Freitag, 9. Dezember 2016

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Dienstag, 6. Dezember 2016

Abends treffen wir uns mit Jürgen, der wider Erwarten doch Zeit hat, bei einem Thai zum Abendessen. Wir fahren mit dem Taxi hin, weil das Restaurant für den Bus zu nahe aber angesichts unsres heutigen Gehumfanges zu weit weg liegt vom Hotel. Deshalb sind wir auch früher da als vereinbart. Jürgen kommt direkt von der SAP und wirkt ziemlich gestresst, im Verlauf des Abends muss er mehrfach telefonieren, u.a. steht eine Telefonkonferenz an. Immerhin bleibt für uns genug Zeit. Er geht nachher mit uns zurück zum Copthorne und verabschiedet sich in der Hotelhalle von uns. Beim nächsten Mal wird hoffentlich Ploy auch da sein.

Am Singapore River


Mittwoch, 7. Dezember 2016

Das war's dann schon. Wir genießen wieder das außergewöhnliche Frühstück im Hotel. Asiatische Spezialitäten und europäisches Brot, britische Würstchen und amerikanische Pancakes, Eier in den verschiedensten Varianten und Obst, Marmeladen und Jams - es ist alles da, was das Herz begehrt. Und wenn doch etwas fehlt, gibt es Ersatz. Alles ist gut und ganz frisch.
Zurück im Zimmer packen wir unsere Sachen zusammen. Dann suche ich nach der Nummer der Rezeption, aber es gibt kein Telefonverzeichnis im Zimmer, kein externes, das wäre zu viel verlangt, aber auch kein internes, was ich erwartet hätte. Nun, die "0" tut es, wir erreichen die Rezeption und bitte um jemanden, der unser Gepäck abholt. Alleine schaffe ich das nur in Etappen, da der Fotorucksack zum Paket geschnürt ist. Viel ist hier in Singapore nicht dazu gekommen, aber auch 45 Kilogramm sind zu viel für mich. Da sind meine Grenzen bereits erreicht.
Zum Glück stellt sich die Frage nicht, ein Taxi zurückweisen zu müssen, es ist keine schwarze Limousine "am Start". Letztlich kostet die Fahrt zum Flughafen nur 21 S$, das ist der bisher niedrigste Preis, den ich hier bezahlen musste. Changi Airport ist relativ leer, wir müssen nicht mal warten, bevor wir einchecken dürfen.
Die Wartezeit bis zum Abflug verbringen wir in der SKL, der Silver Kris Lounge. Bei der Speisen- und Getränkeauswahl bleiben kaum Wünsche offen, auch wenn wir nach dem opulenten Frühstück und in Erwartung der zwei Mahlzeiten auf dem Flug nur eine Kleinigkeit zu uns nehmen. Schon ist es Zeit zum Gate zu gehen. Hier in Singapore ist der Security Check erst am Gate, deshalb müssen wir etwas eher dort sein. Aber dann geht es doch viel schneller als irgendwo sonst. Nur die Stimmgabel in meinem Jackett fällt auf, so etwas hatten die beiden bei ihren Kontrollen noch nicht gesehen.
Kurz vor dem Abflug von Changi


Der Flug ist äußerst angenehm, allerdings gibt es die eine oder andere Turbulenz. Zum Essen nehme ich beide Male das asiatische Gericht, beide sind erstaunlich gut. Wider Erwarten komme ich mit den schwarzen Stäbchen gut zurecht, besser zumindest als gestern Abend beim Steamboat. Auch Reis und Glasnudeln kann ich mit Stäbchen essen.
Etwas früher als geplant landen wir in Frankfurt, 50 Minuten später sitzen wir in unserem Shuttle nach Neckarhausen. Pick Up war in der Abflughalle, deshalb mussten wir unser Gepäck die Rolltreppe hochschaffen. Davor hatte ich Angst, aber dann klappte es doch erstaunlich gut mit dem Gepäckwagen auf der Rolltreppe.

In Neckarhausen ist es frostig und es wird nicht viel wärmer, als wir ins Haus kommen: Seit einer Woche ist die Heizung ausgefallen und die Techniker haben bisher noch keine Lösung. Das ist kein guter Start in der Heimat. Ansonsten sieht alles gut aus, Michael hat sich wunderbar um alles gekümmert.

Dienstag, 6. Dezember 2016

Die letzten Tage in Australien und Weiterreise nach Singapore



Sonntag, 27. November 2016

Das Abendessen bereiten wir hinter dem Troopie zu und essen es vor der Türe, noch in der letzten Sonne. Das Wasser zum Spülen hole ich aus der Dusche. Später sitzen wir in unserem Zimmer und spielen Skibbo. Der Wind hat deutlich aufgefrischt und es hat kräftig abgekühlt, seit die Sonne untergegangen ist.

Montag, 28. November 2016

Obwohl wir es langsam angehen lassen, sind wir schon fix und fertig, als Ollie und, ein wenig später, Lucy eintreffen. Ich habe zugesagt, ein paar Fotos von den Zimmern zu machen für ihre Homepage. Es fällt schwer, uns zu verabschieden und wirklich loszufahren. Die beiden sind wirklich sehr (gast-)freundlich. Wir sind bereits zum nächsten Besuch eingeladen. Ob es dazu kommen wird?
Dort, wo wir gestern nach rechts zum Jam Patch abgebogen sind, fahren wir heute nach links auf den Tin Horse Hwy. In Kulin, dem nächsten Ort, gibt es einmal im Jahr ein Pferderennen, das Bushrace. Irgendwann hat jemand angefangen, deswegen ein Pferd aus alten Drums, Dosen und Döschen zu basteln. Daraus wurde eine Art Sport, die Pferde stehen entlang der Straße von LG nach Kulin und weiter nach Corrigin. Irgendwann setzte sich deshalb der Name Tin Horse Hwy für diesen Straßenabschnitt durch, heute ist es offiziell. Die Pferde halten uns lange auf, denn immer wieder sehen wir eines, das doch wieder zum Anhalten, Schauen und Fotografieren verlockt. In Corrigin ist aber Schluss. Dort gibt es "nur" einen Hundefriedhof! Aber an dem fahren wir vorbei.
Auch ein totes Pferd gehört zu den Figuren - auch wenn es als Hirsch getarnt daherkommt.
In Brookton kreuzt gerade ein Getreidezug die Straße, wir warten und warten. Mal bleibt der Zug stehen, dann geht es doch weiter. Die beiden schiebenden Lokomotiven sind kaum vorbei, dann dürfen - nein, müssen - wir weiter fahren. Durch wunderschönen Malleewald durchsetzt mit Banksia und Grasstrees geht es weiter nach Westen, immer weiter, bis es fast nicht mehr weiter geht, denn wir sind in Fremantle angekommen und auf dem Fremantle Village Caravan Park. "All our sites are powered." Na, wenn es denn sein muss. Die Camp Kitchen ist erstklassig, ich werde heute wohl dort kochen müssen, das erledigt auch die Frage, wie ich mit dem Wind umgehen soll. Denn, wie zu befürchten war, es bläst wieder. Nicht tragisch, jedenfalls noch nicht. Von hier aus gibt es Public Transfer in die Stadt, also kann der Troopie morgen stehen bleiben.  Die Zeit der langen Touren ist jedenfalls zu Ende, heute, am 101ten Tag 2016 auf einem Landcruiser waren es erneut 351 km, was unseren Schnitt nochmals angehoben hat. Aber jetzt wird er sinken.
Unser Standplatz ist auf 32°4'53"S, 115°45'40"O.
Nach Sonnenuntergang, den wir in der Camp Kitchen erleben, übernimmt der kalte Wind das Regiment, nach kurzer Zeit sind wir die einzigen, die - mangels Alternative - noch im Freien zu sehen sind. So sind wir auch ziemlich früh im Zelt, die Zusatzschlafsäcke kommen wieder zum Einsatz.

