Samstag, 15. Oktober 2016

Am Ningaloo Reef - von Exmouth nach Carnarvon



Samstag, 8. Oktober 2016

Der Wind lässt uns nur eine Chance, nämlich zum Kochen und damit auch zum Essen in die große Camp Kitchen zu gehen. An einem Tisch sind noch Plätze frei, ein Kochfeld ist auch nicht in Benutzung, also mache ich mich ans Werk. Gleichzeitig mit mir wird unsere Tischnachbarin mit ihrem Essen fertig, so können wir zusammen essen. Laura ist aus Spanien, sie hat den Work-Teil ihres Work & Travel Programmes abgeschlossen und reist jetzt noch durch Australien, im Uhrzeigersinn auf dem Weg nach Sydney, von wo sie im November zurückfliegen wird nach Bilbao.
Wieder gibt es keine Sterne zu sehen, dicke Wolken bedecken den Himmel und dazu weht ein kühler, strammer Wind.

Sonntag, 9. Oktober 2016

Um halb fünf werde ich wach, der Bushi schwankt. Ist da jemand? Nein, es ist der Wind. Ich gehe kurz raus, die Wolken sind weg, Sterne stehen über uns, im Zenit ist Orion zu sehen.
Auch zum Frühstück gehen wir in die Camp Kitchen. Sie ist wirklich gut ausgestattet, allerdings stören mich manche ziemlich laute Frauen, gestern schon und heute wieder. Aber es sind andere als gestern beim Abendessen. Je schlechter meine Ohren werden, desto mehr stört mich Lärm, zumal völlig unnötiger.
Dann beschließen wir, eine weitere Nacht hier zu bleiben, um Wäsche zu waschen und uns in der Visitor Information über Cape Range - wo man seit dem letzten Jahr vorbuchen muss - Yardie Creek und die Gezeiten-Zeiten einzuholen, bevor wir uns nach Cape Range aufmachen. Gute Idee. Außerdem sind es auf direktem Weg ohnehin nur noch rund 1.100 Kilometer bis Perth, das ist in zwei Tagen zu schaffen, bzw. in vier Tagen gemütlich hinter uns zu bringen. Wir dürfen also bummeln.
Und so kommt es, dass wir uns im Büro für eine weitere Nacht eintragen, die schmutzige Wäsche in eine Maschine stopfen und uns zu Fuß aufmachen in den doch recht kleinen Ort. Seit heute ist Nachsaison, deshalb ist die Übernachtung billiger und die Plätze im Cape Range müssen nicht mehr gebucht werden, es gilt das "first come, first serve" Prinzip. Gut so. Aber auch eine schlechte Nachricht bekommen wir in der VI, "Yardie Creek Crossing is impassable", die Sandbänke wurden weggeschwemmt, die Furt existiert nicht mehr. Schade, aber so ist es eben. Wir brauchen ein Brot und bekommen es im IGA und bei Cellarbration gibt es Wein in der Box, obwohl wir nördlich von Carnarvon sind. Auf dem Rückweg zum Holiday Resort sehen wir die ersten Emus auf dieser Reise, vier Damen wandern den Gehweg entlang und picken nach allem, was wie Futter aussieht.
Grundstücke hier in Exmouth kosten etwa halb so viel wie in Neckarhausen und sind damit angesichts der Lage und Größe des Ortes und der Zyklongefahr doch sehr teuer. Aber es gibt sehr schöne fertige Häuser zu kaufen, die nach unserer Sicht zwar in Leichtbauweise, für hiesige Verhältnisse aber adäquat erstellt sind. Nun ja, Kununurra ist sicher eine bessere Wahl.
Zurück auf dem Platz treffen gerade die beiden Harley Davidson ein, die wir schon in Broome gesehen hatten. Klar, es gibt nur zwei Richtungen und so sieht man sich mehrfach oder aber nur ein Mal. Sie fährt ein Trike mit Zelttrailer, er hat eine Softail mit "normalem" zweirädrigem Anhänger für das Gepäck. Gravel roads sind mit diesen Gefährten keine Freude, weshalb sie sich jetzt an feste Straßen halten und die nächste Runde (sie sind aus  der Grenzstadt Coolangatta - die Grenze zwischen NSW und QLD geht mitten hindurch) mit 4WD und Caravan machen, um sich dann das jetzt Ausgelassene anzusehen.
Wieder tauchen Emus auf, ein Vater mit (nur) zwei Jungen, die mit erhobenem Kopf kleiner sind als des Vaters Beine, also unter ihm durchgehen könnten, wandert über das Gelände des Campingplatzes. Auch diese drei picken nach allem, was sie für Fressenswert erachten. Durch den anhaltenden Wind ist unsere Wäsche ganz schnell trocken, danach beginnt ein fauler Nachmittag mit Lesen. Brigitte geht zum Strand, als ich mich aufraffe, mit dem Tippen zu beginnen.
Dori aus "Finding Nemo" betrachtet einen Jelly Fish.
Nach dem Abendessen - Laura ist schon fertig, als ich zum Kochen in die Küche komme. Dafür kommen wir mit einem Ehepaar aus Holland ins Gespräch, die uns mehrmals auf der GRR gesehen haben. Peinlich, ich kann mich nicht erinnern. - ist der gestern wegen Regens (doch, es fielen ein paar Tropfen, aber auch die wären für den heißen Beamer zu viel) abgesagte Film angekündigt. Nachdem ich es zu James großer Freude - er fließt geradezu über vor lauter Informationen, ich komme kaum zum Reden -endlich geschafft habe, in Brisbane anzurufen,  gehen wir die paar Schritte rüber vor die Küche. Es ist ein BYO-Kino, wir müssen unsere eigene Sitzgelegenheit mitbringen. Getränke natürlich auch, wenn man will. "Finding Nemo" wird gegeben, ein Film, den wir zwar schon kennen, aber gerne noch mal ansehen. Für die kleinen Kinder ist er allerdings eher ungeeignet, sie bekommen an mehreren Stellen Angst.
Eigentlich ist ein Pullover oder zumindest ein langärmeliges Hemd angesagt, der Wind ist doch recht kühl auf die Dauer.

