Samstag, 22. Oktober 2016

Von Carnarvon nach Perth und weiter nach Kalgoorlie



Samstag, 15. Oktober 2016

Das Abendessen bereite ich in der Camp Kitchen zu und dort essen wir auch. Bei diesem anhaltenden Wind ist am Auto nichts zu machen - und die Kitchen ist recht gut. Während ich koche, kommt ein anderer Gast und brät sich auf dem Barbequeue ein Steak. Brigitte unterhält sich mit ihm, bei mir geht eh alles den normalen Gang.
Abends spielen wir die im Auto sitzend schon üblichen drei Runden Skibbo, zu meiner Überraschung gewinne ich den Abend! 
Nach Sonnenuntergang




Sonntag, 16. Oktober 2016

Ich hatte zu Anfang der Nacht heftig mit einem beginnenden Schnupfen mit Fieber zu kämpfen, heute Morgen war es weitgehend vorbei. Abwarten.
 Aber weil ich mich um eine hasindwir schon um sieben unterwegs. An der Tankstelle neben dem Caravan Park fülle ich Luft in die Reifen, alle vier haben gleichmäßig 5 PSI zu wenig. Es ist kaum zu glauben, wieviel Betrieb hier an einem Sonntagmorgen herrscht, ich muss sogar an der Luft anstehen.
Ich glaube, wir fahren jetzt das vierte Mal diese Strecke, denn es gibt keine echte Alternative, aber im Wooramel Roadhouse waren wir noch nie, da sind wir immer vorbeigefahren. Das ist ein Fehler, denn es ist sehr ordentlich und sauber - und die frisch zubereiteten Chips sind erstklassig. Da sieht es im Overlander Roadhouse schon weniger gut aus.
Bevor wir zu Hamelin Station fahren, statten wir den Stromatoliten den obligatorischen Besuch ab und auch dem Muschelstein - Steinbruch. Im Shop, wo Brigitte als Ausgleich für meine Chips ein Stück Kuchen mitnimmt, treffen wir das englische Ehepaar mit Sohn zum vierten Mal: In Exmouth, in Cape Range, in Carnarvon und jetzt hier in Hamelin Pool. Sie fahren weiter nach Monkey Mia, denn in Denham waren sie schon. Damit werden wir sie aus den Augen verlieren, angesichts unserer Planungen.
Natalie hat die Permits für Western Australia geschickt, aber die für Southern Australia sind leider nicht dabei. Da muss ich am Montag unterwegs was unternehmen, denn beim Prinzen gibt es kein Netz. Hier gibt es teilweise (am Lake, im Auto, aber nicht in Lounge und Kitchen) eines - das ist neu -, aber am Sonntag ist natürlich niemand zu erreichen.
Ich versuche mal wieder, Vögel am See zu fotografieren. Mit Stativ ist das große Objektiv durchaus verwendbar, aber eben unhandlich. Weil ich befürchte, mir einen Sonnenbrand zu holen, gehe ich nach gut einer Stunde zurück. Ja, die Sonne ist heute wieder am Himmel, schon beim Aufstehen war der Himmel teilweise klar, bei der Fahrt nach Süden verschwanden die letzten Wolken. Vorhin sind wieder welche im Westen aufgezogen, aber die sind bis auf einen schmalen Streifen am Horizont wieder in sich zusammengefallen. Sogar der Wind hat weitgehend nachgelassen, dennoch werden wir in der Küche kochen, die ist ganz toll ausgestattet und in der Lounge zu essen ist schon bequemer als am Campingtisch. So früh wie wir isst auch kaum sonst jemand, da steht uns die Küche weitgehend zur Verfügung. Die eine Volunteer zeigt uns einen Gecko, er kommt immer wieder hinter der Wandverkleidung aus Wellblech hervor, bis er merkt, dass er aufgefallen ist. Dann verschwindet er wieder.
Wir gehen rüber zu dem Wohnwagen hinter uns, ein Paar aus neuseeland, Hauptberuflich Traveller, er hat sich vorhin bei Brigitte entschuldigt, weil er den Generator laufen hat. Der aber ist so leise, dass wir es kaum bemerkt haben im allgemeinen Grundrauschen. Vor allem bei meinem Hörvermögen ist es kein Problem.
Wir reden und reden, über Gott und die Welt. Mittlerweile ist auch der Vollmond am Himmel, er wird die meisten Sterne heute überdecken mit seinem Licht. Venus, Saturn und Mars sind die ersten, die man sieht nach dem Sonnenuntergang (aber das sind ja keine Sterne), wenig später sind die Pointer und die oberen Sterne des Skorpion zu sehen. Und dann folgt die ganze Pracht. Auf Dauer ist es im Freien zu dieser Tageszeit zu kühl, wir gehen in den Bushi. Skibbo ist angesagt.

Montag, 17. Oktober 2016

Insgesamt sind wir schon später dran, denn ich bin erst nach sechs aufgewacht. Nach dem Frühstück in der Lounge bin ich gerade dabei, unsere Stühle zu verpacken, da kommt jemand vom Nachbarfahrzeug, einem Hilux von TCC. Sie fragt, ob sie mal in den Bushi reinschauen darf, was ich ihr natürlich erlaube. Dabei stelle ich fest, dass noch nicht mal das Bett auf die Seite geräumt ist. Wir reden und reden, Brigitte kommt dazu, dann auch ihr Mann. Sie sind aus Hamburg, sind beide Lehrer und haben sich ein Jahr Auszeit und ihren Sohn von der Schule genommen. Offensichtlich sind sie keine Naturwissenschaftler, denn ein solcher würde sich über sein Fachgebiet nicht so despektierlich äußern. Dafür, dass sie erst seit Mai unterwegs sind und vorher noch nicht in Australien waren, haben sie schon sehr viel gesehen und elebt: Old Ghan Track, Simpson Dessert, Birdsvilletrack. Und sie haben schon viele unangenehme Situationen mit dem Auto erlebt, jedes für sich genommen nicht schlimm, aber wenn halt alles gehäuft kommt… Acht Mal mussten sie in eine Werkstatt, um was reparieren zu lassen. Übrigens: Noch sind Bruno und Chris ihre Ansprechpartner.
Blühende Grevilleen im Kalbarri National Park
So sind wir heute erst um neun unterwegs. Auch das Billabong Roadhouse ist einen Besuch wert, das Essen sieht lecker aus, die Karte ist reichhaltig und das Lokal und die Toiletten sind sauber und ordentlich. Die Übernachtung auf dem Platz neben dem Roadhouse kostet nichts, bietet aber außer dem Stellplatz auch nichts.
In Ajana verlassen wir den North West Coastal Hwy und fahren Richtung Kalbarri. Den Park lassen wir weitgehend aus, nicht nur, weil unser Parkpass abgelaufen ist. Dafür gehen wir nach Kalbarri in den Cliff-teil des Parks und sehen uns dort die paar Attraktionen an.
Wenig später verlassen wir die sealed road und fahren über die Ogilvie West Rd zu Hutt River Province. Es reicht noch, denn das Office schließt um 4 PM, Camper dürfen allerdings auch später kommen. Wir lassen unsere Pässe stempeln, bezahlen die Unterkunft und unterhalten uns mit Prince Leonard. Er sieht gut aus, viel besser als vor zwei Jahren. Wieder verweist er uns an die Karte aus Polen, in der weder Canberra noch sonst eine australische Stadt verzeichnet ist, aber die Hutt River Province. Allerdings sind in keinem Land Städte vermerkt und für Europa gibt es nicht mal ein Länderverzeichnis. Dann fahren runter auf den Caravan Park. Eine Brille im Etui nehmen wir mit, die hat ein Gast im Büro liegen lassen. Leider ist das kein Anfang einer Unterhaltung.
Trotz Wind ist es in der Sonne angenehm warm, die Fliegen nerven. Ich kann mich nicht aufraffen, ein Fliegennetz überzustreifen, also bin ich selbst schuld. Heute sind es wirklich viele.
Wir stehen laut iPhone auf  28°4'34"S 114°28'24"O, deutlich weiter im Süden als gestern auf 26°25'29"S 114°11'30"O, deshalb ist es auch wieder etwas kühler.
Abendessen kochen und essen im Auto, der Wind lässt nichts anderes zu, dann wie gestern Skibbo. Der noch immer volle Mond geht hinter dem Bushi auf (weil wir genau in Ost-West Richtung stehen) und leuchtet uns durch die Nacht.