Dienstag, 29. November 2016

Beim Aufstehen zeigt das iPhone für hier eine Temperatur von 12° C an, nicht schlecht für Anfang Sommer hier. Die meisten Leute stimmen zu, dass es zu kühl ist für die Jahreszeit. Aber der Wind kommt anhaltend von der See, was soll man also machen? Dieser Wind ist der Fremantle Doctor, weil er normalerweise Erleichterung bringt nach dem heißen Wüstenwind voller Fliegen.
Brigitte hat wieder eine allergische Reaktion, deshalb suchen wir ein Medical Centre auf. Das an der Hampton Road in der Nähe des Caravan Parks hat noch geschlossen, deshalb fahren wir nach Freo rein. Während Brigitte dort wartet, versuche ich herauszubekommen, wann ein Bus zurückfährt zum CP. Das ist nicht so einfach, weil die Haltestellen im inneren Bereich nicht angezeigt werden. Immerhin weiß ich, wann die Busse an Fremantle Station abfahren.
Tim und Stuppi besuchen die "Little Creatures" in Freo
Der Stadtbummel führt uns nicht aus dem Zentrum heraus, aber dort gehen wir fast alles ab. Round Househt heute geöffnet und bietet einen guten Einblick in das Leben der Gefangenen. Die Zellen waren nicht sehr groß, die Verpflegung nicht gerade üppig, die Strafen hart. Bei guter Führung gab es sonntags 1/2 Pfund Salzfleisch zusätzlich zu dem vorgesehenen Pfund Brot (für den ganzen Tag). Durch Arbeit konnten die Gefangenen die tägliche Brotration um 1/2 Pfund Salzfleisch aufstocken, weshalb die Arbeiten wie Brunnen bauen, Tunnel durch das Cliff hauen,… "freiwillig" übernommen wurden.
Bei Oz Souvenirs gibt es tatsächlich in Australien gefertigte Kuscheltiere, Koala, Kängugru und Wombat, sonst kommt all dies ja aus China (für weniger als den halben Preis). Ein gefüttertes Drizzabone Jackett hat es mir angetan, aber das passt nicht in unser Reisegepäck (und 450 AUD sind noch dazu ein stolzer Preis).
Bobi kommt mit Verspätung zu unserem Treffen, weil das Bowling Match länger gedauert hat als gedacht. Es wird ein netter Nachmittag. Irgendwann trifft auch Gerry ein. Ich habe Probleme, ihn zu verstehen wegen seines harten schottischen Akzents. Bobi meint später, dass auch sie manchmal nachfragen und Australiern gegenüber schon mal übersetzen muss. Gegen Ende habe ich ihn dann doch etwas besser verstanden.
Bobi bringt uns zurück zum Fremantle Village, das liegt für sie fast am Weg. Der tagsüber sehr stramme Südwester hat gegen Abend etwas nachgelassen, das ist gut, dann schaukelt unser Zelt nicht so sehr.

Mittwoch, 30. November 2016

Als wir nach dem Frühstück aus der Camp Kitchen kommen, ist es in der Sonne schon angenehm warm. Da wir ohnehin auf die Öffnungziten des Office angewiesen sind - wir müssen die Schlüssel und die Boom Gate Card abgeben und unser Deposit wieder einsammeln - lassen wir uns Zeit mitdem zusammenpacken. Wie das so ist: Wenn wir viel Zeit haben, geht alles ziemlich flott, wenn wir uter Druck sind, dauert (scheinbar) alles viel länger. Bobi übernimmt das Wetsuit, deshalb fahren wir noch bei ihr vorbei.
Sie ist in ihrem Garten, den wir dann auch ausreichend genießen und bewundern. Allerdings ist sie, Bobi, ein wenig in Eile, denn das Bowling ruft. Sie hat heute ein weiteres Spiel, und im Team darf niemand fehlen.
Über die 12 und die 5 fahren wir zu King's Park in Perth und besuchen den Botanic Grden. Richtig gut gemacht, nach einzelnen Regionen WA's aufgeteilt mit den entsprechenden Pflanzen. Die Pflanzen sind auch alle ausgeschildert, so ist es einfach zu lernen, was wir eigentlich gesehen haben in denletzten Wochen. Wobei die Eukalypten zu unterscheiden ist teilweise schon ziemlich schwierig, noch schwieriger ist es bei Grevilleas und Hakeas. Ich bin froh, wenn ich sie als Gattung erkenne.
Die Doppelhelix des DNA Towers in King's Park
Kurz nachdem wir uns auf Banksia Caravan Park niedergelassen haben (31°55'49"S 116°1'17"O), wir eine Waschmaschine in Gang gesetzt haben und ich anfange, das Auto auszuräumen, um es zu reinigen, gehen die Sprenkler an. Die Mädels haben vergessen, dass jemand auf der Camping Area steht. Sie entschuldigen sich natürlich, aber das nützt uns nicht so sehr viel. Bis die Sprenkler wieder aus sind, ist unsere auf der Wiese verteilte Habe ziemlich nass.
Drei Stunden später ist dann doch alles wieder im Auto und der Troopie im Innern abgabebereit, denke ich zumindest. Klar, mehr ist (fast) immer möglich.
Zum Kochen und Essen gehen wir in die Camp Kitchen. Wir sind noch nicht ganz fertig mit dem Essen, da kommen Terry und Christine. Es wird ein netter Abend. Reichlich Gesprächsstoff bieten die verschiedenen Reisen und unsere unterschiedlichen Ansichten über die Aboriginals. Weil Terry morgen wieder arbeiten muss, verlassen sie uns gegen acht. Bis wir gespült und alles weggeräumt haben, ist es Zeit, nach oben zu gehen, vor allem, da die Temperatur nicht zum längeren Verweilen im Freien einlädt.

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Die letzte Nacht auf dem Troopie ist vorüber, mit jeweils zwei Schlafsäcken war es angenehm. Am Morgen steht in unseren Campingstühlen das Wasser. Auch wenn hier eine hohe Luftfeuchtigkeit ist (die Persenning ist mit Tautropfen benetzt), das kann nicht Tau sein…
Kein guter Morgen, es ist mit 15° nicht kalt, aber unangenehm, unsere Stühle sind nicht benutzbar und die Camp Kitchen hat noch geschlossen. Letztlich arrangieren wir uns mit den Umständen - was bleibt uns anders übrig - und sind spät, nämlich erst nach halb neun, auf dem Weg nach Midland, um das Auto auch außen in einen guten Zustand versetzen zu lassen. Diesmal wird es nicht ganz so gut wie beim ersten Mal, aber immerhin besser, als wenn ich es selbst gemacht hätte. Dafür kostet es $10 mehr. Merkwürdige Preispolitik.
Wir stellen den Troopie beim Bell Tower an die Strandpromenade, dort dürfen wir 2 Stunden parken, und gehen in das Zentrum. Es ist ziemlich voll, und eine gute Stimmung liegt über dem Ganzen. Ganz allmählich kommen auch andere kurze Hosen in den Blick, ich komme mir nicht mehr so sehr wie ein Exot vor. Elizabeth Quay ist noch nicht ganz fertig, es stehen noch Container und diverse Bauzäune herum, aber der Beach hat heute Abend bereits die erste "Adventsfeier" - auch wenn sie es hier nicht so nennen. Advent spielt keine Rolle, wichtig ist nur das Geschäft, also das Weihnachtsgeschäft. Aber es ist in den Schaufenstern und Geschäften noch angenehm wenig Weihnachtsdekoration zu sehen. Beide Fußgängerpromenaden, Malls sagen sie hier, haben an den Lampen Girladen und alte Bilder mit christlichen Motiven. Irgendwie passt das nicht so richtig.
Und jetzt stelle man sich rechts und links Appartmenthäuser vor, doppelt so hoch wie Bell Tower...
Über die 51 fahren wir bis Darlington und über Dalry dann in Scott Crescent zu Elfriede und Wynne. Nach der Begrüßung laden wir all unsere Sachen in das Gästezimmer im Haus, bosseln ein wenig herum, immer wieder unterbrochen von Gesprächen. Brigitte macht den Kühlschrank sauber und dann ist der Troopie fertig für die Übergabe. Auch die Schrammen auf der Beifahrerseite von den Mulgas am Rand von Anne Beadell Highway und David Carnegie Road sind fast wegpoliert und fallen nicht mehr auf. Schäden? Der Außenspiegel (unseren Notbehelf habe ich weggemacht), ein Tick in der Windschutzscheibe, der nicht weiterwandert und eine Lackabsplitterung an der rechten Kante der Fronthaube. Keine Ahnung, wo die herkommt. Vielleicht war das der gleiche Stein, der die Windschutzscheibe getroffen hat. Theresa kommt vorbei, das is nett, da lernen wir sie gleich kennen. Sie liebt das Outback und das Fahren über Stock und Stein, wir können uns gut (auf englisch) unterhalten.
Um unsere letzten Reste aufzubrauchen (das, was wir nicht zu Marion mitnehmen können und nicht auf Bankia stehen lassen wollten), koche ich für Brigitte und mich Pasta und Salsa zum Abendessen. Wynne isst ein Brot, Elfriede nichts, weil sie, wie sie sagt, fast nie etwas zum Abendessen zu sich nimmt.
Wir reden über unsere Reise, über ihre Töchter, die Enkelkinder, Australien im Allgemeinen und Perth und Umgebung im Besonderen, also eigentlich über alles, was sic so ergibt.
Es ist ein seltsames Gefühl, nicht in das Zelt oder unter das Dach zu klettern, sondern in einem normalen Bett zu schlafen. Lake Grace hat sich da irgendwie anders angefühlt.

