzer Zeit sind
wir die einzigen, die - mangels Alternative - noch im Freien zu sehen sind. So
sind wir auch ziemlich früh im Zelt, die Zusatzschlafsäcke kommen wieder zum
Einsatz.
Dienstag, 29. November 2016
Beim Aufstehen zeigt das iPhone für hier
eine Temperatur von 12° C an, nicht schlecht für Anfang Sommer hier. Die
meisten Leute stimmen zu, dass es zu kühl ist für die Jahreszeit. Aber der Wind
kommt anhaltend von der See, was soll man also machen? Dieser Wind ist der
Fremantle Doctor, weil er normalerweise Erleichterung bringt nach dem heißen
Wüstenwind voller Fliegen.
Brigitte hat wieder eine allergische
Reaktion, deshalb suchen wir ein Medical Centre auf. Das an der Hampton Road in
der Nähe des Caravan Parks hat noch geschlossen, deshalb fahren wir nach Freo
rein. Während Brigitte dort wartet, versuche ich herauszubekommen, wann ein Bus
zurückfährt zum CP. Das ist nicht so einfach, weil die Haltestellen im inneren
Bereich nicht angezeigt werden. Immerhin weiß ich, wann die Busse an Fremantle
Station abfahren.
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| Tim und Stuppi besuchen die "Little Creatures" in Freo |
Der Stadtbummel führt uns nicht aus dem
Zentrum heraus, aber dort gehen wir fast alles ab. Round Househt heute geöffnet
und bietet einen guten Einblick in das Leben der Gefangenen. Die Zellen waren
nicht sehr groß, die Verpflegung nicht gerade üppig, die Strafen hart. Bei
guter Führung gab es sonntags 1/2 Pfund Salzfleisch zusätzlich zu dem
vorgesehenen Pfund Brot (für den ganzen Tag). Durch Arbeit konnten die
Gefangenen die tägliche Brotration um 1/2 Pfund Salzfleisch aufstocken, weshalb
die Arbeiten wie Brunnen bauen, Tunnel durch das Cliff hauen,…
"freiwillig" übernommen wurden.
Bei Oz Souvenirs gibt es tatsächlich in
Australien gefertigte Kuscheltiere, Koala, Kängugru und Wombat, sonst kommt all
dies ja aus China (für weniger als den halben Preis). Ein gefüttertes
Drizzabone Jackett hat es mir angetan, aber das passt nicht in unser
Reisegepäck (und 450 AUD sind noch dazu ein stolzer Preis).
Bobi kommt mit Verspätung zu unserem
Treffen, weil das Bowling Match länger gedauert hat als gedacht. Es wird ein
netter Nachmittag. Irgendwann trifft auch Gerry ein. Ich habe Probleme, ihn zu
verstehen wegen seines harten schottischen Akzents. Bobi meint später, dass
auch sie manchmal nachfragen und Australiern gegenüber schon mal übersetzen
muss. Gegen Ende habe ich ihn dann doch etwas besser verstanden.
Bobi bringt uns zurück zum Fremantle
Village, das liegt für sie fast am Weg. Der tagsüber sehr stramme Südwester hat
gegen Abend etwas nachgelassen, das ist gut, dann schaukelt unser Zelt nicht so
sehr.
Mittwoch, 30. November 2016
Als wir nach dem Frühstück aus der Camp
Kitchen kommen, ist es in der Sonne schon angenehm warm. Da wir ohnehin auf die
Öffnungziten des Office angewiesen sind - wir müssen die Schlüssel und die Boom
Gate Card abgeben und unser Deposit wieder einsammeln - lassen wir uns Zeit
mitdem zusammenpacken. Wie das so ist: Wenn wir viel Zeit haben, geht alles
ziemlich flott, wenn wir uter Druck sind, dauert (scheinbar) alles viel länger.
Bobi übernimmt das Wetsuit, deshalb fahren wir noch bei ihr vorbei.
Sie ist in ihrem Garten, den wir dann auch
ausreichend genießen und bewundern. Allerdings ist sie, Bobi, ein wenig in
Eile, denn das Bowling ruft. Sie hat heute ein weiteres Spiel, und im Team darf
niemand fehlen.
