Samstag, 15. Oktober 2016
Das Abendessen bereite ich in der Camp
Kitchen zu und dort essen wir auch. Bei diesem anhaltenden Wind ist am
Auto nichts zu machen - und die Kitchen ist recht gut. Während ich koche, kommt
ein anderer Gast und brät sich auf dem Barbequeue ein Steak. Brigitte unterhält
sich mit ihm, bei mir geht eh alles den normalen Gang.
Abends spielen wir die im Auto sitzend
schon üblichen drei Runden Skibbo, zu meiner Überraschung gewinne ich den
Abend!
| Nach Sonnenuntergang |
Sonntag, 16. Oktober 2016
Ich hatte zu Anfang der Nacht heftig mit
einem beginnenden Schnupfen mit Fieber zu kämpfen, heute Morgen war es
weitgehend vorbei. Abwarten.
Aber
weil ich mich um eine hasindwir schon um sieben unterwegs. An der Tankstelle
neben dem Caravan Park fülle ich Luft in die Reifen, alle vier haben
gleichmäßig 5 PSI zu wenig. Es ist kaum zu glauben, wieviel Betrieb hier an
einem Sonntagmorgen herrscht, ich muss sogar an der Luft anstehen.
Ich glaube, wir fahren jetzt das vierte Mal
diese Strecke, denn es gibt keine echte Alternative, aber im Wooramel Roadhouse
waren wir noch nie, da sind wir immer vorbeigefahren. Das ist ein Fehler, denn
es ist sehr ordentlich und sauber - und die frisch zubereiteten Chips sind
erstklassig. Da sieht es im Overlander Roadhouse schon weniger gut aus.
Bevor wir zu Hamelin Station fahren,
statten wir den Stromatoliten den obligatorischen Besuch ab und auch dem
Muschelstein - Steinbruch. Im Shop, wo Brigitte als Ausgleich für meine Chips
ein Stück Kuchen mitnimmt, treffen wir das englische Ehepaar mit Sohn zum
vierten Mal: In Exmouth, in Cape Range, in Carnarvon und jetzt hier in Hamelin
Pool. Sie fahren weiter nach Monkey Mia, denn in Denham waren sie schon. Damit
werden wir sie aus den Augen verlieren, angesichts unserer Planungen.
Natalie hat die Permits für Western
Australia geschickt, aber die für Southern Australia sind leider nicht dabei.
Da muss ich am Montag unterwegs was unternehmen, denn beim Prinzen gibt es kein
Netz. Hier gibt es teilweise (am Lake, im Auto, aber nicht in Lounge und
Kitchen) eines - das ist neu -, aber am Sonntag ist natürlich niemand zu
erreichen.
Ich versuche mal wieder, Vögel am See zu
fotografieren. Mit Stativ ist das große Objektiv durchaus verwendbar, aber eben
unhandlich. Weil ich befürchte, mir einen Sonnenbrand zu holen, gehe ich nach
gut einer Stunde zurück. Ja, die Sonne ist heute wieder am Himmel, schon beim
Aufstehen war der Himmel teilweise klar, bei der Fahrt nach Süden verschwanden die
letzten Wolken. Vorhin sind wieder welche im Westen aufgezogen, aber die sind
bis auf einen schmalen Streifen am Horizont wieder in sich zusammengefallen.
Sogar der Wind hat weitgehend nachgelassen, dennoch werden wir in der Küche
kochen, die ist ganz toll ausgestattet und in der Lounge zu essen ist schon
bequemer als am Campingtisch. So früh wie wir isst auch kaum sonst jemand, da
steht uns die Küche weitgehend zur Verfügung. Die eine Volunteer zeigt uns
einen Gecko, er kommt immer wieder hinter der Wandverkleidung aus Wellblech
hervor, bis er merkt, dass er aufgefallen ist. Dann verschwindet er wieder.
Wir gehen rüber zu dem Wohnwagen hinter
uns, ein Paar aus neuseeland, Hauptberuflich Traveller, er hat sich vorhin bei
Brigitte entschuldigt, weil er den Generator laufen hat. Der aber ist so leise,
dass wir es kaum bemerkt haben im allgemeinen Grundrauschen. Vor allem bei
meinem Hörvermögen ist es kein Problem.