Freitag, 2. Dezember 2016

Gegen halb neun machen wir uns auf den Weg nach Bassendean. Der Great Eastern Hwy ist ziemlich voll, direkt nach Midland löst sich aber alles auf. Meine Schätzung, dass es 18 km sind bis zur Übergabe, bewahrheitet sich, nach 20.930 km - davon 11.942 auf Dirt - ist unsere diesjährige Fahrt durch Australien beendet. Ab jetzt sind wir wieder auf andere Fortbewegungsarten angewiesen wie Öffentlichem Verkehr, Mitfahrgelegenheiten, Taxen. Es dauert ziemlich lange, denn wir reden lange mit Marion. Russell hat gekündigt kurz nachdem Marion aus Europa zurück war. Die beiden konnten nicht miteinander, Marion sagt, wenn er nicht seine Schlüssel auf den Schreibtisch gelegt hätte und verschwunden wäre, hätte sie ihn entlassen. Es hatte auch verschiedene Kundenbeschwerden gegeben, wir waren also nicht die Einzigen, die mit der Behandlung durch ihn nicht zufrieden waren. Marion ist erstaunt, dass wir mehr als 50% unserer Fahrleistung auf Gravelroads hinter uns gebracht haben, ihr Erfahrungswert liegt bei 30%. Das war ja auch bisher bei uns so.
Marion bringt uns nach Bassendean, wo wir in den Zug nach Perth Station umsteigen. Die Fahrkartenautomaten sind wirklich einfach zu bedienen. Nur die Zoneneinteilung ist nicht ersichtlich. Man kann aber das Ziel eingeben, dann geht alles von alleine. $1,90 für einen Einzelfahrt als Rentner ist nicht zu teuer. Die Bahnen und die zugehörigen Anlagen sind sauber, es gibt fast keine Graffiti.
Grasstree bei Elfriede und Wynne im Garten
In Perth gehen wir hinunter zum Elizabeth Quay. Er ist noch nicht ganz fertig, ein paar Container und Bauzäune stehen noch herum, aber ich denke, dass die in den nächsten Tagen entfern werden. Dann bleibt nur noch die Baustelle für die Towers Apartments, zwei Türme, rechts und links von Bell Tower, diesen weit überragend. Wie kann die Stadt so etwas genehmigen? Der ganze Blick auf den Swan River wird zugebaut, auch Bell Tower wird nebensächlich. Schade. Im Moment ist da nur ein Bauzaun und ein paar Container als Büros, der eigentliche Bau hat noch nicht begonnen.
Entlang des Swan River wandern wir bis zum King's Park und wieder zurück und wie gestern durch den Fußgängerbereich von Perth CBD bis zu Perth Station. Es ist Zeit, nach Darlington zurückzukehren. Wynne pickt uns in Midland auf, dort ist die Endstation der Bahn, die Busverbindung nach Darlington ist nicht sonderlich gut.
Heute kocht Elfriede ein warmes Abendessen, denn sie war bei Christiane und Wynne alleine zu Haus. Das ist gut, denn dann bekommen wir was Warmes. Dass ich gestern gekocht habe, war für Elfriede wohl ein bisschen peinlich.
Wieder schließt sich ein netter Gesprächskreis an, bis wir irgendwann müde sind und im Bett verschwinden.

Samstag, 3. Dezember 2016

Auch das schöne Bett und die im Zimmer angenehme Temperatur verhindert nicht, dass ich etwa mit Sonnenaufgang aufwache. Aber diesmal lasse ich mir Zeit.
Später fahren wir zu viert in den Forrest national Park und machen einen Bushwalk zum einzigen Eisenbahntunnel Western Australiens - zumindest bis 2007, als in Perth die Bahn verlegt wurde und einen Tunnel bekam. Allerdings war dieser Tunnel schwierig, denn es gab anfangs keine Entlüftung, so dass das Zugpersonal über Atemnot zu klagen hatte bei der Durchfahrt in der einen, ansteigenden Richtung. Auch war  der Tunnel ein wenig zu klein, weswegen die Bahn schon nach 25 Jahren verlegt und um den Berg herumgeführt wurde. Auf dem Rückweg sehen wir neben vielen Wildflowers auch Red Tailed Black Cockatoe, ich versuch mich mal wieder darin, ein paar Fotos zu machen. Mal sehen, wie sich das Ergebnis auf dem PC darstellt, wenn wir zurück sind in Deutschland.
Der Eisenbahntunnel im John Forrest National Park
Zum Mittagessen kehren wir im Mahogany Inn ein. Dort waren wir schon 2014 und es war gut. Elfriede und Wynne haben den Ort ausgesucht, ich hatte vorher den Wunsch geäußert, sie einladen zu dürfen. Das Essen ist immer noch sehr gut das Ambiente nett. Wir sitzen im hinteren Garten, dort ist es windgeschützt und deshalb angenehm warm. Es hat heute nur 24 Grad, und es ist teilweise bewölkt.
Zurück in Darlington machen wir es uns in "unserem" Zimmer gemütlich und lesen bzw. schlafen (B), bevor wir unsere Sachen zusammenpacken, jedenfalls so weit es geht. Jetzt haben wir nur noch die vier Gepäckstücke wie zu Beginn. Es ist alles etwas enger geworden, wahrscheinlich auch etwas schwerer, aber das wird kein Problem sein.
Ein netter Abend beschließt diesen letzten vollen Tag in Australien.