Dienstag, 18. Oktober 2016

Kurz vor sechs halte ich es im Bett nicht mehr aus und stehe auf. Es ist ziemlich frisch, der Tisch ist nass, ebenso wieder auf dem Bullbar liegende dritte Campingstuhl und die Oberflächen am Auto. Wir frühstücken im Auto. Inzwischen ist die Sonne schon relativ hoch und beginnt zu wärmen.
Gateway to Nature's Spirit World in Hutt River
Bottlebrush in voller Blüte in Northampton
Bevor wir abfahren, besuchen wir das im Jahr 2014 begonnene "Gateway to Nature's Spirit World". Ich verstehe nicht, was Prince Leonard uns damit sagen will - und seine "Formeln" sind nicht zu durchschauen. Vielleicht fehlt mir aber auch ein Baustein, um den richtigen Zugang zu haben.
In Northampton besuchen wirden Family Store und dort das Nähmaschinenmuseum. Die Chefin erzählt uns zwei Mal, dass wir unbedingt über Navala nach Geraldton fahren sollen, wenig Verkehr und keine Bäume. So ist es.
Die Telefonnummer der Waru auf Natalies Permit scheint falsch zusein, jedenfalls werde ich von Telstra nicht verbunden. Also muss ich über die Homepage probieren einen Kontakt herzustellen für das zweite Permit.
In Geraldton füllen wir die Vorräte so auf, dass wir die nächsten Tage über die Runden kommen, außerdem erstehe ich bei Target im Schlussverkauf ein Flanellhemd - gerade das Richtige für diese frischen Tage. Sie haben jede Menge dieser Hemden in "S", heruntergesetzt auf !0 $! An der Kasse geht es nicht weiter. Zwei Kassen sind besetzt, an beiden steht je eine Kundin. Eine scheint sich zu beschweren, jedenfalls gibt es eine längere Diskussion, dann wird noch jemand von target dazugeholt. Inzwischen ist die zweite Kundin fertig, aber jetzt schließt die Kasse, obwohl mittlerweile sieben Leute in der Warteschlange stehen. Als dann auch die erste Kasse den betrieb einstellt, bin ich kurz davor, das Hemd hinzulegen und den Laden zu verlassen. Doch dann werden zwei Kassen aufgemacht und ich kann schnell das Geschäft abschließen und den Laden verlassen. Brigitte saß derweil in der shared zone - dort ist es nicht sehr warm.
Vorbei an Dongara, Jurien Bay und Cervantes erreichen wir den Nambung National Park und sind kurz danach bei The Pinnacles. Zwischen Jurien Bay und Cervantes steht ein Wohnmobil am Straßenrand, etwas mehr zur Seite gekippt, als es die Schulter hergibt. Ich halte, weil ich denke, dass er einen Platten hat und mit dem Jack nicht unter die Achse kommt. Aber es ist schlimmer: Er hat sein linkes Hinterrad verloren. Da kann ich nichts machen. Erstaunlich, dass er sein Gefährt dennoch relativ gut an den Straßenrand gebracht hat. Ich gehe zurück an die Stelle, wo das Malheur passiert ist, aber keine Spur von Reifen und Kotflügel. Nur die letzte Radmutter liegt auf der Fahrbahn, abgerissen (die anderen vier haben sich rausgeschafft). Das Wohnmobil ist erst sieben Wochen alt, da sollten die Radmuttern vernünftig angezogen sein. Die beiden waren zur Jungfernfahrt in Karatha, um ihre Tochter zu besuchen und sind auf dem Heimweg nach Perth. Ein Truck, um sie aufzuladen, ist unterwegs. Also fahren wir weiter zu The Pinnacles. Diesmal klappt es mit der Filmaufnahme über die Action Cam. Wir sind etwa eine halbe Stunde im Park und fahren dabei die Runde zwei Mal ab. Gelegentlich halten wir für ein Foto, aber auf den Fotos kommen diese eigenartigen Felsen nicht so recht zur Geltung. Ob das auf dem Film besser ist? The Pinnackles? Eine Gruppe von aufrecht stehenden Felsen, vermutlich versteinerte Bäume. Das Zwischenmaterial ist durch Wind und Regen weggeblasen und gespült worden, die härteren Bestandteile blieben stehen und stehen noch heute. Da man sie nicht betreten darf, und immer genügend andere Touristen da sind, die da ein Auge darauf haben, werden sie vermutlich noch eine Weile erhalten bleiben. Eine eigenartige Ansammlung , umgeben von gelbem Sand. Und das alles inmitten von wunderschönen, riesigen weißen Dünen.
The Pinnacles
Zurück in Cervantes checken wir auf dem Cervantes Holiday Park ein, trotz Ian's Warnung. Nun, wir bekommen einen 10% Umbau Discount, ohne etwas zu sagen. Von der Baustelle bekommen wir hinten im Nonpoweredbereich nichts mit.
Die Camp Kitchen ist noch immer so, wie bei unserem letzten Besuch, also ziemlich gut. Wir gehen hin zum Kochen und Essen und kommen dabei zuerst mit einem Ehepaar aus Brisbane und dann mit einem Paar aus der Schweiz ins Gespräch.
Mit Anne Beadell wird es wohl nichts, die Telefonnummer, die Nathalie mitgeschickt hat, ist nicht "connected", die Webseite der Maru funktioniert nicht, ist ein Fake (zuerst 404 auf der dritten und zweiten Ebene, dann eine Apache-Werbung…), ich kann kein Mail an defense schicken wegen des Permits für die WDA (Woomera Defense Area) und das Shire of Laverton braucht eine Gewichtsbescheinigung des Landcruisers.
Und dabei, also bei den ganzenVversuchen, habe ich meinen Posteingang bei Webmail gelöscht. Keine Ahnung wie. Vorsichtshalber schicke ich einen Hilferuf an Daniel.