Montag, 10. Oktober 2016

Der Weg in den National Park vorbei am nördlichen Kap und dem Leuchtturm ist nur kurz. An der Registration, wo wir uns eine Übernachtung kaufen, hört sich das mit Yardie Creek schon ganz anders an: "We do not recommend it, but people use it." Dann bekomme ich noch Tipps wegen des Reifendrucks und das war's. Wir sehen uns die Überfahrt an beim heutigen Niedrigwasser, ich gehe zwei mögliche Strecken ab und komme zum Schluss, dass wir uns das zutrauen können. Und notfalls müssen eben die Tracks zum Einsatz kommen.
Auf dem Yardie Gorge Trail sehen wir verschiedene Vögel und - zum ersten Mal überhaupt - Black Footed Rock Wallabies. Das ist natürlich besonders schön. Ich habe sie aufgeschreckt, dann sind sie einen Busch weitergehüpft und dort neugierig und doch achtsam sitzen geblieben. Schon vorher, bei einem Halt an Mandu Beach, konnte ich ein paar Aufnahmen von einem Seeadler machen, auch das gelingt mir nicht so oft. Und auch zwei Galas haben mich heute auf akzeptable Entfernung herankommen lassen. Ich weiß nicht, was auf dem Boden ihr Interesse so stark beansprucht hat, dass sie trotz meiner Annäherung auf fast 3 Meter hingenommen haben. Das große Objektiv ist für den mobilen Einsatz hier in Australien eher ungeeignet, denn es ist viel zu schwer für mich und sollte mit Stativ verwendet werden. Gut zu wissen, beim nächsten Besuch kann ich darauf verzichten, das spart eine ganze Menge an Gewicht.
Oberhalb der Yardie Creek Gorge
Am Nachmittag kommt der Host bei uns (22°19'14"S 113°48'48"O) vorbei. Neben dem üblichen Smalltalk über das Woher und Wohin und wofür ich die Kamera habe, kommen wir auf das Yardie Creek Crossing zu sprechen. Er sagt, dass etwa jeder 5. Besucher den Übergang benutzt auf dem Weg nach Süden. Wahrscheinlich hat er bei dieser Aussage nur die 4WD als Besucher gezählt.
Der Wind hat im Laufe des Tages um etwa 120 Grad gedreht. Als wir den Bushi hingestellt haben, kam er genau von vorne und das Auto steht fast in der Waage, also optimal. Jetzt sieht es ein wenig anders aus. Ich hoffe, dass er - wie versprochen - etwas abflaut und wieder zurückdreht. Mit dem Kochen klappt es jedenfalls. Ich hab' mir doch tatsächlich einen leichten Sonnenbrand zugezogen. Sonne und kühler Wind, das ist halt recht gefährlich.