Über die 12 und die 5 fahren wir zu King's
Park in Perth und besuchen den Botanic Grden. Richtig gut gemacht, nach
einzelnen Regionen WA's aufgeteilt mit den entsprechenden Pflanzen. Die
Pflanzen sind auch alle ausgeschildert, so ist es einfach zu lernen, was wir
eigentlich gesehen haben in denletzten Wochen. Wobei die Eukalypten zu
unterscheiden ist teilweise schon ziemlich schwierig, noch schwieriger ist es
bei Grevilleas und Hakeas. Ich bin froh, wenn ich sie als Gattung erkenne.
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| Die Doppelhelix des DNA Towers in King's Park |
Kurz nachdem wir uns auf Banksia Caravan
Park niedergelassen haben (31°55'49"S 116°1'17"O), wir eine
Waschmaschine in Gang gesetzt haben und ich anfange, das Auto auszuräumen, um
es zu reinigen, gehen die Sprenkler an. Die Mädels haben vergessen, dass jemand
auf der Camping Area steht. Sie entschuldigen sich natürlich, aber das nützt
uns nicht so sehr viel. Bis die Sprenkler wieder aus sind, ist unsere auf der
Wiese verteilte Habe ziemlich nass.
Drei Stunden später ist dann doch alles
wieder im Auto und der Troopie im Innern abgabebereit, denke ich zumindest.
Klar, mehr ist (fast) immer möglich.
Zum Kochen und Essen gehen wir in die Camp
Kitchen. Wir sind noch nicht ganz fertig mit dem Essen, da kommen Terry und
Christine. Es wird ein netter Abend. Reichlich Gesprächsstoff bieten die
verschiedenen Reisen und unsere unterschiedlichen Ansichten über die
Aboriginals. Weil Terry morgen wieder arbeiten muss, verlassen sie uns gegen
acht. Bis wir gespült und alles weggeräumt haben, ist es Zeit, nach oben zu
gehen, vor allem, da die Temperatur nicht zum längeren Verweilen im Freien
einlädt.
Donnerstag, 1. Dezember 2016
Die letzte Nacht auf dem Troopie ist
vorüber, mit jeweils zwei Schlafsäcken war es angenehm. Am Morgen steht in
unseren Campingstühlen das Wasser. Auch wenn hier eine hohe Luftfeuchtigkeit
ist (die Persenning ist mit Tautropfen benetzt), das kann nicht Tau sein…
Kein guter Morgen, es ist mit 15° nicht
kalt, aber unangenehm, unsere Stühle sind nicht benutzbar und die Camp Kitchen
hat noch geschlossen. Letztlich arrangieren wir uns mit den Umständen - was
bleibt uns anders übrig - und sind spät, nämlich erst nach halb neun, auf dem
Weg nach Midland, um das Auto auch außen in einen guten Zustand versetzen zu
lassen. Diesmal wird es nicht ganz so gut wie beim ersten Mal, aber immerhin
besser, als wenn ich es selbst gemacht hätte. Dafür kostet es $10 mehr.
Merkwürdige Preispolitik.
Wir stellen den Troopie beim Bell Tower an
die Strandpromenade, dort dürfen wir 2 Stunden parken, und gehen in das
Zentrum. Es ist ziemlich voll, und eine gute Stimmung liegt über dem Ganzen.
Ganz allmählich kommen auch andere kurze Hosen in den Blick, ich komme mir
nicht mehr so sehr wie ein Exot vor. Elizabeth Quay ist noch nicht ganz fertig,
es stehen noch Container und diverse Bauzäune herum, aber der Beach hat heute
Abend bereits die erste "Adventsfeier" - auch wenn sie es hier nicht
so nennen. Advent spielt keine Rolle, wichtig ist nur das Geschäft, also das
Weihnachtsgeschäft. Aber es ist in den Schaufenstern und Geschäften noch
angenehm wenig Weihnachtsdekoration zu sehen. Beide Fußgängerpromenaden, Malls
sagen sie hier, haben an den Lampen Girladen und alte Bilder mit christlichen
Motiven. Irgendwie passt das nicht so richtig.