Wir reden und reden, über Gott und die
Welt. Mittlerweile ist auch der Vollmond am Himmel, er wird die meisten Sterne
heute überdecken mit seinem Licht. Venus, Saturn und Mars sind die ersten, die
man sieht nach dem Sonnenuntergang (aber das sind ja keine Sterne), wenig
später sind die Pointer und die oberen Sterne des Skorpion zu sehen. Und dann folgt
die ganze Pracht. Auf Dauer ist es im Freien zu dieser Tageszeit zu kühl, wir
gehen in den Bushi. Skibbo ist angesagt.
Montag, 17. Oktober 2016
Insgesamt sind wir schon später dran, denn
ich bin erst nach sechs aufgewacht. Nach dem Frühstück in der Lounge bin ich
gerade dabei, unsere Stühle zu verpacken, da kommt jemand vom Nachbarfahrzeug,
einem Hilux von TCC. Sie fragt, ob sie mal in den Bushi reinschauen darf, was
ich ihr natürlich erlaube. Dabei stelle ich fest, dass noch nicht mal das Bett
auf die Seite geräumt ist. Wir reden und reden, Brigitte kommt dazu, dann auch
ihr Mann. Sie sind aus Hamburg, sind beide Lehrer und haben sich ein Jahr
Auszeit und ihren Sohn von der Schule genommen. Offensichtlich sind sie keine
Naturwissenschaftler, denn ein solcher würde sich über sein Fachgebiet nicht so
despektierlich äußern. Dafür, dass sie erst seit Mai unterwegs sind und vorher
noch nicht in Australien waren, haben sie schon sehr viel gesehen und elebt:
Old Ghan Track, Simpson Dessert, Birdsvilletrack. Und sie haben schon viele
unangenehme Situationen mit dem Auto erlebt, jedes für sich genommen nicht
schlimm, aber wenn halt alles gehäuft kommt… Acht Mal mussten sie in eine Werkstatt,
um was reparieren zu lassen. Übrigens: Noch sind Bruno und Chris ihre
Ansprechpartner.
| Blühende Grevilleen im Kalbarri National Park |
So sind wir heute erst um neun unterwegs.
Auch das Billabong Roadhouse ist einen Besuch wert, das Essen sieht lecker aus,
die Karte ist reichhaltig und das Lokal und die Toiletten sind sauber und
ordentlich. Die Übernachtung auf dem Platz neben dem Roadhouse kostet nichts,
bietet aber außer dem Stellplatz auch nichts.
In Ajana verlassen wir den North West
Coastal Hwy und fahren Richtung Kalbarri. Den Park lassen wir weitgehend aus,
nicht nur, weil unser Parkpass abgelaufen ist. Dafür gehen wir nach Kalbarri in
den Cliff-teil des Parks und sehen uns dort die paar Attraktionen an.
Wenig später verlassen wir die sealed road
und fahren über die Ogilvie West Rd zu Hutt River Province. Es reicht noch,
denn das Office schließt um 4 PM, Camper dürfen allerdings auch später kommen.
Wir lassen unsere Pässe stempeln, bezahlen die Unterkunft und unterhalten uns
mit Prince Leonard. Er sieht gut aus, viel besser als vor zwei Jahren. Wieder
verweist er uns an die Karte aus Polen, in der weder Canberra noch sonst eine
australische Stadt verzeichnet ist, aber die Hutt River Province. Allerdings
sind in keinem Land Städte vermerkt und für Europa gibt es nicht mal ein
Länderverzeichnis. Dann fahren runter auf den Caravan Park. Eine Brille im Etui
nehmen wir mit, die hat ein Gast im Büro liegen lassen. Leider ist das kein
Anfang einer Unterhaltung.
Trotz Wind ist es in der Sonne angenehm
warm, die Fliegen nerven. Ich kann mich nicht aufraffen, ein Fliegennetz
überzustreifen, also bin ich selbst schuld. Heute sind es wirklich viele.