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Weil es wieder nicht sonderlich warm war heute Nacht und ich deshalb mehrfach aufgewacht bin, werde ich am Morgen erst wach, als die Sonne schon aufgegangen ist. Brigitte ist zuerst unten! So kommt es, dass wir erst nach halb acht unterwegs sind. Pause hier, Pause da. Im Frühling in den Süden zu fahren hat auch Vorteile: Es blüht. Weiße Grevilleen stehen in voller Blüte, die Grastrees strecken ihre meterhohen Dolden in die Luft, bei manchen sind die weißen kleinen Blüten bereits offe, andere sind noch ganz grün. Dazwischen  Büsche mit leuchtend roten Blüten, nicht nur, aber auch Bottlebrushes, gelbe Bodendecker , rosa Eukalypten, blaue freistehende Blüten an einem Stiel ohne Blätter, gelbe Mallees...
Gegen Mittag sind wir in Perth. Meine Rechnung wegen des Dieselverbrauchs hat nicht ganz gestimmt, wir müssen 20 l nachtanken, aber das liegt daran, dass wir nicht geplante Umwege gefahren sind.
Der Nachmittag ist reserviert für das Packen unserer Habseligkeiten und die Reinigung des Inneren des Bushis, die Karroserie machen wir morgen früh auf dem Weg zu TCC. Außerdem setze ich mich wegen der falschen Kontaktdaten der Waru peoples mit Nathalie in Verbindung. Sie gibt mir bei einem Rückruf nach Bedenkzeit zwei Telefonnummern, die ich morgen anrufen soll.
Die Camp Kitchen ist sehr gut, hat aber leider keine Ausstattung, wir müssen alles mitbringen. Außer uns nimmt sie niemand in Anspruch - es ist noch nicht die Zeit der Camper, und Caravanisten benutzen die Camper Kitchen eher selten.
Auf dem Rückweg zum Bushi beginnt es zu regnen, auch das war angedroht. Es recht allerdings nicht, um die Waschanlage morgen früh zu sparen.
Unsere heutige Position ist natürlich schon weit im Süden: 31°55'48"S 116°1'20"O, das dürfte bis auf weiteres die südlichste Übernachtung sein.
Daniel ist an meinen buchuy-Mails dran, mal sehen, was er erreichen kann. Eine Sicherung gibt es nicht.

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Nun ist es soweit, wir sind auf dem Weg zu Magic Hand Carwash. Die 10.000 km treffen wir dann doch nicht, es kommt auf 9.984 km heraus. Zuerst finden wir sie, die vermeintliche Waschanlage, nicht, denn ich hatte mit einem Shed gerechnet und nicht mit dem Erdgeschoß eines Parkhauses. Dann komme ich nicht rein, denn die Durchfahrt ist auf 2,30 beschränkt durch eine an Ketten hängende Stange. Gut, da kann ich durchfahren, der Rest des Geschosses ist hoch genug. Und dann stellt sich heraus, dass das ein Dienstleistungsunternehmen ist, wir geben das Auto ab und bekommen es, da es als stark verschmutzt eingestuft wird, 45 Minuten später wieder zurück. Währenddessen sind wir in der gegenüberliegenden Mall. Bei Big W entdeckt Brigitte einen Campingstuhl, der ihr gut gefällt, wir nehmen ihn gleich mit.
Dann stehen wir vor Russel. Er ist älter als erwartet und ziemlich fahrig. Seit sieben Wochen ist er bei TCC und muss bereits Marion vertreten. Und sie ist in der Schweiz, also sicherlich nicht nur für die noch ausstehenden zwei Wochen. Entsprechend verläuft die Übergabe. Schon der Anfang ist nicht gut, denn der Kühlschrank ist nicht an, im Gegenteil, er steht sogar offen. Ich stelle fest, dass man den Deckel wegmachen kann, also kann ich einfach die Körbe auswechseln und den neuen anschalten. Das ist erstmal nicht tragisch, weil ich mich ja mit den meisten Dingen auskenne. Aber er spricht von sich aus weder die Winsch an, noch die Zusatzausrüstung wie Kompressor (dessen Funktion zu prüfen ich auch vergessen habe), Tree Trunk Protektor, Werkzeug,… an. Die Winsch probiere ich "eigenmächtig" aus, was ihn dazu veranlasst zu bemerken, dass ich dazu besser Handschuhe angezogen hätte. Dann will er weg, doch ich bestehe darauf, die Funktion des Dachzeltes gezeigt zu bekommen. Holt er aus seinem Shed eine Leiter und fängt an, die Zurrings zu lösen. Und wie soll ich das im Feld machen? Letztlich ist alles ziemlich einfach, allerdings müssen wir nach seiner Aussage alles rausräumen, bevor wir das Zelt wieder zumachen und verpacken können. Zuguterletzt suche ich den Jack und frage, woraufhin er sagt, dass da ja der Hijack sei, etwas anderes gebe es nicht in den Fahrzeugen, die TCC ausliefert. Nachdenklich wird er, als ich ihm den Jack im gerade zurückgegebenen Fahrzeug zeige. Aber in seinem Shed ist keiner. Letztlich bin wieder ich es, der ihn findet - in einem Nebencompartment eines Compartments am hinteren Ende der Beifahrerseite. Dann ist er uns los. Ein Glück, dass ich kein Landcruiser-Anfänger bin, mit dieser Übergabe wäre ich völlig überfordert gewesen.
Wir fahren nach Darlington, finden auf Anhieb die neue Straße, sind viel früher da als erwartet, treffen aber dennoch beide, Elfriede und Wynne, zuhause an.
Woomera Enquiries braucht einen unterschriebenen Antrag, gut, dass wir gerade hier sind. Ich schicke den ausgefüllten Antrag an Wynne, der druckt ihn aus, ich unterschreibe, er scannt ihn wieder ein, schickt das Ergebnis als Antwort an mic und ich leite es weiter an Woomera. Im Grunde ganz einfach.
Nach dem alles geklärt ist für Anfang Dezember und wir die Sachen, die wir während der nächsten Wochen sicher nicht brauchen, eingelagert haben, brechen wir auf nach Osten.
Die von Nathalie genannten Rufnummern werden nicht durchgeschaltet, sondern landen bei einer Answering Machine. Mal sehen, ob jemand reagiert.
Der Troupie beim Tanken von hinten...