Sonntag, 4. Dezember 2016

Vor Terminal 1 von Perth International Airport
Nach dem Frühstück setzt langsam die Nervosität ein. Es ist nichts mehr zu tun und nichts mehr zu sagen, da ist es besser, vorzeitig zum Flugplatz zu fahren. Nach kurzer Verabschiedung vor dem Terminal machen wir uns auf den Weg ins Gebäude. Check In mit Gepäckabgabe - wir haben insgesamt 45 kg, das ist doch mehr, als ich dachte - Sicherheitskontrolle, und wieder warten, aber jetzt ohne irgendwelchen Druck direkt vor dem Gate.
Die Maschine, eine Boeing 737-800, sieht von oben schon recht klein aus. Aber obwohl sie nicht ganz voll ist, sind doch eine ganze Menge Leute an Bord, viele Kinder aller Altersstufen. Wir haben unsere Plätze an der Auenseite, Brigitte 9A, ich 9C, das ist ungeschickt, denn da habe wir zwar den Nachteil, nicht am Gang zu sitzen und somit nicht aufstehen zu können ohne zu fragen, aber keinen Vorteil, denn genau in dieser Reihe ist auf der Backbordseite kein Fenster.
Das Mittagessen, ich entscheide mich für das vegetarische Menu, ein indisches Gericht, ist sehr gut, es gibt auch verschiedene alkoholische Getränke dazu und sogar ein zweiter Drink ist drin. Erstaunlich. Nach dem neuen Ice Age Film, den ich enttäuschend finde, weil er nichts Neues aufzuweisen hat, widme ich mich dem am Gate heruntergeladenen Zeitungen SZ und MM, jeweils die Sonntagsausgaben. So sind wir blitzschnell im Anflug auf Singapur.
Abend in Singapur am Singapore River
Immigration ist sehr schnell hier in Singapur, das ist gut. Am längsten dauet es dann, das retliche australische Geld in Singapore $ zu wechseln und eine SIM-Karte zu erstehen. Kein Problem diesmal mit den Taxen, im Endeffekt sind wir sehr schnell und für 30,20 S$ im Hotel.
So treffen wir uns schon eine Stunde früher als geplant mit Jürgen. Zum Abendessen im Baland gehen wir zu Fuß am Fluss entlang. Es ist angenehm warm und nicht übermäßig voll.
Bis wir wieder in unserem Zimmer im zwölften Stock sind, ist es für unsere Verhältnisse sehr spät, nämlich schon nach 23.00 Uhr.

Montag, 5. Dezember 2016

Der Blick aus dem Fenster des Hotelzimmer ist wirklich ein Bayview: Im Vordergrund der Fluss, dann Downtown und dahinter Marina by the Bay. Sehr schön, auch wenn die Sonne, die auch in dieser Richtung steht, nicht zu sehen ist wegen dicker Wolken im Osten.
Blick aus dem Hotelzimmer: River- und Bayview
Nach dem reichhaltigen Frühstück fahren wir mit dem Bus nach Little India. Eigentlich hatten wir Chinatown im Sinn, haben dann aber auf dem Weg umgeplant. Wir bummeln vorbei an den vielen bunten Häusern und den unzähligen kleinen Shops durch relativ dichten Personenverkehr. Kaum bleiben wir irgendwo stehen, um etwas genauer anzusehen, werden wir angesprochen. Aber noch geht alles einfach. Wir kaufen Kleinkram: Einen Selfiestick, wenn er nichts taugt, ist das kein Beinbruch, denn 2,50 S$ (umgerechnet etwa 1,80 €) sind wirklich nicht die Welt, eine Haarspange, eine Tunika. Außerdem kaufe ich ein Ladegerät für den Laptop. Ich hab' ja nur das Autoladegerät dabei, aber die Batterie des Laptop geht schon nach etwa einer Stunde in die Knie, das reicht nicht.
Singapore Sling in der Long Bar des Raffles
Im Anschluss gehen wir zu Raffles und dort in die Long Bar. Ein Singapore Slim in der Long Bar des Raffles ist einfch ein Muss, wenn man in Singapur ist und genug Zeit hat. Noch immer stehen die Säckchen mit den Erdnüssen auf den Tischen und die Schalen liegen darunter.
Kaum sind wir zurück im Hotel, ruft Jürgen an: Er hat heute doch keinen Termin mehr und würde sich freuen, wenn wir uns sehen können. Das ist schön.
Wir treffen uns in Little India am Tekka Ctr und gehen von dort zu einem indischen vegetarischen Restaurant. Das Publikum ist fast ausschließlich (alle außer uns) indisch oder zumindest asiatisch, das ist eigentlich positiv. Denn wenn die Einheimischen hingehen, kann es nicht schlecht sein, nicht bei dieser Auswahl hier.
Zum "Absacker" geht es zurück an den Fluss, etwa dort, wo wir auch gestern Abend waren, also in der Nähe von Riverside, finden wir ein Lokal, in dem wir einen Platz im freien zum trinken bekommen. Die Getränkepreise hier sind noch deutlich höher als in Australien: Ein Jug Bier, das sind etwa 1,1 l, kostet 25 S$, und das ist schon der "Happy Hour" Preis. Ein Jug mit Margarita kostet ebensoviel.
und Prost.. Hutong am Clarke Quay
Dann beginnt es zu regnen, gerade, als wir uns auf en Weg machen wollen. Also warten wir erst mal ab, aber es will nicht besser werden. In einem Moment nachlassenden Regens starten wir zum Hotel, aber kaum sind wir unterwegs, wird der Niederschlag stärker und sogar so stark, dass wir uns trotz Schirm unterstellen müssen. Zum Glück bleibt es nicht lange bei dem starken Regen und wir können weiter. Zwar ist die Oberbekleidung nass, als wir im Hotel sind, aber angesichts der Außentemperaturen von noch immer 29° C ist das nicht so schlimm. Und im Zimmer, wo es deutlich kühler ist, können wir uns der feuchten Sachen entledigen

Dienstag, 6. Dezember 2016

Nikolaustag - aber davon ist hier nun wirklich gar nichts zu spüren. Nikolaus oder Santa Claus ist im außerdeutschen Raum nicht oder zumindest nicht sehr bekannt. Dafür gibt es den Weihnachtsmann, der bei uns ja erst mit Coca Cola eingezogen ist.
Heute steht Chinatown auf dem Programm. Wir gehen zu Fuß hin, das geht vermutlich schneller als mit dem öffentlichen Transport, denn es gibt keine direkte Verbindung. Auch hier gibt es viele bunte Häuser, maximal dreistöckig, in deren Untergeschoß kleine Läden sind. Chinatown ist den Chinesen als Siedlungsland zugewiesen worden, als Raffles erkannt hat, dass de Chinesen einen eigenen Bereich brauchen. In Chinatown allerdings sind die Wasserstellen, aus denen Singapore damals versorgt wurde. Die Chinesen brachten fortan das Wasser mit Ochsenkarren in die junge Ansiedlung, ohne allerdings das Wasserrecht zu bekommen. Die kleinen Häuser stehen unter Schutz, aber die meisten Einwohner sind in den modernen Wohnblocks in der Umgebung untergebracht.
Lange Zeit halten wir uns im buddhistischen Tempel in der Sago Street auf, schauen eine Zeremonie unten im Erdgeschoss an, besuchen das Buddha-Museum, den Garten auf dem Dach und natürlich den Schrein mit dem Wichtigsten, was sie hier haben: Einem Zahn des Buddha.
Dann fahren wir mit der U-Bahn zur Station Promenade, um von dort zu Fuß zum Garden by the Bay mit den großen künstlichen Bäumen zu gehen. Als wir endlich dort angekommen sind nach einer Vielzahl wunderbarer Ausblicke auf die Skyline von Singapore ist der Bereich um die Super Trees gesperrt: Weihnachtmarkt.
Schon kommt er zum Einsatz: Unser Selfiestick.Im Hintergrund drei der Super Trees.
Er beginnt in etwa 30 Minuten, kostet aber Eintritt. Also gehen wir durch Marina by the Bay hindurch zum Bayfront  und nehmen dort eine U-Bahn zurück nach Chinatown. Das  letzte Wegstück zurück zum Hotel fällt schwer, wir sind beide ziemlich ausgepowert nach dem vielen Gehen in der Wärme. Den Bus von der Station zum Hotel hatten wir knapp verpasst.
Malsehen, ob Jürgen es auch heute schafft zu einem gemeinsamen Abendessen.

Sonntag, 27. November 2016

Gunbarrel Highway, David Carnegie Road und Holland Track



Samstag, 19. November 2016
Das Kochen mit dem kleinen Kocher klappt. Die Süßkartoffel ist beim Essen noch recht hart, das kann aber daran liegen, dass wir sie schon eine ganze Weile spazieren fahren, so dass sie etwas ausgetrocknet ist. Dafür ist die Habanera noch schärfer als gedacht, insgesamt ist die Schärfe des Essens gerade noch diesseits der Grenze.

Pensioneers Huts in Cue

Um auszuprobieren, ob die Nummer in meinen Kontakten richtig eingetragen ist, telefoniere ich mit Patrick. Es geht ihnen gut, Lina kränkelt ein wenig.
Gegen halb zehn klettere ich hoch ins Zelt, da bin ich zumindest in unserem Bereich des Platzes der Letzte, der noch zu sehen ist.