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| Und jetzt stelle man sich rechts und links Appartmenthäuser vor, doppelt so hoch wie Bell Tower... |
Über die 51 fahren wir bis Darlington und
über Dalry dann in Scott Crescent zu Elfriede und Wynne. Nach der Begrüßung
laden wir all unsere Sachen in das Gästezimmer im Haus, bosseln ein wenig
herum, immer wieder unterbrochen von Gesprächen. Brigitte macht den Kühlschrank
sauber und dann ist der Troopie fertig für die Übergabe. Auch die Schrammen auf
der Beifahrerseite von den Mulgas am Rand von Anne Beadell Highway und David
Carnegie Road sind fast wegpoliert und fallen nicht mehr auf. Schäden? Der
Außenspiegel (unseren Notbehelf habe ich weggemacht), ein Tick in der
Windschutzscheibe, der nicht weiterwandert und eine Lackabsplitterung an der
rechten Kante der Fronthaube. Keine Ahnung, wo die herkommt. Vielleicht war das
der gleiche Stein, der die Windschutzscheibe getroffen hat. Theresa kommt
vorbei, das is nett, da lernen wir sie gleich kennen. Sie liebt das Outback und
das Fahren über Stock und Stein, wir können uns gut (auf englisch) unterhalten.
Um unsere letzten Reste aufzubrauchen (das,
was wir nicht zu Marion mitnehmen können und nicht auf Bankia stehen lassen
wollten), koche ich für Brigitte und mich Pasta und Salsa zum Abendessen. Wynne
isst ein Brot, Elfriede nichts, weil sie, wie sie sagt, fast nie etwas zum
Abendessen zu sich nimmt.
Wir reden über unsere Reise, über ihre
Töchter, die Enkelkinder, Australien im Allgemeinen und Perth und Umgebung im
Besonderen, also eigentlich über alles, was sic so ergibt.
Es ist ein seltsames Gefühl, nicht in das
Zelt oder unter das Dach zu klettern, sondern in einem normalen Bett zu
schlafen. Lake Grace hat sich da irgendwie anders angefühlt.
Freitag, 2. Dezember 2016
Gegen halb neun machen wir uns auf den Weg
nach Bassendean. Der Great Eastern Hwy ist ziemlich voll, direkt nach Midland
löst sich aber alles auf. Meine Schätzung, dass es 18 km sind bis zur Übergabe,
bewahrheitet sich, nach 20.930 km - davon 11.942 auf Dirt - ist unsere
diesjährige Fahrt durch Australien beendet. Ab jetzt sind wir wieder auf andere
Fortbewegungsarten angewiesen wie Öffentlichem Verkehr, Mitfahrgelegenheiten,
Taxen. Es dauert ziemlich lange, denn wir reden lange mit Marion. Russell hat
gekündigt kurz nachdem Marion aus Europa zurück war. Die beiden konnten nicht
miteinander, Marion sagt, wenn er nicht seine Schlüssel auf den Schreibtisch
gelegt hätte und verschwunden wäre, hätte sie ihn entlassen. Es hatte auch
verschiedene Kundenbeschwerden gegeben, wir waren also nicht die Einzigen, die
mit der Behandlung durch ihn nicht zufrieden waren. Marion ist erstaunt, dass
wir mehr als 50% unserer Fahrleistung auf Gravelroads hinter uns gebracht
haben, ihr Erfahrungswert liegt bei 30%. Das war ja auch bisher bei uns so.
Marion bringt uns nach Bassendean, wo wir
in den Zug nach Perth Station umsteigen. Die Fahrkartenautomaten sind wirklich
einfach zu bedienen. Nur die Zoneneinteilung ist nicht ersichtlich. Man kann
aber das Ziel eingeben, dann geht alles von alleine. $1,90 für einen
Einzelfahrt als Rentner ist nicht zu teuer. Die Bahnen und die zugehörigen
Anlagen sind sauber, es gibt fast keine Graffiti.