In Mundaring tanken wir, 140 l passen in die beiden Tanks, etws weniger als die Hälfte eines Tanks war noch drin. Mal sehen, für die Rückgabe ist der SUB wahrscheinlich leer, also  werde ich den MAIN bis zwei Strich unter halb leerfahren. Die Reifen des "Neuen" sind excellent, Vorder- und Ersatzräder nagelneu, die Hinterräder bei etwa 75%.
und von vorne. Baujahr 2011, schick.
In Northam nisten wir uns auf dem Caravan Park ein, es gibt nur "powered sites", auch recht (31°38'24"S 116°51'53"O). Wir packen alles aus und räumen neu ein. Darüber wird es sechs, Zeit zum Kochen in der nebenanliegenden Camp Kitchen. Andrs geht es nicht, der Wind ist noch immer  frisch und kalt. Da Russell keinen Blick in die Schränke geworfen hat, haben wir leider die Hälfte unseres Teevorrats im Bushi vergessen.
Gegen acht verziehen wir uns ins Dachzelt, alles andre ist zu unbequem und/oder zu kalt.

Freitag, 21. Oktober 2016

Gegen halb fünf bin ich hellwach und friere. Die Vögel fangen an zu singen, es wird schon hell. Eine Weile bleibe ich noch liegen, dann wird es Zeit aufzustehen. Der Atem ist deutlich zu sehen, es hat 7 Grad. Schon bitter. Auch die aufgehende Sonne kann da nicht viel helfen, denn noch hat sie nur wenig Kraft.
Das Zelt klappt zu, nachdem ich die beiden Kopfkissen rausgenommen habe und lässt sich gut verpacken. Allerdings sind meine Finger so steif, dass ich Probleme habe, die Zurrings zu schließen. Das kann ja nur besser werden, ab Montag sol die Kaltfront - auch den Australiern ist es zu kalt - durch sein, der Wind schwächer werden. Der ganze Winter war etwa 2 Grad kälter als normal, zumindest in Perth. Und in SA ist vor einiger Zeit für fast 24 Stunden der Strom ausgefallen, weil das Kraftwerk in Port Augusta (?) abgesoffen ist.
In Merredin halten wir zum ersten Mal, dort nehmen wir Kontakt auf zu Angelika, weil das Radio nicht funktioniert. Gerade auf den langen Transferstrecken wäre ein wenig Musik ab und zu nicht schlecht. Aber das Display zeigt nur "SEC", sonst nichts, egal, was wir probieren. Da hat jemand versucht zu oft eine falsche Pi einzugeben. Toyota Merredin kann da nichts machen, die haben kein passendes Gerät, um den Code auszulesen, und hat uns an Kalgoorlie verwiesen. Außerdem haben wir den Segen Angelikas, eine neue Pfanne zu kaufen. Die "mitgelieferte" ist völlig verbogen und hat zwei dicke Schrammen im Teflon. Das ist uns bei der Übernahme nicht aufgefallen, erst abends beim Kochen. Endlich ist auch das SA-Permit auf dem Weg, zumindest hat jemand, jener Keaton (?) O'Connor, an den Nathalie mich verwiesen hatte, meine Daten aufgenommen und wird veranlassen, dass sich jemand mit mir in Verbindung setzt. Fast zeitgleich kommt das Permit für die Woomera Prohibited Area, also sieht es richtig gut aus. Wie sich die Ansichten doch in kurzer Zeit ändern können.
In Southern Cross, wo wir vor zwei Jahren endlich eine Werkstatt gefunden haben, die uns den Service machen wollten und wo ich damals das Ersatz-Mobile gekauft habe, suchen wir nach einem Stadtbummel den örtlichen  Caravan Park auf und nisten uns dort ein (31°13'41"S 119°20'10"O). Solange die Sonne scheint, ist es angenehm warm, zumindest, solange wir den Wind vermeiden können. Aber auch der ist deutlich schwächer als gestern. Der Park ist fast leer, wir können uns auf der tent area breitmachen und den Troupie so hinstellen, dass er zum einen ganz waagerecht steht und zum anderen die Schnauze in den Wind streckt. Obwohl das ja jetzt nicht mehr erforderlich ist. Ich teste den Kompressor, räume noch ein wenig rum, mache die Halterung für die Action Cam am unteren Holm des Bullbar fest und schreibe ein bisschen. Morgen sollte ich versuchen, einen neuen Post zu erstellen.
Bevor meine Finger anfangen steif zu werden, packe ich das Zelt aus und klappe es auf.
mit aufgeklapptem Rooftent - Tiere kommen hier nicht dran


Samstag, 22. Oktober 2016

Auf dem Weg nach Kalgoorlie halten wir das eine oder andere Mal, einmal muss ich Pflanzen fotografieren, einmal suche ich die Ursache eines Klapperns, einmal besuchen wir einen Gedenkstein (für das Boorabbin Fire, dem am 30. Dezember 2007 drei Trucker (und etwa 400 qkm Wald und Bushland) zum Opfer fielen.
Bei den Baustellen, die in Betrieb sind, zeigt sich, dass der Cruise Control sinnvoll ist, denn dann muss ich nicht immer auf den Tacho achten. Ja, dieser Troupie hat einen Tempomat und elektrische Fensterheber.
Troupie vor Roadtrain und der Kalgoorlie Pipeline
Bei Toyota können die Männer von der Samstagsnotbesatzung nicht helfen, wir sollen Montag um 8 kommen, dann dauert es etwa 15 Minuten, dann ist der Code wieder zurückgesetzt.
Bei Kmart kaufen wir notwendigen Küchenbedarf wie neues Besteck, denn das ausgelieferte ist in schlechtem Zustand, einen neuen Dosenöffner, einen Gasanzünder, Gaskartuschen für den kleinen Gasherd (mit dem wir das Teewasser am Morgen kochen. Und auch Coles bekommt einen Besuch, wir brauchen fürs Wochenende noch ein paar frische Lebensmittel. Avokado z.B.,  2 Stück für 5 AUD, also etwa 3,60 €, sind so was von gut hier, da könnte ich mich reinlegen. Wir essen fast jeden Tag eine, wenn es die Marktlage hergibt.
Auf dem Discovery Tourist Park in Kalgoorlie (direkt neben dem Discovery Tourist Park Boulder) mieten wir uns erstmal für eine Nacht ein, dann werden wir weiter sehen. Der Platz ist ziemlich leer, wir stehen wie 2013 ganz in der Nähe der großen Camp Kitchen. Etwa 20 Meter neben uns steht ein Kühlwagen mit laufendem Kompressor, das halte ich nicht lange aus, schon gar nicht in der Nacht.
Es ist angenehm warm, da können wir auf alle möglichen Kleidungsstücke verzichten und ich traue mich auch mal wieder unter die Dusche. Das Duschen ist ja eh kein Problem, aber die kalte Luft im Anschluss, mit nassen Haaren und feuchter Haut. Ab morgen soll es auch nachts wieder wärmer sein. Mit zwei Schlafsäcken für jeden von uns ging's letzte Nacht auch.
Geodaten für heute: 30°46'48"S 121°28'10"O.