Sonntag, 20. November 2016

Und folgerichtig bin ich auch nicht der erste, der aus dem Zelt kommt, sogar die Sonne ist schon knapp überm Horizont. Die Mt. Magnet Drilling Leute starten wenig später zu ihrem Tagewerk, die anderen drei haben heute wohl frei, fahren aber noch vor uns dennoch weg. Vielleicht zum Prospecting.
Wir lassen uns Zeit, sehen uns noch Cue an und fahren dann über die Dalgaranda Rd. zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Gegend. Zuerst kommen wir an Big Bell vorbei, das war zwischen 1890 und 1935 eine prosperierende Gemeinde mit vielen Einwohnern, ist dann aber wegen der Schließung der Goldmine völlig verkommen. Heute steht nur noch die Ruine des einstmals einzigen Hotels und die Grundmauern einer der vier Kirchen, ich glaube, es war die katholische. Ein Kreuz hängt noch an der Wand, von zwei Fenstern sind noch die Holzrahmen erhalten, alles andere fehlt.
Das zweite ist ein großer Monolith. Laut Eigenwerbung der Gemeinde Cue ist es der zweitgrößte Monolith Australiens nach dem Uluru, aber das kann nicht sein, denn Mt. Augustus ist a) ein Monolith und b) größer als der Uluru. Also kann Walga Rock höchstens der drittgrößte sein. Von oben - denn diesen darf man besteigen - sieht man, dass in der Gegend noch einige weitere Monolithen verstreut sind, alle ein wenig kleiner. Der Blick von oben ist großartig, das Besteigen des Steines an einigen Stellen gefahrlos möglich. Niywarri zeigen uns den Weg vorbei an einem Wasserloch mit wenig grünem Wasser. Die Bedeutung des Walga Rock für die Aboriginals der Gegend erschließt sich, wenn man die vielen Felszeichnungen in einem der großen Überhänge ansieht. Unter diesen Felszeichnungen ist eine von einem Segelboot - das ist wohl kaum eine alte Malerei der Aboriginal. Wenn es sich überhaupt um eine alte Zeichnung handelt, dann ist für mich vorstellbar, dass sie gemalt wurde von Überlebenden der Zuytdorp, die von Aboriginals gerettet wurden und sich dem Stamm angeschlossen haben (wovon die Literatur ausgeht). Der Rock ist nur etwa 325 km, also zehn Tagesmärsche, von Denham bzw. Shark Bay entfernt.
Dalgaranga Meteorite Crater
Als drittes besuchen wir einen Meteoritenkrater, den Dalgaranga Meteorite Crater. Er ist mit nur 25 m Durchmesser und 5 Metern Tiefe der kleinste anerkannte Meteoritenkrater. Der zugehörige Meteor war ein Eisenbrocken, dessen etwa 100 to mit 40.000 km/h auf die Erde prallten und dort explodierten. Der Einschlag kam von Westen, so wie der Krater ausgebildet ist, sein Ostrand ist höher als der im Westen.
Dann genieße wir den Blik vom Warramboo Lookout auf die Hill Gold Mine und besuchen The Granites, eine wunderbare Felsformation im Norden von Mt. Magnet. Damit die Kultur noch zu ihrem Tribut kommt, besuchen wir des weiteren die Überreste von Lennonville, eine ehemals 3.000 Einwohner zählende Boomtown, die bereits 1925 wieder der Erde gleichgemacht war. Übrig geblieben ist nur der Bahnsteig.
Auf dem Caravan Park finden wir einen Stellplatz, der hinreichend eben ist (28°3'42"S 117°51'3"O) und auch so ausgerichtet ist, dass ich kochen kann. Auf dem Platz werden bei Bedarf Gasflaschen aufgefüllt - schon haben wir unseren Refill. Und so erweist sich das Wochenende als insgesamt doch sehr positiv: Sechs Reifen, ausreichend Gasvorräte und die Tanks sind auch beide gefüllt.
Der neue gebrauchte Reifen
Kaum haben wir uns aufgestellt, gesellt sich unser Nachbar zu uns, er ist alleine unterwegs und braucht offensichtlich Ansprechpartner. Er ist "originally from England, but I hate it, never go back there, it's too bloody cold." Er raucht, aber er hustet als hätte er Schwindsucht im Endstadium. Klingt jedenfalls ganz übel. Und er redet und redet. Er reist immer rund um Australien und sammelt dabei Gemstones, die er zu Schmuckstücken verarbeitet und verkauft. Dann kommt die nächste Rundreise. Nullarbor hält er für die langweiligste Strecke, ist er sie doch schon zehn Mal gefahren.
Jetzt wird es knapp für das Kochen. Es ist schön, wieder zwei Feuerstellen zur Verfügung zu haben. Beim Essen ist es schon fast dunkel. Außerdem ist der Wind wieder aufgefrischt und abgekühlt. Heute Nachmittag sind Wolken durchgezogen, offensichtlich das Abbild einer Kaltfront. Das zeigen auch die Vorhersagen für die nächsten Tage: Morgen wird die kälteste Nacht hier unten im Südwesten, dann geht es wieder bergauf. Ob das aber schnell genug ist?

Montag, 21. November 2016

Auf jeden Fall haben wir beschlossen, heute wieder in Richtung Norden zu fahren, zuerst aber nach Sandstone, das ist genau im Osten. Auf der Straße dorthin herrscht reger Lizzardverkehr, alle wollen von Nord nach Süd. Ein wirklich Großer ist dabei, so groß, dass ich ihn nicht hätte zwischen die Räder nehmen können. Er bleibt stehen, als wir an ihm vorbeifahren, geht dann aber doch gemächlich weiter. Ein Glück, denn von vorne kommt ein Roadtrain - der einzige, den wir am Vormittag zu Gesicht bekommen.
In Sandstone ist es genauso ausgestorben wie ich es in Erinnerung hatte. Die Visitor Information hat seit Anfang November Sommerpause, bei Fragen bitte zum Shire Office gehen. Der Straßenzustandsbericht ist vom 14. Oktober - der ist tatsächlich aktuell, denn es hat seitdem nicht mehr geregnet (davor aber auch nicht). Im Shire Office fragen wir nach der Sandstone Wiluna Rd, sie scheint in Ordnung zu sein, am Anfang ist sie identisch mit der Sandston Meekathara Rd. Nachdem wir im Hotel einen Sixpack und im General Store drei Kartoffeln eingekauft haben, starten wir nach Norden. Etwa zur Mitte weicht das low Bushland einem Spinifexteppich, der sich in der Folge immer wieder mit Mitchellgras und Bushland abwechselt.
Rund drei Stunden später sind wir in Wiluna, dem Ausgangspunkt der Canning Stock Route, aber auch des Gunbarrel Highway. Das ist für uns wichtig, denn Gunbarrel war Len Beadells Firma, und noch immer gilt ja unser Motto "Following Len Beadell".
In Wiluna: Denkmal für eine Aboriginal-Liebesgeschichte - auch das gibt es
Genau das tun wir und starten weiter nach Osten auf dem Gunbarrel Hwy. Hier ist die Bezeichnung Hwy sogar angemessen, denn durch Mining Operations im Osten von Wiluna ist der GH ziemlich breit und in sehr gutem Zustand. Zwei Mal werden wir in der Folge überholt. Nach rund 50 km finden wir eine gute Stelle für die Nacht und "gehen vor Anker". Von der Straße aus sind wir auf 26°39'49"S 120°45'40"O selbst bei genauem Hinsehen nicht auszumachen.
Tisch und Stühle aufstellen, Zeltpersenning abnehmen und zusammenrollen, Zelt aufklappen, Betten richten, Gruben graben, Holz sammeln und richten - also all das, was bei unseren Bushcamps immer anfällt nach der Ankunft - ist heute recht schnell erledigt und so kann ich mich für eine Weile gemütlich in den Schatten des Troopie setzen. Der Wind weht, aber noch ist er nicht unangenehm.
Abendhimmel am Gunbarrel Highway