Wir stehen laut iPhone auf 28°4'34"S 114°28'24"O, deutlich
weiter im Süden als gestern auf 26°25'29"S 114°11'30"O, deshalb ist
es auch wieder etwas kühler.
Abendessen kochen und essen im Auto, der
Wind lässt nichts anderes zu, dann wie gestern Skibbo. Der noch immer volle
Mond geht hinter dem Bushi auf (weil wir genau in Ost-West Richtung stehen) und
leuchtet uns durch die Nacht.
Dienstag, 18. Oktober 2016
Kurz vor sechs halte ich es im Bett nicht
mehr aus und stehe auf. Es ist ziemlich frisch, der Tisch ist nass, ebenso
wieder auf dem Bullbar liegende dritte Campingstuhl und die Oberflächen am
Auto. Wir frühstücken im Auto. Inzwischen ist die Sonne schon relativ hoch und
beginnt zu wärmen.
| Gateway to Nature's Spirit World in Hutt River |
| Bottlebrush in voller Blüte in Northampton |
Bevor wir abfahren, besuchen wir das im
Jahr 2014 begonnene "Gateway to Nature's Spirit World". Ich verstehe
nicht, was Prince Leonard uns damit sagen will - und seine "Formeln"
sind nicht zu durchschauen. Vielleicht fehlt mir aber auch ein Baustein, um den
richtigen Zugang zu haben.
In Northampton besuchen wirden Family Store
und dort das Nähmaschinenmuseum. Die Chefin erzählt uns zwei Mal, dass wir
unbedingt über Navala nach Geraldton fahren sollen, wenig Verkehr und keine
Bäume. So ist es.
Die Telefonnummer der Waru auf Natalies Permit
scheint falsch zusein, jedenfalls werde ich von Telstra nicht verbunden. Also
muss ich über die Homepage probieren einen Kontakt herzustellen für das zweite
Permit.
In Geraldton füllen wir die Vorräte so auf,
dass wir die nächsten Tage über die Runden kommen, außerdem erstehe ich bei
Target im Schlussverkauf ein Flanellhemd - gerade das Richtige für diese
frischen Tage. Sie haben jede Menge dieser Hemden in "S",
heruntergesetzt auf !0 $! An der Kasse geht es nicht weiter. Zwei Kassen sind
besetzt, an beiden steht je eine Kundin. Eine scheint sich zu beschweren,
jedenfalls gibt es eine längere Diskussion, dann wird noch jemand von target
dazugeholt. Inzwischen ist die zweite Kundin fertig, aber jetzt schließt die
Kasse, obwohl mittlerweile sieben Leute in der Warteschlange stehen. Als dann
auch die erste Kasse den betrieb einstellt, bin ich kurz davor, das Hemd
hinzulegen und den Laden zu verlassen. Doch dann werden zwei Kassen aufgemacht
und ich kann schnell das Geschäft abschließen und den Laden verlassen. Brigitte
saß derweil in der shared zone - dort ist es nicht sehr warm.
Vorbei an Dongara, Jurien Bay und Cervantes
erreichen wir den Nambung National Park und sind kurz danach bei The Pinnacles.
Zwischen Jurien Bay und Cervantes steht ein Wohnmobil am Straßenrand, etwas
mehr zur Seite gekippt, als es die Schulter hergibt. Ich halte, weil ich denke,
dass er einen Platten hat und mit dem Jack nicht unter die Achse kommt. Aber es
ist schlimmer: Er hat sein linkes Hinterrad verloren. Da kann ich nichts machen.