Samstag, 15. Oktober 2016

Am Ningaloo Reef - von Exmouth nach Carnarvon



Samstag, 8. Oktober 2016

Der Wind lässt uns nur eine Chance, nämlich zum Kochen und damit auch zum Essen in die große Camp Kitchen zu gehen. An einem Tisch sind noch Plätze frei, ein Kochfeld ist auch nicht in Benutzung, also mache ich mich ans Werk. Gleichzeitig mit mir wird unsere Tischnachbarin mit ihrem Essen fertig, so können wir zusammen essen. Laura ist aus Spanien, sie hat den Work-Teil ihres Work & Travel Programmes abgeschlossen und reist jetzt noch durch Australien, im Uhrzeigersinn auf dem Weg nach Sydney, von wo sie im November zurückfliegen wird nach Bilbao.
Wieder gibt es keine Sterne zu sehen, dicke Wolken bedecken den Himmel und dazu weht ein kühler, strammer Wind.

Sonntag, 9. Oktober 2016

Um halb fünf werde ich wach, der Bushi schwankt. Ist da jemand? Nein, es ist der Wind. Ich gehe kurz raus, die Wolken sind weg, Sterne stehen über uns, im Zenit ist Orion zu sehen.
Auch zum Frühstück gehen wir in die Camp Kitchen. Sie ist wirklich gut ausgestattet, allerdings stören mich manche ziemlich laute Frauen, gestern schon und heute wieder. Aber es sind andere als gestern beim Abendessen. Je schlechter meine Ohren werden, desto mehr stört mich Lärm, zumal völlig unnötiger.
Dann beschließen wir, eine weitere Nacht hier zu bleiben, um Wäsche zu waschen und uns in der Visitor Information über Cape Range - wo man seit dem letzten Jahr vorbuchen muss - Yardie Creek und die Gezeiten-Zeiten einzuholen, bevor wir uns nach Cape Range aufmachen. Gute Idee. Außerdem sind es auf direktem Weg ohnehin nur noch rund 1.100 Kilometer bis Perth, das ist in zwei Tagen zu schaffen, bzw. in vier Tagen gemütlich hinter uns zu bringen. Wir dürfen also bummeln.
Und so kommt es, dass wir uns im Büro für eine weitere Nacht eintragen, die schmutzige Wäsche in eine Maschine stopfen und uns zu Fuß aufmachen in den doch recht kleinen Ort. Seit heute ist Nachsaison, deshalb ist die Übernachtung billiger und die Plätze im Cape Range müssen nicht mehr gebucht werden, es gilt das "first come, first serve" Prinzip. Gut so. Aber auch eine schlechte Nachricht bekommen wir in der VI, "Yardie Creek Crossing is impassable", die Sandbänke wurden weggeschwemmt, die Furt existiert nicht mehr. Schade, aber so ist es eben. Wir brauchen ein Brot und bekommen es im IGA und bei Cellarbration gibt es Wein in der Box, obwohl wir nördlich von Carnarvon sind. Auf dem Rückweg zum Holiday Resort sehen wir die ersten Emus auf dieser Reise, vier Damen wandern den Gehweg entlang und picken nach allem, was wie Futter aussieht.
Grundstücke hier in Exmouth kosten etwa halb so viel wie in Neckarhausen und sind damit angesichts der Lage und Größe des Ortes und der Zyklongefahr doch sehr teuer. Aber es gibt sehr schöne fertige Häuser zu kaufen, die nach unserer Sicht zwar in Leichtbauweise, für hiesige Verhältnisse aber adäquat erstellt sind. Nun ja, Kununurra ist sicher eine bessere Wahl.
Zurück auf dem Platz treffen gerade die beiden Harley Davidson ein, die wir schon in Broome gesehen hatten. Klar, es gibt nur zwei Richtungen und so sieht man sich mehrfach oder aber nur ein Mal. Sie fährt ein Trike mit Zelttrailer, er hat eine Softail mit "normalem" zweirädrigem Anhänger für das Gepäck. Gravel roads sind mit diesen Gefährten keine Freude, weshalb sie sich jetzt an feste Straßen halten und die nächste Runde (sie sind aus  der Grenzstadt Coolangatta - die Grenze zwischen NSW und QLD geht mitten hindurch) mit 4WD und Caravan machen, um sich dann das jetzt Ausgelassene anzusehen.
Wieder tauchen Emus auf, ein Vater mit (nur) zwei Jungen, die mit erhobenem Kopf kleiner sind als des Vaters Beine, also unter ihm durchgehen könnten, wandert über das Gelände des Campingplatzes. Auch diese drei picken nach allem, was sie für Fressenswert erachten. Durch den anhaltenden Wind ist unsere Wäsche ganz schnell trocken, danach beginnt ein fauler Nachmittag mit Lesen. Brigitte geht zum Strand, als ich mich aufraffe, mit dem Tippen zu beginnen.
Dori aus "Finding Nemo" betrachtet einen Jelly Fish.
Nach dem Abendessen - Laura ist schon fertig, als ich zum Kochen in die Küche komme. Dafür kommen wir mit einem Ehepaar aus Holland ins Gespräch, die uns mehrmals auf der GRR gesehen haben. Peinlich, ich kann mich nicht erinnern. - ist der gestern wegen Regens (doch, es fielen ein paar Tropfen, aber auch die wären für den heißen Beamer zu viel) abgesagte Film angekündigt. Nachdem ich es zu James großer Freude - er fließt geradezu über vor lauter Informationen, ich komme kaum zum Reden -endlich geschafft habe, in Brisbane anzurufen,  gehen wir die paar Schritte rüber vor die Küche. Es ist ein BYO-Kino, wir müssen unsere eigene Sitzgelegenheit mitbringen. Getränke natürlich auch, wenn man will. "Finding Nemo" wird gegeben, ein Film, den wir zwar schon kennen, aber gerne noch mal ansehen. Für die kleinen Kinder ist er allerdings eher ungeeignet, sie bekommen an mehreren Stellen Angst.
Eigentlich ist ein Pullover oder zumindest ein langärmeliges Hemd angesagt, der Wind ist doch recht kühl auf die Dauer.