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| Grasstree bei Elfriede und Wynne im Garten |
In Perth gehen wir hinunter zum Elizabeth
Quay. Er ist noch nicht ganz fertig, ein paar Container und Bauzäune stehen
noch herum, aber ich denke, dass die in den nächsten Tagen entfern werden. Dann
bleibt nur noch die Baustelle für die Towers Apartments, zwei Türme, rechts und
links von Bell Tower, diesen weit überragend. Wie kann die Stadt so etwas
genehmigen? Der ganze Blick auf den Swan River wird zugebaut, auch Bell Tower
wird nebensächlich. Schade. Im Moment ist da nur ein Bauzaun und ein paar
Container als Büros, der eigentliche Bau hat noch nicht begonnen.
Entlang des Swan River wandern wir bis zum
King's Park und wieder zurück und wie gestern durch den Fußgängerbereich von
Perth CBD bis zu Perth Station. Es ist Zeit, nach Darlington zurückzukehren.
Wynne pickt uns in Midland auf, dort ist die Endstation der Bahn, die
Busverbindung nach Darlington ist nicht sonderlich gut.
Heute kocht Elfriede ein warmes Abendessen,
denn sie war bei Christiane und Wynne alleine zu Haus. Das ist gut, denn dann
bekommen wir was Warmes. Dass ich gestern gekocht habe, war für Elfriede wohl
ein bisschen peinlich.
Wieder schließt sich ein netter
Gesprächskreis an, bis wir irgendwann müde sind und im Bett verschwinden.
Samstag, 3. Dezember 2016
Auch das schöne Bett und die im Zimmer
angenehme Temperatur verhindert nicht, dass ich etwa mit Sonnenaufgang
aufwache. Aber diesmal lasse ich mir Zeit.
Später fahren wir zu viert in den Forrest
national Park und machen einen Bushwalk zum einzigen Eisenbahntunnel Western
Australiens - zumindest bis 2007, als in Perth die Bahn verlegt wurde und einen
Tunnel bekam. Allerdings war dieser Tunnel schwierig, denn es gab anfangs keine
Entlüftung, so dass das Zugpersonal über Atemnot zu klagen hatte bei der
Durchfahrt in der einen, ansteigenden Richtung. Auch war der Tunnel ein wenig zu klein, weswegen die
Bahn schon nach 25 Jahren verlegt und um den Berg herumgeführt wurde. Auf dem
Rückweg sehen wir neben vielen Wildflowers auch Red Tailed Black Cockatoe, ich
versuch mich mal wieder darin, ein paar Fotos zu machen. Mal sehen, wie sich
das Ergebnis auf dem PC darstellt, wenn wir zurück sind in Deutschland.
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| Der Eisenbahntunnel im John Forrest National Park |
Zum Mittagessen kehren wir im Mahogany Inn
ein. Dort waren wir schon 2014 und es war gut. Elfriede und Wynne haben den Ort
ausgesucht, ich hatte vorher den Wunsch geäußert, sie einladen zu dürfen. Das
Essen ist immer noch sehr gut das Ambiente nett. Wir sitzen im hinteren Garten,
dort ist es windgeschützt und deshalb angenehm warm. Es hat heute nur 24 Grad,
und es ist teilweise bewölkt.
Zurück in Darlington machen wir es uns in
"unserem" Zimmer gemütlich und lesen bzw. schlafen (B), bevor wir
unsere Sachen zusammenpacken, jedenfalls so weit es geht. Jetzt haben wir nur
noch die vier Gepäckstücke wie zu Beginn. Es ist alles etwas enger geworden,
wahrscheinlich auch etwas schwerer, aber das wird kein Problem sein.
Ein netter Abend beschließt diesen letzten
vollen Tag in Australien.
Sonntag, 4. Dezember 2016
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| Vor Terminal 1 von Perth International Airport |
Nach dem Frühstück setzt langsam die
Nervosität ein. Es ist nichts mehr zu tun und nichts mehr zu sagen, da ist es
besser, vorzeitig zum Flugplatz zu fahren. Nach kurzer Verabschiedung vor dem Terminal machen wir uns auf den Weg ins Gebäude. Check In mit Gepäckabgabe -
wir haben insgesamt 45 kg, das ist doch mehr, als ich dachte -
Sicherheitskontrolle, und wieder warten, aber jetzt ohne irgendwelchen Druck
direkt vor dem Gate.