Erstaunlich, dass er sein Gefährt dennoch relativ gut an den Straßenrand
gebracht hat. Ich gehe zurück an die Stelle, wo das Malheur passiert ist, aber
keine Spur von Reifen und Kotflügel. Nur die letzte Radmutter liegt auf der
Fahrbahn, abgerissen (die anderen vier haben sich rausgeschafft). Das Wohnmobil
ist erst sieben Wochen alt, da sollten die Radmuttern vernünftig angezogen
sein. Die beiden waren zur Jungfernfahrt in Karatha, um ihre Tochter zu
besuchen und sind auf dem Heimweg nach Perth. Ein Truck, um sie aufzuladen, ist
unterwegs. Also fahren wir weiter zu The Pinnacles. Diesmal klappt es mit der
Filmaufnahme über die Action Cam. Wir sind etwa eine halbe Stunde im Park und
fahren dabei die Runde zwei Mal ab. Gelegentlich halten wir für ein Foto, aber
auf den Fotos kommen diese eigenartigen Felsen nicht so recht zur Geltung. Ob
das auf dem Film besser ist? The Pinnackles? Eine Gruppe von aufrecht stehenden
Felsen, vermutlich versteinerte Bäume. Das Zwischenmaterial ist durch Wind und
Regen weggeblasen und gespült worden, die härteren Bestandteile blieben stehen
und stehen noch heute. Da man sie nicht betreten darf, und immer genügend
andere Touristen da sind, die da ein Auge darauf haben, werden sie vermutlich
noch eine Weile erhalten bleiben. Eine eigenartige Ansammlung , umgeben von
gelbem Sand. Und das alles inmitten von wunderschönen, riesigen weißen Dünen.
| The Pinnacles |
Zurück in Cervantes checken wir auf dem
Cervantes Holiday Park ein, trotz Ian's Warnung. Nun, wir bekommen einen 10%
Umbau Discount, ohne etwas zu sagen. Von der Baustelle bekommen wir hinten im
Nonpoweredbereich nichts mit.
Die Camp Kitchen ist noch immer so, wie bei
unserem letzten Besuch, also ziemlich gut. Wir gehen hin zum Kochen und Essen
und kommen dabei zuerst mit einem Ehepaar aus Brisbane und dann mit einem Paar
aus der Schweiz ins Gespräch.
Mit Anne Beadell wird es wohl nichts, die
Telefonnummer, die Nathalie mitgeschickt hat, ist nicht "connected",
die Webseite der Maru funktioniert nicht, ist ein Fake (zuerst 404 auf der
dritten und zweiten Ebene, dann eine Apache-Werbung…), ich kann kein Mail an
defense schicken wegen des Permits für die WDA (Woomera Defense Area) und das
Shire of Laverton braucht eine Gewichtsbescheinigung des Landcruisers.
Und dabei, also bei den ganzenVversuchen,
habe ich meinen Posteingang bei Webmail gelöscht. Keine Ahnung wie.
Vorsichtshalber schicke ich einen Hilferuf an Daniel.
Mittwoch, 19. Oktober 2016
Weil es wieder nicht sonderlich warm war
heute Nacht und ich deshalb mehrfach aufgewacht bin, werde ich am Morgen erst
wach, als die Sonne schon aufgegangen ist. Brigitte ist zuerst unten! So kommt
es, dass wir erst nach halb acht unterwegs sind. Pause hier, Pause da. Im
Frühling in den Süden zu fahren hat auch Vorteile: Es blüht. Weiße Grevilleen
stehen in voller Blüte, die Grastrees strecken ihre meterhohen Dolden in die
Luft, bei manchen sind die weißen kleinen Blüten bereits offe, andere sind noch
ganz grün. Dazwischen Büsche mit
leuchtend roten Blüten, nicht nur, aber auch Bottlebrushes, gelbe Bodendecker ,
rosa Eukalypten, blaue freistehende Blüten an einem Stiel ohne Blätter, gelbe
Mallees...
Gegen Mittag sind wir in Perth. Meine
Rechnung wegen des Dieselverbrauchs hat nicht ganz gestimmt, wir müssen 20 l
nachtanken, aber das liegt daran, dass wir nicht geplante Umwege gefahren sind.
Der Nachmittag ist reserviert für das
Packen unserer Habseligkeiten und die Reinigung des Inneren des Bushis, die
Karroserie machen wir morgen früh auf dem Weg zu TCC. Außerdem setze ich mich
wegen der falschen Kontaktdaten der Waru peoples mit Nathalie in Verbindung.
Sie gibt mir bei einem Rückruf nach Bedenkzeit zwei Telefonnummern, die ich
morgen anrufen soll.