Montag, 10. Oktober 2016

Der Weg in den National Park vorbei am nördlichen Kap und dem Leuchtturm ist nur kurz. An der Registration, wo wir uns eine Übernachtung kaufen, hört sich das mit Yardie Creek schon ganz anders an: "We do not recommend it, but people use it." Dann bekomme ich noch Tipps wegen des Reifendrucks und das war's. Wir sehen uns die Überfahrt an beim heutigen Niedrigwasser, ich gehe zwei mögliche Strecken ab und komme zum Schluss, dass wir uns das zutrauen können. Und notfalls müssen eben die Tracks zum Einsatz kommen.
Auf dem Yardie Gorge Trail sehen wir verschiedene Vögel und - zum ersten Mal überhaupt - Black Footed Rock Wallabies. Das ist natürlich besonders schön. Ich habe sie aufgeschreckt, dann sind sie einen Busch weitergehüpft und dort neugierig und doch achtsam sitzen geblieben. Schon vorher, bei einem Halt an Mandu Beach, konnte ich ein paar Aufnahmen von einem Seeadler machen, auch das gelingt mir nicht so oft. Und auch zwei Galas haben mich heute auf akzeptable Entfernung herankommen lassen. Ich weiß nicht, was auf dem Boden ihr Interesse so stark beansprucht hat, dass sie trotz meiner Annäherung auf fast 3 Meter hingenommen haben. Das große Objektiv ist für den mobilen Einsatz hier in Australien eher ungeeignet, denn es ist viel zu schwer für mich und sollte mit Stativ verwendet werden. Gut zu wissen, beim nächsten Besuch kann ich darauf verzichten, das spart eine ganze Menge an Gewicht.
Oberhalb der Yardie Creek Gorge
Am Nachmittag kommt der Host bei uns (22°19'14"S 113°48'48"O) vorbei. Neben dem üblichen Smalltalk über das Woher und Wohin und wofür ich die Kamera habe, kommen wir auf das Yardie Creek Crossing zu sprechen. Er sagt, dass etwa jeder 5. Besucher den Übergang benutzt auf dem Weg nach Süden. Wahrscheinlich hat er bei dieser Aussage nur die 4WD als Besucher gezählt.
Der Wind hat im Laufe des Tages um etwa 120 Grad gedreht. Als wir den Bushi hingestellt haben, kam er genau von vorne und das Auto steht fast in der Waage, also optimal. Jetzt sieht es ein wenig anders aus. Ich hoffe, dass er - wie versprochen - etwas abflaut und wieder zurückdreht. Mit dem Kochen klappt es jedenfalls. Ich hab' mir doch tatsächlich einen leichten Sonnenbrand zugezogen. Sonne und kühler Wind, das ist halt recht gefährlich.

Dienstag, 11. Oktober 2016

Wenn wir nichts vorhaben, geht alles immer ganz schnell…
Ich mache ein paar Bilder vom Sonnenaufgang. Das ist richtig schön, abends freie Sicht zum Sonnenuntergang und morgens zum Aufgang der Sonne über dem sich abflachenden Cape Range. Die sich am Reff brechenden Wellen hatten die Sonne schon, da war bei uns noch alles im Schatten.
Momentan ist das Wasser, ds zu durchfahren ist, etwa knietief (das heißt, meine Knie werden überspült), deshalb entschließen wir uns, doch noch zu warten. Auf der anderen Seite wartet ein junges, offensichtlich französisches Paar darauf, den Creek nach Norden überqueren zu können. Sie sind gestern Abend von Ningaloo Station angekommen, da war es schon zu dunkel, um das Wagnis zu unternehmen. 
Yardie Creek Crossing am frühen Morgen
Ein wunderbarer Strandspaziergang "füllt" die sich durch die Wartezeit auftuende Lücke. Wir unterhalten uns am Strand mit dem Paar vom Wohnwagen neben uns. Sie sind aus Canberra, auch ihnen sind wir am Circular Pool ("Australia's coldest Pool", sagte sie heute) begegnet. Wir unterhalten uns über das Reisen, denn sie machen seit Mitte Mai eine Australienumrundung, zu Weihnachten wollen sie zurück sein. Vermutlich sehen wir uns in ein paar Tagen in Coral Bay. Sie ist gebürtige Ungarin, deshalb haben sie letztes Jahr Bayern, Österreich, Ungarn, Kroatien, Italien und Frankreich im Mietwagen bereist.
Dann raffen wir uns auf, lassen die Luft aus den Reifen, schalten den Vierradantrieb ein und rollen los. Brigitte geht durch das Wasser auf die andere Seite, ich warte, bis sie bereit ist und starte. Um den Ausläufer des Flusses mit den vielen Fischen - ein junger Manta "fliegt" vorbei, vorher war ein kleiner Hai zu sehen - herum, den Strand entlang nach Süden und dann über den Ablauf des Creek. Die scheinbar schwierigste Stelle, der weiche Sand nach der Furt, ist problemlos, 30 Meter weiter sitze ich im Tiefsand fest. Das kommt davon, wenn man sich nicht an den Spuren der anderen orientiert, sondern meint, einen eigenen Weg fahren zu müssen. Dank der Tracks bin ich aber bald wieder frei, kann aus dem Sand fahren und den Reifendruck wieder erhöhen. Das nächste Stück geht über gefährlich aussehende Steine, da habe ich lieber mehr Druck auf den Karkassen.
Der Yardie Ningaloo Track und seine Fortsetzung bis kurz vor Coral Bay ist nicht im besten Zustand, aber doch gut fahrbar. Die Düne umfahren wir diesmal, weil Brigitte daran denkt, mich rechtzeitig in die linke Spur zu schicken. Kilometerlang führen die beiden Tracks nebeneinander her, dann endet der rechte in der Düne.
Im People's Park Caravan Park in Coral Bay ist kein Platz in der ersten Reihe und überhaupt kein "powered site" frei und interessanterweise kann die Lady an der Rezeption auch nicht sagen, ob in den nächsten Tagen etwas frei wird. Merkwürdig. Also nehmen wir einen unpowered site (23°8'35"S 113°46'9"O, wir sind kurz davor, die Tropen zu verlassen) direkt an der Strandseite (R4 für die Eingeweihten), erstmal für zwei Nächte. Länger wird die Batterie für den Kühlschrank nicht halten, fürchte ich, spätestens dann müssen wir uns entscheiden, was wir machen. Notfalls müssen wir den anderen Caravan Park benutzen, dort waren wir 2013.
Ansonsten sieht es so aus, dass wir bis 15. hierbleiben können, dann in Carnarvon, Hamelin Pool, Hutt River und Cervantes (dort sind die Pinnacles) Station machend am 19. Oktober gegen Mittag in Perth eintreffen. Das sollte dann reichen für die Reinigung und das Zusammenpacken, so dass wir am 20. das Auto übergeben können. Ja, es muss sein, es hat niemand kurzfristig abgesagt bei TCC, schade. Aber allmählich freue ich mich doch auch auf die neue Erfahrung. Nur der Wechsel mit den damit verbundenen Arbeiten ist doof. Weil es nur noch knapp 1.400 km sind inclusive aller Umwege, werde ich den nahezu leeren SUB nicht mehr befüllen,  sondern ab dem nächsten Umschalten, das bald fällig ist, nur noch den MAIN benutzen. Inzwischen habe ich den Verrauch auf etwa 10,8 l/100km drosseln können.
In Coral Bay im Peoples Park Caravan Park auf Platz R4
Ein Anruf bei Marion wegen der Übergabemodalitäten geht an die Voicemail, der Rückruf kommt später von einem zumindest am Telefon schwer verständlichen Englisch sprechenden Mann, dessen Namen ich mir zuerst nicht gemerkt habe, er heißt Russell. Marion ist die nächsten drei Wochen nicht da, er wird die Übergabe machen. Nein, nicht früher, genau am 20., und eine Waschanlage in der Nähe von TCC kann er mir auch nicht nennen. Vielleicht kommt ja doch noch eine SMS mit den Informationen. Ich vergaß, nach der Regi zu fragen, damit ich mich um die Permits für Anne Beadell (oder, falls das nicht geht, eine Alternativstrecke) bemühen kann. Also schicke ich eine SMS an Marion, ihr Mobile scheint ja jetzt bei Russell zu sein.
Beim Spülen beim Barbeque kommen wir mit Barry ins Gespräch, er will sich sein Fleisch zum Abendessen grillen, und das dauert. Seine Frau Lesly, die sich dazu gesellt, weil ihr das Warten auf das Abendessen zu lange wird, ist Fast-Vegetarierin. Sie isst gelegentlich Fisch oder Fleisch, normalerweise aber nicht. Es gibt bei ihnen den für abends fast unvermeidlichen Salat.
Im Ningaloo Resort neben uns ist abends ziemlich Festbeleuchtung. Aber hier sind ja eh ziemlich viele Bäume, da ist das nicht so gravierend.