Die Maschine, eine Boeing 737-800, sieht
von oben schon recht klein aus. Aber obwohl sie nicht ganz voll ist, sind doch
eine ganze Menge Leute an Bord, viele Kinder aller Altersstufen. Wir haben
unsere Plätze an der Auenseite, Brigitte 9A, ich 9C, das ist ungeschickt, denn
da habe wir zwar den Nachteil, nicht am Gang zu sitzen und somit nicht
aufstehen zu können ohne zu fragen, aber keinen Vorteil, denn genau in dieser
Reihe ist auf der Backbordseite kein Fenster.
Das Mittagessen, ich entscheide mich für
das vegetarische Menu, ein indisches Gericht, ist sehr gut, es gibt auch
verschiedene alkoholische Getränke dazu und sogar ein zweiter Drink ist drin.
Erstaunlich. Nach dem neuen Ice Age Film, den ich enttäuschend finde, weil er
nichts Neues aufzuweisen hat, widme ich mich dem am Gate heruntergeladenen Zeitungen
SZ und MM, jeweils die Sonntagsausgaben. So sind wir blitzschnell im Anflug auf
Singapur.
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| Abend in Singapur am Singapore River |
Immigration ist sehr schnell hier in
Singapur, das ist gut. Am längsten dauet es dann, das retliche australische
Geld in Singapore $ zu wechseln und eine SIM-Karte zu erstehen. Kein Problem
diesmal mit den Taxen, im Endeffekt sind wir sehr schnell und für 30,20 S$ im
Hotel.
So treffen wir uns schon eine Stunde früher
als geplant mit Jürgen. Zum Abendessen im Baland gehen wir zu Fuß am Fluss
entlang. Es ist angenehm warm und nicht übermäßig voll.
Bis wir wieder in unserem Zimmer im
zwölften Stock sind, ist es für unsere Verhältnisse sehr spät, nämlich schon
nach 23.00 Uhr.
Montag, 5. Dezember 2016
Der Blick aus dem Fenster des Hotelzimmer
ist wirklich ein Bayview: Im Vordergrund der Fluss, dann Downtown und dahinter
Marina by the Bay. Sehr schön, auch wenn die Sonne, die auch in dieser Richtung
steht, nicht zu sehen ist wegen dicker Wolken im Osten.
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| Blick aus dem Hotelzimmer: River- und Bayview |
Nach dem reichhaltigen Frühstück fahren wir
mit dem Bus nach Little India. Eigentlich hatten wir Chinatown im Sinn, haben
dann aber auf dem Weg umgeplant. Wir bummeln vorbei an den vielen bunten
Häusern und den unzähligen kleinen Shops durch relativ dichten Personenverkehr.
Kaum bleiben wir irgendwo stehen, um etwas genauer anzusehen, werden wir
angesprochen. Aber noch geht alles einfach. Wir kaufen Kleinkram: Einen
Selfiestick, wenn er nichts taugt, ist das kein Beinbruch, denn 2,50 S$
(umgerechnet etwa 1,80 €) sind wirklich nicht die Welt, eine Haarspange, eine
Tunika. Außerdem kaufe ich ein Ladegerät für den Laptop. Ich hab' ja nur das
Autoladegerät dabei, aber die Batterie des Laptop geht schon nach etwa einer
Stunde in die Knie, das reicht nicht.
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| Singapore Sling in der Long Bar des Raffles |
Im Anschluss gehen wir zu Raffles und dort in die Long Bar. Ein Singapore Slim in der Long Bar des Raffles ist einfch ein Muss, wenn man in Singapur ist und genug Zeit hat. Noch immer stehen die Säckchen mit den Erdnüssen auf den Tischen und die Schalen liegen darunter.
Kaum sind wir zurück im Hotel, ruft Jürgen
an: Er hat heute doch keinen Termin mehr und würde sich freuen, wenn wir uns
sehen können. Das ist schön.