Dienstag, 22. November 2016

Die Vorsicht wegen des Gesehenwerdens war unnötig: Es kam niemand mehr vorbei, weder gestern Nachmittag, noch in der Nacht und auch nicht heute früh. Überhaupt kommt uns heute nur ein Auto entgegen, am Beginn der Wellington Range. Beim Überfahren der Princess Ranges einige Kilometer später halten wir an, um den wunderbaren Blick auf die Straße hinter uns und das Umland zu genießen. Bei der Gelegenheit fällt mir erstmals auf, dass die Carnegie Prenti Rd als "Private Road" ausgewiesen ist. Hm…
Gunbarrel Highway im Westen
Bei Carnegie Station halten wir an und holen uns die notwendige Auskunft: Es liegt nicht an Carnegie, vor einem Jahr etwa hat Prenti Downs seinen Zugang gesperrt und lässt niemanden durch. Auch ein Anruf dort und ein Gespräch mit einer der Stimme nach jungen Frau ändert nichts. Prenti hat Rinder, Pferde und Kamele, die werden durch die durchfahrenden Autos gestört. Deshalb gestatten sie keinen Verkehr mehr über ihr Gelände, nicht mal der Mining Verkehr ist noch möglich. Nun, da kann man nichts machen, fahren wir eben weiter auf dem Gunbarrel Hwy, der offiziell ohnehin erst hier anfängt.
Die Qualität nimmt immer weiter ab, zusammen mit der Breite der Fahrbahn. Als wir nach 150 km nach Süden abbiegen auf die David Carnegie Rd (in unserer Karte heißt sie auch Eagle Hwy), ist der Gunbarrel etwa so wie Anne Beadell an den breiteren Stellen. Übrigens ist der Gunbarrel Hwy nur bis Giles befahrbar, für den darauf folgenden Abschnitt, die Mulga Park Giles Road gibt es keine Permits. Aber das wahre 4WD Feeling erwartet uns erst noch. Die David Carnegie Road ist nicht mehr als ein Track, teilweise noch schlechter als Gary Hwy. Es scheint so, dass die in Nord/Süd Richtung verlaufenden Tracks einfach schlechter sind.
David Carnegie Road an einer der guten Stellen
DCR ist ausgewaschen, hat Löcher, ist teilweise sandig, hat an den glatten Stellen Corrugation und ist nirgendwo breiter als unser Troopie. Natürlich wachsen oft beidseitig Mulgas und streifen das Auto. Überall ist Spinifex, sogar in der Mitte des Tracks. An manchen Stellen gibt es eine Detour, eine Umfahrung der ganz kaputten Stellen, selbst die Detour ist nur ein schmaler kurviger Track. Mehr als ein Schnitt von etwa 35 km/h ist nicht drin. Einmal sage ich über das Klappern und Rappeln hinweg: "Zum Glück muss ich wenigstens nicht auf matschige Stellen achten." Da taucht wie aus dem Nichts neben uns ein großes Wasserloch auf. Wenig später sind die Spurrillen vor uns mit Wasser gefüllt, über Mittel-  und Randstreifen komme ich mit trockenen Reifen auf die andere Seite. Kurz danach tut sich vor uns ein See auf, eine riesige Pfütze bedeckt den Track, water over road. Bei dem roten Untergrund will ich gar nicht wissen, wie tief das Wasser und wie weich der Boden ist. Zum Glück können wir außen herum fahren. Bei den Spinifex überall wäre ein Reifenwechsel eine Tortur. Plötzlich eine seltsame Erscheinung vor uns auf dem Track. Ist es ein Fußgänger? Passt nicht so recht. Ein Fahrradfahrer oder stehender Biker? Nein, es ist ein Kamel, das gemütlich den Track entlang schlendert. Als es mitbekommt, dass wir hinter ihm sind, schaut es zuerst erstaunt, dann macht es sich in zügigem Trab nach rechts aus dem Staub.
Irgendwann finden wir dann doch eine Stelle neben dem Weg, an der wir das Auto abstellen und unseren Tisch aufbauen können (26°21'35"S 124°14'11"O, so weit im Osten werden wir auf absehbare Zeit nicht mehr übernachten). 535 km Dirt liegen heute hinter uns, insgesamt haben wir dafür 10 Stunden gebraucht (abzüglich 30 Minuten in Carnegie Station).
Looking down to the Campsite
Obwohl hier viel trockenes Holz herumliegt und sich geradezu für ein Lagerfeuer anbietet, verzichten wir angesichts der Nähe des trockenen Spinifex, der Enge unseres Stellplatzes und des doch wieder recht starken Windes auf das Feuer. Dafür haben wir einen wunderbaren Sternenhimmel, wie eigentlich immer. Als ich ins Bett gehe, ist im Norden ein Gewitter, die Wolken kommen schon fast bis zu uns.

Mittwoch, 23. November 2016

In der Nacht beginnt es zu regnen, gerade so viel, dass ich aufstehe, Stiefel und Stühle ins Auto lege und das Zelt zumache. Dann hört es auch schon wieder auf. Nur der Wind ist nach wie vor stark und das Wetterleuchten ist von Nord bis Ost deutlich zu sehen.
Kurz nach sechs sind wir unterwegs. Ein Känguru, ein Kamel, ein Bustard und ein Lizzard werden von uns aufgescheucht - normal kommt hier wohl niemand vorbei. Empress Spring ist tatsächlich ein permanentes Wasserloch (momentan allerdings auch wasserlos). Die Erkenntnis von dessen Existenz hatte Carnegie mit ziemlich rabiaten Methoden einem Aboriginal entlockt: Er gab ihm nur stark gesalzenes Fleisch zu essen und nichts zu trinken, bis der Gepeinigte es nicht mehr aushielt. Heute ist da ein Loch im Boden, eine Kettenleiter führt hinunter in die Höhle. Das ist spannend, denn was mich unten erwartet, weiß ich nicht. Die Höhle hat etwa 25 m Durchmesser und ist 5 Meter hoch. Die Lampe des iPhones ist nicht hell genug, um von der Mitte aus Genaueres sehen zu können. Wie gesagt, momentan gibt es kein Wasser.
An Empress Spring - Visitors Book

Leiter an den Grund der "Quelle"

Weiter geht die wilde Jagd, bis wir endlich auf der Great Central Road ankommen. 7 Stunden reine Fahrzeit für 232 km - und dann sagt Brigitte, ich sei schnell gefahren (und meint "zu schnell").
Auf der breiten Straße kommen uns dann sogar Autos entgegen, drei 4WDs und zwei Roadtrains. Auch hier sind wieder Lizzards unterwegs, einen scheuchen wir geradezu von der Fahrbahn.
Und dann ist Laverton erreicht. Vor 4 Wochen sind wir hier zur großen Outbacktour gestartet, da ist es nur richtig, sie auch hier sozusagen zu beenden. 8.469 km, davon 6.041 auf unbefestigten Straßen, in vier Wochen, eine gute Leistung. Es hat Spaß gemacht und wir haben viel gesehen, viel erlebt und viel gelernt. Ein Besuch in der "Hall of Fame" im Great Beyond, dem Visitor Centre von Laverton, beendet sozusagen die Tour. Obwohl, eine Woche bleibt uns ja noch, um nach Perth zu kommen. Gleich nach dem Verlasen der Ausstellung bekommen wir die acht namentlich erwähnten Explorer nicht mehr zusammen. Hann, Carnegie, Eyre, Forest, Giles, Windich, ? und ?. Das Gedächtnis, zumal das Kurzzeitgedächtnis, lässt sehr zu wünschen übrig. Über die Homepage ist nichts herauszubekommen.
Unser Stellplatz ist auf 28°37'30"S 122°24'20"O.
Auf dem Platz sind zwei Schweizer mit einem Apollo Landcruiser, auch sie kochen in der Camp Kitchen, so kommen wir ins Gespräch. Sie fragt mich, ob wir vom Uluru kommen oder dort hin wollen und ich antworte "weder - noch". Das reicht als Aufhänger. Sie sind noch bis Anfang Januar unterwegs und starten morgen früh nach Karijini. Außerdem ist da - neben den vielen Arbeitern - eine Familie aus Perth, die durch WA tourt. Die Tochter wird in zwei Wochen drei.