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Bevor wir uns auf den Weg in die Town - welch hochtrabender Name für die paar Häuser - machen, warte ich ab, bis es 10 ist, dann gehe ich in die Rezeption. Und siehe da, in der Frontrow ist ein Platz frei, Nummer 1. Nach kurzer Rücksprache mit Brigitte nehme ich ihn, die Verrechnung mit unserem jetzigen Standplatz ist kein Problem. Ich packe die Stühle und den Tisch in den Bushi und fahre mit offener Türe nach vorne. Während Brigitte auslädt, räume ich den Zugang zum Kabel frei und stelle "den Landanschluss" - so hieß das bei der Marine - her. Jetzt kann ich unbesorgt sowohl die Applegeräte als auch meinen Laptop laden und mittelfristig auch die Kamera und die Zahnbürste.
Der neue Stellplatz ist Platz 1 - gegenüber ist der Strand
Eine erste Schnorcheltour schließt sich an, das Wasser ist nicht kalt, aber "fresh", auf Dauer zu frisch. Unter den Felsen am linken Rand des Strandes - klar, es kommt darauf an, wie man schaut, ich schaue auf das Meer hinaus - wärmen wir uns wieder auf. Interessant: Es gibt hier Ameisen! Wo kommen die her und was machen sie hier, wenn keine Touristen da sind, die sie anbeißen können?
Unter Felsen am linken Rand des Strands vor "Peoples Park"
Lesly hat uns für 3.30 PM zu einem Drink eingeladen, Brigitte holt dazu im Supermarkt "um die Ecke" eine Packung Rice Crackers als Gastgeschenk. Eine interessante Zeit bricht an, wir reden über dies und das, und was Barry sagt, hat wirklich Hand und Fuß. Er hat eine Zeitlang in der Superpit gearbeitet, aber auch in Port Hedland. Sie sind aus Canberra angereist, sind aber beide aus Kalgoorlie und haben sich im College kennengelernt. Seit 52 Jahren sind sie ein Paar - phantastisch. Sie taucht und schnorchelt gerne, deshalb sind sie oft hier in Coral Bay, so wie ich es verstanden habe, fast jedes Jahr. Anfangs mit Freunden in einer Ferienwohnung, als die Gruppe immer kleiner wurde, haben sie auf einen Caravan gewechselt und seit diesem Jahr sind sie mit einem Wohnmobil, zugelassen in WA, unterwegs. Barry war in seiner Jugend mindestens westaustralischer Mister im Brustschwimmen, ich weiß allerdings nicht, über welche Strecke. Dabei haben Lesly und er sich kennengelernt. Jetzt hat er leider ein Problem mit dem Atlas und kann nur im Wasser sitzen, muss stattdessen jeden Tag den Verband wechseln lassen.
Während des Kochens kommt unser Gegenüber von Platz 24 und fragt, wo wir eigentlich schlafen. Ich zeige ihm daraufhin das Innere unseres Bushi, er ist beeindruckt, wohl in erster Linie davon, dass so wenig Platz reicht für uns. Er packt gerade zusammen, sie fahren morgen früh nach Denham und nach dem Wochenende nach Geraldton, das Auto braucht einen Service.

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Kurz vor Sonnenaufgang
Heute gehen wir tatsächlich in die Town, aber in erster Linie um zu sehen, ob wir die Familie aus Sydney finden und Margrit und Franz. Denn nachdem ich endlich mich daran gemacht habe, Franz im Facebook zu finden, was gar nicht so einfach war, habe ich gesehen, dass sie bereits hier in CB sind. Aber wohl nicht auf einem der zwei Caravan Park hier, sondern irgendwo "am Rande". Und die Sydneysider sind wohl leider schon abgereist. Gestern Nachmittag, als wir gerade im Aufbrechen waren, um der Einladung zu folgen, sah ich sie noch an den Strand gehen, jetzt sind sie auf Bayview nicht zu finden. Da sind wir wohl zu spät.
 So wandern wir stattdessen um die Bay herum und vorbei am Reef Shark Sanctuary bis um das nächste Kap herum. Dort drehen wir um, damit der Schwarm Seevögel, der auf dem Strand sitzt und bei unserem Näherkommen immer etwa 20  weiterfliegt, nicht weiter gestört wird. Auf dem Rückweg sehen wir im Sanctuary drei große Mantas, zwei weiße und einen braunen mit blauen Flecken und, etwas weiter entfernt, etwa 10 Reef Sharks als schwarze Schatten, die sich schnell bewegen. Sie werden von einem Touristen (?) mit dem Mobile verfolgt.
Coral Bay vom südlichen Ende des Reef Shark Sanctuary aus gesehen.
Zurück am Platz sehen wir zu, wie ein neuer Gast auf 24 einparkt und seinen Caravan für die Zeit hier einrichtet. Ian ist stark beschäftigt, seine Frau Heather zieht sich bald in den Caravan zurück. Nach einer Weile kommt er herüber, wir kommen ins Gespräch. Sie sind aus Brisbane, ihre Reise führte sie über Sydney, Canberra, Melbourne, Adelaide und Perth bis zum nördlichsten Punkt ihrer Reise in Exmouth. Aber dort war es ihnen zu windig, deshalb sind sie hier in Coral Bay. Demnächst kehren sie um und fahren den gleichen Weg zurück. Heather ist es in den Tropen zu warm, und auf dem Barkly Highway zu trocken, deshalb gibt es keine Umrundung.. Später fragt er nach meinem Anhänger, "Is it a dove?" (Erstaunlich, dass er ihn überhaupt gesehen hat hinter dem Bart.) Und schon sind wir bei einem Thema, das nicht mehr "small talk" ist, es geht um Religion. Sie beide haben zeitweise als Missionare auf den Philippinen gearbeitet, er war auch schon anglikanischer Minister und hat über Liturgie gelehrt. Also kennt er sich ziemlich aus. Ich habe nicht alles verstanden in der langen Unterhaltung. Und letztlich war mir wohler, als wir über seine Frage, was diese orangefarbenen Dinger unter unserem Heck seien, auf das Fahren auf Sand und überhaupt im Gelände zu sprechen kommen. Bei dem Thema bin ich mir meines englischen Wortschatzes etwas sicherer. Ian ist der Meinng, dass wir nicht den Caravan Park in Cervantes nehmen sollten, sondern den in Jurien Bay, der ist nur etwa 20 km weiter nördlich. In Cervantes sind Bauarbeiten im Gang – wie auch hier, gestern wurde die Baustelle eingerichtet, ein neues Waschhaus soll errichtet werden.
Trotz dieses Intermezzos reicht es vor dem Kochen noch zu einem Swim in der Bay, heute ohne Schnorchel und Brille, dafür als Strecke. Und auch das für heute geplante Telefonat mit Nathalie in Kununurra habe ich erledigt, sie schickt mir an einem der nächsten Tage das Permit. Lesly und Barry kommen auf einen Chat am Zaun vorbei.
Während wir am Strand sind, ruft Nathalie noch mal an, hoffentlich ist alles ok. Aber bis ich den entgangenen Anruf sehe, ist sie sicher nicht mehr im Büro.
Ein kühler Wind aus Südwesten hat eingesetzt, ich hoffe, er legt sich wieder, sonst kann ich nicht sehr lange im Freien bleiben heute. So ist es dann auch, ab 7 sind wir meist im Auto. Auch gut, da kann ich lesen.