Wir treffen uns in Little India am Tekka
Ctr und gehen von dort zu einem indischen vegetarischen Restaurant. Das
Publikum ist fast ausschließlich (alle außer uns) indisch oder zumindest
asiatisch, das ist eigentlich positiv. Denn wenn die Einheimischen hingehen,
kann es nicht schlecht sein, nicht bei dieser Auswahl hier.
Zum "Absacker" geht es zurück an
den Fluss, etwa dort, wo wir auch gestern Abend waren, also in der Nähe von
Riverside, finden wir ein Lokal, in dem wir einen Platz im freien zum trinken
bekommen. Die Getränkepreise hier sind noch deutlich höher als in Australien:
Ein Jug Bier, das sind etwa 1,1 l, kostet 25 S$, und das ist schon der
"Happy Hour" Preis. Ein Jug mit Margarita kostet ebensoviel.
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| und Prost.. Hutong am Clarke Quay |
Dann beginnt es zu regnen, gerade, als wir
uns auf en Weg machen wollen. Also warten wir erst mal ab, aber es will nicht
besser werden. In einem Moment nachlassenden Regens starten wir zum Hotel, aber
kaum sind wir unterwegs, wird der Niederschlag stärker und sogar so stark, dass
wir uns trotz Schirm unterstellen müssen. Zum Glück bleibt es nicht lange bei
dem starken Regen und wir können weiter. Zwar ist die Oberbekleidung nass, als
wir im Hotel sind, aber angesichts der Außentemperaturen von noch immer 29° C
ist das nicht so schlimm. Und im Zimmer, wo es deutlich kühler ist, können wir
uns der feuchten Sachen entledigen
Dienstag, 6. Dezember 2016
Nikolaustag - aber davon ist hier nun
wirklich gar nichts zu spüren. Nikolaus oder Santa Claus ist im außerdeutschen
Raum nicht oder zumindest nicht sehr bekannt. Dafür gibt es den Weihnachtsmann,
der bei uns ja erst mit Coca Cola eingezogen ist.
Heute steht Chinatown auf dem Programm. Wir
gehen zu Fuß hin, das geht vermutlich schneller als mit dem öffentlichen
Transport, denn es gibt keine direkte Verbindung. Auch hier gibt es viele bunte
Häuser, maximal dreistöckig, in deren Untergeschoß kleine Läden sind. Chinatown
ist den Chinesen als Siedlungsland zugewiesen worden, als Raffles erkannt hat,
dass de Chinesen einen eigenen Bereich brauchen. In Chinatown allerdings sind
die Wasserstellen, aus denen Singapore damals versorgt wurde. Die Chinesen
brachten fortan das Wasser mit Ochsenkarren in die junge Ansiedlung, ohne
allerdings das Wasserrecht zu bekommen. Die kleinen Häuser stehen unter Schutz,
aber die meisten Einwohner sind in den modernen Wohnblocks in der Umgebung
untergebracht.
Lange Zeit halten wir uns im buddhistischen
Tempel in der Sago Street auf, schauen eine Zeremonie unten im Erdgeschoss an,
besuchen das Buddha-Museum, den Garten auf dem Dach und natürlich den Schrein mit
dem Wichtigsten, was sie hier haben: Einem Zahn des Buddha.
Dann fahren wir mit der U-Bahn zur Station
Promenade, um von dort zu Fuß zum Garden by the Bay mit den großen künstlichen
Bäumen zu gehen. Als wir endlich dort angekommen sind nach einer Vielzahl
wunderbarer Ausblicke auf die Skyline von Singapore ist der Bereich um die
Super Trees gesperrt: Weihnachtmarkt.
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| Schon kommt er zum Einsatz: Unser Selfiestick.Im Hintergrund drei der Super Trees. |
Er beginnt in etwa 30 Minuten, kostet
aber Eintritt. Also gehen wir durch Marina by the Bay hindurch zum Bayfront und nehmen dort eine U-Bahn zurück nach
Chinatown. Das letzte Wegstück zurück
zum Hotel fällt schwer, wir sind beide ziemlich ausgepowert nach dem vielen
Gehen in der Wärme. Den Bus von der Station zum Hotel hatten wir knapp
verpasst.
Malsehen, ob Jürgen es auch heute schafft zu einem gemeinsamen Abendessen.