Die Camp Kitchen ist sehr gut, hat aber
leider keine Ausstattung, wir müssen alles mitbringen. Außer uns nimmt sie
niemand in Anspruch - es ist noch nicht die Zeit der Camper, und Caravanisten
benutzen die Camper Kitchen eher selten.
Auf dem Rückweg zum Bushi beginnt es zu
regnen, auch das war angedroht. Es recht allerdings nicht, um die Waschanlage
morgen früh zu sparen.
Unsere heutige Position ist natürlich schon
weit im Süden: 31°55'48"S 116°1'20"O, das dürfte bis auf weiteres die
südlichste Übernachtung sein.
Daniel ist an meinen buchuy-Mails dran, mal
sehen, was er erreichen kann. Eine Sicherung gibt es nicht.
Donnerstag, 20. Oktober 2016
Nun ist es soweit, wir sind auf dem Weg zu
Magic Hand Carwash. Die 10.000 km treffen wir dann doch nicht, es kommt auf
9.984 km heraus. Zuerst finden wir sie, die vermeintliche Waschanlage, nicht,
denn ich hatte mit einem Shed gerechnet und nicht mit dem Erdgeschoß eines
Parkhauses. Dann komme ich nicht rein, denn die Durchfahrt ist auf 2,30
beschränkt durch eine an Ketten hängende Stange. Gut, da kann ich durchfahren,
der Rest des Geschosses ist hoch genug. Und dann stellt sich heraus, dass das
ein Dienstleistungsunternehmen ist, wir geben das Auto ab und bekommen es, da
es als stark verschmutzt eingestuft wird, 45 Minuten später wieder zurück. Währenddessen
sind wir in der gegenüberliegenden Mall. Bei Big W entdeckt Brigitte einen
Campingstuhl, der ihr gut gefällt, wir nehmen ihn gleich mit.
Dann stehen wir vor Russel. Er ist älter
als erwartet und ziemlich fahrig. Seit sieben Wochen ist er bei TCC und muss
bereits Marion vertreten. Und sie ist in der Schweiz, also sicherlich nicht nur
für die noch ausstehenden zwei Wochen. Entsprechend verläuft die Übergabe.
Schon der Anfang ist nicht gut, denn der Kühlschrank ist nicht an, im
Gegenteil, er steht sogar offen. Ich stelle fest, dass man den Deckel wegmachen
kann, also kann ich einfach die Körbe auswechseln und den neuen anschalten. Das
ist erstmal nicht tragisch, weil ich mich ja mit den meisten Dingen auskenne.
Aber er spricht von sich aus weder die Winsch an, noch die Zusatzausrüstung wie
Kompressor (dessen Funktion zu prüfen ich auch vergessen habe), Tree Trunk
Protektor, Werkzeug,… an. Die Winsch probiere ich "eigenmächtig" aus,
was ihn dazu veranlasst zu bemerken, dass ich dazu besser Handschuhe angezogen
hätte. Dann will er weg, doch ich bestehe darauf, die Funktion des Dachzeltes
gezeigt zu bekommen. Holt er aus seinem Shed eine Leiter und fängt an, die
Zurrings zu lösen. Und wie soll ich das im Feld machen? Letztlich ist alles
ziemlich einfach, allerdings müssen wir nach seiner Aussage alles rausräumen,
bevor wir das Zelt wieder zumachen und verpacken können. Zuguterletzt suche ich
den Jack und frage, woraufhin er sagt, dass da ja der Hijack sei, etwas anderes
gebe es nicht in den Fahrzeugen, die TCC ausliefert. Nachdenklich wird er, als
ich ihm den Jack im gerade zurückgegebenen Fahrzeug zeige. Aber in seinem Shed
ist keiner. Letztlich bin wieder ich es, der ihn findet - in einem
Nebencompartment eines Compartments am hinteren Ende der Beifahrerseite. Dann
ist er uns los. Ein Glück, dass ich kein Landcruiser-Anfänger bin, mit dieser
Übergabe wäre ich völlig überfordert gewesen.
Wir fahren nach Darlington, finden auf
Anhieb die neue Straße, sind viel früher da als erwartet, treffen aber dennoch
beide, Elfriede und Wynne, zuhause an.