Freitag, 14. Oktober 2016

In der SZ, die ich gestern Mittag herunterlud, dann aber wegen des Gesprächs mit Ian beiseitelegte,  lese ich heute in üblicher Frühstückstradition. Dass die Nachrichten nicht die neuesten sind, spielt bei den sechs Stunden Zeitunterschied keine Rolle. Zuhause ist ja gerade erst heute.
Ich buche eine Tour mit dem Glass Bottom Boat, 3 Stunden mit Schnorcheleinlagen und Seaturtle-Besuch. Ich werde als Senior akzeptiert, auch ohne Ausweis, Brigitte fährt als "Observer", Beobachter, mit, das ist preiswerter, deshalb gibt es da keinen Unterschied zwischen Senior und Nichtsenior. Ich glaube, sie hat ein bisschen Angst vor dem Schnorcheln weiter draußen.
Nathalie ist (noch) nicht zu erreichen, nicht um Viertel nach acht und auch nicht eine Stunde später. Dafür ruft sie mich gegen 10 an. Ihr fehlen Make, Model, Colour und Regostate (Staat, in dem das Auto zugelassen ist) des neuen Autos.
Brigitte auf dem Weg zum Glass Bottom Boat, der "Nhanya Ku"
Dann machen wir uns auf den Weg an den Strand. Die Fahrt ist wirklich klasse, ich bin froh, dass wir uns dazu entschlossen haben. Das Wasser ist ziemlich kalt - eigentlich brauche ich einen Wetsuit, aber das ist bei dieser Tour nicht vorgesehen. Dazu hätte ich die „5-6 Stunden Tour“ buchen müssen, aber die findet nicht im Glass Bottom Boat statt. Man kann nicht alles haben. - dafür ist das Wasser glasklar und so nahe komme ich den Korallen und Fischen in der nächsten Zeit nicht mehr. Vielleicht Ende November, mal sehen. Ich brauche hinterher zwei Becher heißen Tee und fast eine halbe Stunde zumindest teilweise in der Sonne, bis ich das Zittern aus den Armen bekomme. Bei der zweiten Schorcheltour nehme ich mir vor, nach 15 Minuten zum Boot zurückzukehren, aber dann bedeutet mir Stefanie, ihr zu folgen. Sie zeigt mir eine Schildkröte und Fische, die mir anderweitig entgangen wären. Letztendlich sind wir die letzten, die an Bord zurückkommen. Dennoch ist mir diesmal nicht so kalt. Der Wind wird immer stärker, es wird Zeit, Coral Bay zu verlassen.
Wieder ein längeres Gespräch mit Ian, diesmal lade ich ihn auf ein Bier ein - und er nimmt sogar an. Danach reicht es noch, dass Brigitte und ich zu einer (für mich weiteren) Schnorcheltour gehen können. Damit ist für diesmal gut. Mit nasser Haut durch den Wind zu laufen macht keinen Spaß. Brigitte hatte sich Heather's Noodle ausgeliehen und meint, damit sei es besser. Also sollten wir beim nächsten Versuch wieder eine Noodle dabei haben, nachdem wir sie 2014 fast unbenutzt verschenkt haben.
Heute koche ich im Auto, es ist viel zu windig draußen. Und dann essen wir auch gleich drinnen, das ist angenehmer. Der Wind ist kalt, es ziehen graue Wolken auf. Vom Sonnenuntergang ist heute nichts zu sehen. Weil uns Ian seine ausgelesene Zeitung von heute gibt, schieben wir das Spülen immer weiter nach hinten, aber irgendwann muss es doch sein.
Zum ersten Mal auf dieser reise schlafen wir bei geschlossener Hecktüre - wegen des Windes und der damit verbundenen unangenehmen Kühle.

Samstag, 15. Oktober 2016

10 nach sieben sind wir unterwegs nach Süden. Der Himmel hat sich nicht wesentlich verändert, also auch nicht zum Schlechten. 43 km nördlich von Minilya Roadhouse passieren wir den Tropic of Capricorn, wir verlassen offiziell die Tropen. Irgendetwas klappert, schon seit dem verlassen von Coral Bay, aber ich habe noch nichts gefunden. Es ist, wie sich bei Minilya Roadhouse herausstellt, der Mudabweiser rechts vorn, der durch den Gegenwind gegen das Trittbrett schlägt.
In Carnarvon fahren wir zuerst direkt nach der Überquerung des mächtigen Gascoyne Rivers, der allerdings momentan nur aus Sand besteht, zu einem Hof, um "frozen mango" zu kaufen. Er hat keine, aber wir werden an dnr Nachbarn, die Carnarvon Nurserie, verwiesen. Siehe da, das ist der Laden, in dem wir auch 2014 waren. Der Besitzer erkennt uns "You've been here before, didn't you?", Namen weiß er allerdings nicht, woher auch.
Später im Ort kaufen wir ein, tanken (weil es hier den 4 Cent pro Liter Preisnachlass bei Woolworth/Caltex gibt) und fahren dann wieder zurück zum North West Coastal Hwy, denn dort, kurz vor der Einmündung, ist der Caravan Park, auf dem wir heute überachten wollen. Der Platz sieht recht verlassen aus, aber wir können einchecken. In Carnarvon ist wohl jetzt so eine Art Zwischensaison, denn die örtlichen Attractions haben seit dieser Woche fast alle Pause. Klar, die Jetty hat offen und die Dishes sind zumindest von 9 am bis 2 pm geöffnet. Aber sonst sieht es eher traurig aus. Die Ernte beginnt eben erst in etwa zwei Monaten.