Donnerstag, 24. November 2016

So richtig warm ist es noch nicht heute Morgen, aber doch so, dass wir uns viel Zeit lassen können mit dem Frühstück. Um 7 sind wir unterwegs. Auf dem Weg nach Leonora leitet Brigitte mich auf die Old Laverton Road auf die Suche nach dem Pioneer Cemetary in Mt. Morgans. Den Ort, bzw. das descriptive panel, finden wir, aber der Friedhof entzieht sich uns, trotz intensiver Suche. Das Ende der Geschichte ist, dass es nach meinem Gefühl knapp wird mit dem Sprit. In Leonora passen 85,91 l in den Main, der SUB ist ja schon seit gestern leer und fasst 89,02 l! Leonora hat ein Coles Express, der gleichzeitig als General Store dient, entsprechend langsam ist die Abwicklung. Ich tanke beide Tanks getrennt, dann gibt es keine Probleme mit den Vouchers. Das war möglicherweise das letzte Mal, dass wir getankt haben, auf jeden Fall das letzte Mal, dass wir beide Tanks gefüllt haben. In den letzten vier Tagen sind wir rund 1.500 km gefahren und haben dabei 11,5 l/100 km gebraucht.
In Leonora besuchen wir außerdem die Visitor Information, weil Brigitte sich eine Kette kaufen will. Anschließend fahren wir nach Gwalia. Dort waren wir 2013 in strömendem Regen und haben 2014 auf einen Besuch verzichtet, weil es geregnet hat. Jetzt ist strahlender Sonnenschein und da sieht alles besser aus, wenn auch nicht weniger beeindruckend. Das Museum und Hoovers Haus sehen wir uns erstmals an. Letztendlich dauert das alles viel länger als ich gedacht hatte und so fahren wir nur bis algoorlie und bleiben dort auf dem Discovery Tourist Park. Diesmal stehen wir an der Längsseite der Tentarea direkt neben der Camp Kitchen und haben einen powered Platz zum Preis eines unpowered. Das gleicht sich mit der letzten Nacht im Oktober aus.
Weil wir relativ spät dran sind, verschiebe ich das Tippen auf später und mache mich schon bald an das Kochen.
Später rufe ich bei Bobi an und melde uns für den 29. an. Auch Terry erreiche ich im zweiten Anlauf "Guess where we're sittin'." Auf Camp Kitchen in Kalgoorlie kommt er nicht, dabei liegt es doch nahe, bei der Frage und unserer Vorgeschichte. Er wird versuchen, uns zusammen mit Christine am 30. November in Banksia zu besuchen. Jetzt muss das nur noch klappen mit dem Caravan Park. Im Grunde haben wir jetzt sogar eine Übernachtung "übrig", wir können uns zwischen Lake Grace und Freemantle also Zeit lassen.

Freitag, 25. November 2016

In der Leonora Visitor Information
Am Ortsende von Coolgardie, einem wie es scheint ziemlich verschlafenen Kaff, biegen wir vom Great Eastern Hwy nach Süden ab. Am Victoria Rock unterbrechen wir die Fahrt und wandern auf den Fels. Ein herrlicher Rundblick auf dichten Gumwald eröffnet sich. Zwei weitere dieser riesigen "Outcrops" sind in der Nähe auszumachen. Der Holland Track ist mit HAT gekennzeichnet, wer das nicht sieht oder nicht versteht, darf den Track nicht fahren. Mal sehen, wie weit er uns führen wird. Unno sagte, er sei gesperrt, auf der Karte an Victoria Rock ist das Ende als "disused" gekennzeichnet, hier steht nichts derartiges angeschrieben.
Auf dem Holland Track I: Kilometerweise geradeaus
Auch der Holland Track ist Abenteuer. Unterschiede zur David Carnegie Road sind schwierig festzustellen: An HAT gibt es keine Spinifex und der Sand ist überwiegend weiß oder gelb. An DCR gibt es keine Eukalypten und Tea Trees, dafür sind die Mulga erheblich größer und folglich härter. HT hat viel weniger Stellen zum Entspannen, also in der Konzentration nachzulassen und ist wohl auch deshalb langsamer zu befahren. Die Spurrinnen sind tief, gerade noch Landcruiser geeignet (kein Wunder: Der Toyota Landcruiser Club WA hat die Patenschaft für den Holland Track), an manchen Stellen sind die Wände rechts und links über einen Meter hoch. Das sieht furchterregend aus, es gibt aber fast immer Umfahrungen.
Auf dem Holland Track II: Immer wieder Spurrillen passend für Landcruiser
Zum Thursday Rock müssen wir uns 2 km vom Track seitlich bewegen. Diesmal stellen wir an der Stelle, an der wir aus dem Bush auf den Fels kommen, zwei Steinmännchen auf, damit nichts schiefgehen kann mit der Rückkehr. Der Thursday Rock ist deutlich kleiner als Victoria Rock, und er hat auch keine sichtbaren Nachbarn. Nichts außer Wald ist zu sehen. Die "Striped Dragons", mittelkleine Lizzards mit dem Verhalten von Tata-Lizzards, bleiben manchmal sogar sitzen, wenn wir uns nähern.
Der dritte mit einem Namen versehe Rock, der Newbey Rock, ist unter uns, der Track führt über den Fels, an einer Stelle ist ein Pfosten aufgestellt mit Namensschild. Der Pfosten steht in einem großen Steinhaufen, damit er nicht umfällt. Später führt der Holland Track noch zwei Mal über Felsplatten, aber da ist kein Name angegeben.
An der Kreuzung mit dem Track von Marvel Loch steht eine Plakette zu Ehren der vier Erbauer des Tracks, Holland, Krakouer, Krakouer und Carmody. Sie haben zwischen dem 14. 4. und dem 18. 6. 1893 den Track aus dem Boden gestampft, als Weg für die Explorer und Prospektoren, die wegen des Goldrausches zu erwarten waren. Haben sie was dafür bekommen? Oder war das reine Menschenfreundlichkeit? In einem Koffer liegt ein Besucherbuch, wir sind die ersten seit dem 18. November, die sich eintragen.
Im Jilbadji Nature Reserve  stehen wir plötzlich vor einem Zaun. "State Barriere Fence" sagt ein Schild, Betreten bei Strafe in Höhe von $2.000 verboten. Nun gut, das erklärt vielleicht, warum am anderen Ende des Tracks nichts geht. Der Track biegt nach links ab und führt genau nach Süden, am Zaun entlang. Dann hört der Zaun auf, einfach so, mit dem gleichen Schild wie wir es weiter nördlich gesehen haben, der Track biegt ab nach WNW und trifft so wenig später wieder auf den eigentlichen Holland Track. Das macht den Zaun und das Schild noch widersinniger. Ein Soda-Zaun?
Wenig später parken wir den Troopie knapp neben dem Track auf 32°3'54"S 119°52'44"O, ich rechne nicht damit, dass heute noch jemand vorbeikommen wird. Seit Coolgardie haben wir ein Fahrzeug gesehen, das war auf der Victoria Rock Road.
Heute haben wir die 10.000 Kilometer auf dem Troopie überschritten (und somit insgesamt die 20.000 er Marke), eigentlich müssten wir einen Service machen lassen. Aber wo sollte das passieren? Nur Kalgoorlie wäre dafür in Frage gekommen, auf die Idee komme ich aber erst jetzt.
Die guten Vorsätze wegen des Lagerfeuers schmelzen dahin, wir haben doch eines. Zwar ist der Boden ringsum mit Holz, Eukalyptusrinden und Blättern bedeckt, aber es hat nur wenig Wind und es ist zu verlockend, nicht lange nach Holz suchen zu müssen.