Woomera Enquiries braucht einen
unterschriebenen Antrag, gut, dass wir gerade hier sind. Ich schicke den
ausgefüllten Antrag an Wynne, der druckt ihn aus, ich unterschreibe, er scannt
ihn wieder ein, schickt das Ergebnis als Antwort an mic und ich leite es weiter
an Woomera. Im Grunde ganz einfach.
Nach dem alles geklärt ist für Anfang
Dezember und wir die Sachen, die wir während der nächsten Wochen sicher nicht
brauchen, eingelagert haben, brechen wir auf nach Osten.
Die von Nathalie genannten Rufnummern
werden nicht durchgeschaltet, sondern landen bei einer Answering Machine. Mal
sehen, ob jemand reagiert.
| Der Troupie beim Tanken von hinten... |
In Mundaring tanken wir, 140 l passen in
die beiden Tanks, etws weniger als die Hälfte eines Tanks war noch drin. Mal
sehen, für die Rückgabe ist der SUB wahrscheinlich leer, also werde ich den MAIN bis zwei Strich unter halb
leerfahren. Die Reifen des "Neuen" sind excellent, Vorder- und
Ersatzräder nagelneu, die Hinterräder bei etwa 75%.
| und von vorne. Baujahr 2011, schick. |
In Northam nisten wir uns auf dem Caravan
Park ein, es gibt nur "powered sites", auch recht (31°38'24"S
116°51'53"O). Wir packen alles aus und räumen neu ein. Darüber wird es
sechs, Zeit zum Kochen in der nebenanliegenden Camp Kitchen. Andrs geht es
nicht, der Wind ist noch immer frisch
und kalt. Da Russell keinen Blick in die Schränke geworfen hat, haben wir
leider die Hälfte unseres Teevorrats im Bushi vergessen.
Gegen acht verziehen wir uns ins Dachzelt,
alles andre ist zu unbequem und/oder zu kalt.
Freitag, 21. Oktober 2016
Gegen halb fünf bin ich hellwach und
friere. Die Vögel fangen an zu singen, es wird schon hell. Eine Weile bleibe
ich noch liegen, dann wird es Zeit aufzustehen. Der Atem ist deutlich zu sehen,
es hat 7 Grad. Schon bitter. Auch die aufgehende Sonne kann da nicht viel
helfen, denn noch hat sie nur wenig Kraft.
Das Zelt klappt zu, nachdem ich die beiden
Kopfkissen rausgenommen habe und lässt sich gut verpacken. Allerdings sind
meine Finger so steif, dass ich Probleme habe, die Zurrings zu schließen. Das
kann ja nur besser werden, ab Montag sol die Kaltfront - auch den Australiern
ist es zu kalt - durch sein, der Wind schwächer werden. Der ganze Winter war
etwa 2 Grad kälter als normal, zumindest in Perth. Und in SA ist vor einiger
Zeit für fast 24 Stunden der Strom ausgefallen, weil das Kraftwerk in Port
Augusta (?) abgesoffen ist.
In Merredin halten wir zum ersten Mal, dort
nehmen wir Kontakt auf zu Angelika, weil das Radio nicht funktioniert. Gerade
auf den langen Transferstrecken wäre ein wenig Musik ab und zu nicht schlecht.
Aber das Display zeigt nur "SEC", sonst nichts, egal, was wir
probieren. Da hat jemand versucht zu oft eine falsche Pi einzugeben. Toyota
Merredin kann da nichts machen, die haben kein passendes Gerät, um den Code
auszulesen, und hat uns an Kalgoorlie verwiesen. Außerdem haben wir den Segen
Angelikas, eine neue Pfanne zu kaufen. Die "mitgelieferte" ist völlig
verbogen und hat zwei dicke Schrammen im Teflon. Das ist uns bei der Übernahme
nicht aufgefallen, erst abends beim Kochen. Endlich ist auch das SA-Permit auf
dem Weg, zumindest hat jemand, jener Keaton (?) O'Connor, an den Nathalie mich
verwiesen hatte, meine Daten aufgenommen und wird veranlassen, dass sich jemand
mit mir in Verbindung setzt. Fast zeitgleich kommt das Permit für die Woomera Prohibited
Area, also sieht es richtig gut aus. Wie sich die Ansichten doch in kurzer Zeit
ändern können.
In Southern Cross, wo wir vor zwei Jahren
endlich eine Werkstatt gefunden haben, die uns den Service machen wollten und
wo ich damals das Ersatz-Mobile gekauft habe, suchen wir nach einem Stadtbummel
den örtlichen Caravan Park auf und
nisten uns dort ein (31°13'41"S 119°20'10"O). Solange die Sonne
scheint, ist es angenehm warm, zumindest, solange wir den Wind vermeiden
können. Aber auch der ist deutlich schwächer als gestern. Der Park ist fast
leer, wir können uns auf der tent area breitmachen und den Troupie so
hinstellen, dass er zum einen ganz waagerecht steht und zum anderen die
Schnauze in den Wind streckt. Obwohl das ja jetzt nicht mehr erforderlich ist.
Ich teste den Kompressor, räume noch ein wenig rum, mache die Halterung für die
Action Cam am unteren Holm des Bullbar fest und schreibe ein bisschen. Morgen
sollte ich versuchen, einen neuen Post zu erstellen.
Bevor meine Finger anfangen steif zu werden,
packe ich das Zelt aus und klappe es auf.
| mit aufgeklapptem Rooftent - Tiere kommen hier nicht dran |
Samstag, 22. Oktober 2016
Auf dem Weg nach Kalgoorlie halten wir das
eine oder andere Mal, einmal muss ich Pflanzen fotografieren, einmal suche ich
die Ursache eines Klapperns, einmal besuchen wir einen Gedenkstein (für das
Boorabbin Fire, dem am 30. Dezember 2007 drei Trucker (und etwa 400 qkm Wald
und Bushland) zum Opfer fielen.
Bei den Baustellen, die in Betrieb sind,
zeigt sich, dass der Cruise Control sinnvoll ist, denn dann muss ich nicht
immer auf den Tacho achten. Ja, dieser Troupie hat einen Tempomat und
elektrische Fensterheber.
| Troupie vor Roadtrain und der Kalgoorlie Pipeline |
Bei Toyota können die Männer von der
Samstagsnotbesatzung nicht helfen, wir sollen Montag um 8 kommen, dann dauert
es etwa 15 Minuten, dann ist der Code wieder zurückgesetzt.
Bei Kmart kaufen wir notwendigen
Küchenbedarf wie neues Besteck, denn das ausgelieferte ist in schlechtem
Zustand, einen neuen Dosenöffner, einen Gasanzünder, Gaskartuschen für den
kleinen Gasherd (mit dem wir das Teewasser am Morgen kochen. Und auch Coles
bekommt einen Besuch, wir brauchen fürs Wochenende noch ein paar frische
Lebensmittel. Avokado z.B., 2 Stück für
5 AUD, also etwa 3,60 €, sind so was von gut hier, da könnte ich mich
reinlegen. Wir essen fast jeden Tag eine, wenn es die Marktlage hergibt.
Auf dem Discovery Tourist Park in
Kalgoorlie (direkt neben dem Discovery Tourist Park Boulder) mieten wir uns
erstmal für eine Nacht ein, dann werden wir weiter sehen. Der Platz ist
ziemlich leer, wir stehen wie 2013 ganz in der Nähe der großen Camp Kitchen.
Etwa 20 Meter neben uns steht ein Kühlwagen mit laufendem Kompressor, das halte
ich nicht lange aus, schon gar nicht in der Nacht.
Es ist angenehm warm, da können wir auf
alle möglichen Kleidungsstücke verzichten und ich traue mich auch mal wieder
unter die Dusche. Das Duschen ist ja eh kein Problem, aber die kalte Luft im
Anschluss, mit nassen Haaren und feuchter Haut. Ab morgen soll es auch nachts
wieder wärmer sein. Mit zwei Schlafsäcken für jeden von uns ging's letzte Nacht
auch.
Geodaten für heute: 30°46'48"S
121°28'10"O.
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