Samstag, 26. November 2016

Weiter auf dem Track. Weitere Unterschiede zwischen HAT und DCR: Auf HT hat es keine Kamele, dafür sind hier Känguru, Mallee Fowls und Wildblumen. Das ist so schön, diese vielfältigen Blüten um uns herum. Und HT hat jede Menge natürliche Stolperfallen, Bumbs, nämlich Wurzeln, die quer über den Track laufen. Mallee Fowls haben wir nicht gesehen, aber wenigstens einen Mount, einen "Bruthaufen", der in Benutzung ist.
Unterwegs kommen wir einem Hilux näher, der vor uns auf dem Track steht. Der Fahrer begutachtet eine tiefe Stelle durch Begehen, fährt aber weiter bis zu einer Ausweichstelle, als er uns bemerkt. Die beiden haben am Mt. Holland übernachtet. Noch manche knifflige Stelle wartet auf uns, doch wir meistern alle ohne dass etwas kaputt geht, weder am Auto noch bei uns und unsrer Ausrüstung. In einem tiefen Graben steht Wasser, die Spuren deuten daraufhin, dass es schon länger da ist und dass es von Tieren als Wasserstelle benutzt wird. Abdrücke von Goannas, Mallee Fowls und Känguru sind auszumachen, Martins und ein Willie sind dabei, Insekten zu holen, die unvermeidlichen großen Wespen ziehen über dem Wasser ihre Kreise.
Dann ist es vorbei. An Emu Rock steht noch mal eine Plaque für die Erbauer des Tracks, errichtet vom Lions Club. Dann wird der Track breit und glatt. Einmal wissen wir nicht so recht, wie es weitergeht, doch das findet sich nach einem Umweg von rund 10 km. Plötzlich sind wir in Newdegate, weil wir an einer Stelle nicht abgebogen sind, als es nötig gewesen wäre. Und beim Versuch, nach Lake Biddy und weiter nach Lake Grace zu fahren, geraten wir auf Abwege und landen fast in Pingerup. Aber nur fast. Immerhin, jetzt wissen wir wieder den richtigen Weg.
Wir stellen uns auf den Caravan Park auf 33°21'30"S 118°27'36"O und machen uns auf die Suche nach Ollie und Luzy. Im Hotel bekommen wir die Auskunft, dass sie die Eigner von Saltbush Inn sind. Also gehen wir dorthin, niemand da, aber eine Möglichkeit, sie über Telefon zu erreichen. Ollie ist sofort im Bilde und sehr überrascht, er hat eine Veranstaltung in der Kirche, kommt aber und holt uns ab. Wir sind eingeladen zum Tee und dem nachfolgenden zweiten Vortrag "Wo steht die Kirche heute." Kirche meint damit Christi Kirche, die Betrachtung ist, wie beim Stellvertreter des Bischofs auch schwerlich anders zu erwarten, sehr katholisch geprägt. Dennoch, ein guter Vortrag, so weit ich ihn mitbekommen habe, mit einigen wirklich guten Ideen.
Zum gemeinsamen Abendessen mitzugehen sind wir nicht bereit, auch wenn alle shr freundlich sind. Plötzlich sind wir alleine und gehen zum Troopie zurück. Wenig später kommt Ollie dort vorbei. Er ist enttäuscht, dass wir auf dem CP übernachten und nicht im Saltbush Inn. "Where's your car?" war eine seiner ersten Äußerungen am Nachmittag. Und so entschließen wir uns, für eine weitere Übernachtung in Lake Grace zu bleiben, diesmal im Inn.
Abends bringt uns Ollie zum Lake Grace Lookout, um den Sonnenuntergang von dort aus zu sehen und anschließend zum Australian Inland Mission Hospital, einem 1925 erbauten Hospital, das bis 1952 als solches betrieben wurde und heute ein Museum ist. Anschließend gehen wir zu dritt zum Bowling Club zum Abendessen. Lucy, die hier in Lake Grace geboren und aufgewachsen ist, ist zu dem gemeinsamen Abendessen gefahren.
Am Lake Grace
Das Essen ist sehr gut, das Bier ebenfalls, aber am Bier merke ich die hohen Preise hier: $10,50 für ein Pint! Nun gut, es ist ein James Squire, aber das ist dennoch ein stolzer Preis.
Auf dem Caravan Park kommen wir noch mit der Caretakerin ins Gespräch, sie hat sich inzwischen an Lucy erinnert und auch ihr kam das Stichwort Saltbush Inn in den Sinn. Auch einer der anwesenden Arbeiter spricht uns an, er stammt aus Südafrika und hat einen leichten Akzent. Naja, nach sechs Jahren ist das nicht so erstaunlich.
So spät sind wir schon lange nicht mehr ins Bett gekommen.

Sonntag, 27. November 2016

Dennoch stehe ich fast mit der Sonne auf.
Wir lassen uns Zeit, brechen dann auf zum Jam Patch, wo es ein paar Spazierwege geben sll. Weil wir zuerst die Karte nicht sehen und es auch keine Ausschilderung gibt, suchen wir an der falschen Stelle, nämlich am Lookout. Das scheint geographisch zu passen. Aber es ist an ganz anderer Stelle, nämlich 17 km nördlich von LG. Also fahren wir hin. In LG blinkt die Bahnschranke, eine Lok mit vielen Waggons steht östlich von der Kreuzung, aber es passiert nichts. Doch, ein vermutlich Einheimischer fährt an uns vorbei über die Schienen. Und dann noch einer in der Gegenrichtung. Also kann es nicht verkehrt sein, wir fahren auch. Zum Glück finden wir den Platz auch ohne Hinweisschilder, denn es gibt keine. Aber die Spaziergänge, wir gehen zwei der drei möglichen Wege, sind sehr schön und seit langem nicht mehr begangen. Es gibt viele Spuren - aber nur von Wildlife, nicht von Menschen. Und oftmals ist der Weg von einem Spinnennetz versperrt, kleine Spinnen, vielleicht 8 mm im Durchmesser mit gelbem, rotem oder schwarz-weißem Abdomen mit Dornen wie ein Thorny Devil, offensichtlich nicht giftig und auch uns gegenüber nicht aggressiv, nutzen gemeinsam das Netz. Höchst interessant.
Die katholische Kirche in Lake Grace
Als wir auf LG zu fahren, kommt Ollie aus der Biggy Camm Rd heraus und fährt vor uns her. Die Bahn ist versperrt, inzwischen ist der Zug vorgefahren, die Anlage blinkt noch immer. Die Wagen werden beladen! Verwunderlich nur, dass das so lange dauert. Wenn wir vorhin nicht gefahren wären, würden wir noch immer da stehen.
IGA hatte gestern Nachmittag geschlossen, dafür haben sie jetzt auf, so können wir noch ein paar Lebensmittel einkaufen, bevor wir zur Kirche fahren. Heute ist nur eine Andacht, gehalten von Ollie (aber das haben wir nicht vorher gewusst). Wir werden eingeladen auf einen Tee mitzukommen zu Ollie und Lucy, die Einladung nehmen wir gerne an, nicht ahnend, dass daraus ein langer Besuch werden würde. Denn nach dem Tee gibt es eine Führung über das Gelände. Lucy's Eltern haben hier Milchwirtschaft betrieben, die neun Kinder leben alle noch hier in der Nähe, inzwischen natürlich mit eigenen Familien - oder eben wie Lucy und Ollie wieder alleine. Dann gibt es Lunch, Salatrolls, selbst zusammengestellt (Tomaten, Gurken, Spinatblätter, Beetroot, Käse, Pilze). Erst danach raffen wir uns auf und überlassen unsere so freundlichen Gastgeber ihrer wohlverdienten Ruhe. "I said you can come, and you came. And that was good." sagt Lucy zum heutigen Abschied (denn morgen früh sehen wir uns wieder).
Das Zimmer im Saltbusch Inn - der Troopie musste draußen bleiben.
Ein nettes Zimmer erwartet uns mit großem Bett, Kühlschrank, Dusche, Tisch und Stühle, TV mit Satelittenreceiver, Microwelle - mehr braucht es nicht. Das Auto bekommt einen "Landanschluss", die Zahnbürste und die Kamera werden aufgeladen.
33°6‘13“S 118°27‘47“O.