Dienstag, 11. Oktober 2016

Wenn wir nichts vorhaben, geht alles immer ganz schnell…
Ich mache ein paar Bilder vom Sonnenaufgang. Das ist richtig schön, abends freie Sicht zum Sonnenuntergang und morgens zum Aufgang der Sonne über dem sich abflachenden Cape Range. Die sich am Reff brechenden Wellen hatten die Sonne schon, da war bei uns noch alles im Schatten.
Momentan ist das Wasser, ds zu durchfahren ist, etwa knietief (das heißt, meine Knie werden überspült), deshalb entschließen wir uns, doch noch zu warten. Auf der anderen Seite wartet ein junges, offensichtlich französisches Paar darauf, den Creek nach Norden überqueren zu können. Sie sind gestern Abend von Ningaloo Station angekommen, da war es schon zu dunkel, um das Wagnis zu unternehmen. 
Yardie Creek Crossing am frühen Morgen
Ein wunderbarer Strandspaziergang "füllt" die sich durch die Wartezeit auftuende Lücke. Wir unterhalten uns am Strand mit dem Paar vom Wohnwagen neben uns. Sie sind aus Canberra, auch ihnen sind wir am Circular Pool ("Australia's coldest Pool", sagte sie heute) begegnet. Wir unterhalten uns über das Reisen, denn sie machen seit Mitte Mai eine Australienumrundung, zu Weihnachten wollen sie zurück sein. Vermutlich sehen wir uns in ein paar Tagen in Coral Bay. Sie ist gebürtige Ungarin, deshalb haben sie letztes Jahr Bayern, Österreich, Ungarn, Kroatien, Italien und Frankreich im Mietwagen bereist.
Dann raffen wir uns auf, lassen die Luft aus den Reifen, schalten den Vierradantrieb ein und rollen los. Brigitte geht durch das Wasser auf die andere Seite, ich warte, bis sie bereit ist und starte. Um den Ausläufer des Flusses mit den vielen Fischen - ein junger Manta "fliegt" vorbei, vorher war ein kleiner Hai zu sehen - herum, den Strand entlang nach Süden und dann über den Ablauf des Creek. Die scheinbar schwierigste Stelle, der weiche Sand nach der Furt, ist problemlos, 30 Meter weiter sitze ich im Tiefsand fest. Das kommt davon, wenn man sich nicht an den Spuren der anderen orientiert, sondern meint, einen eigenen Weg fahren zu müssen. Dank der Tracks bin ich aber bald wieder frei, kann aus dem Sand fahren und den Reifendruck wieder erhöhen. Das nächste Stück geht über gefährlich aussehende Steine, da habe ich lieber mehr Druck auf den Karkassen.
Der Yardie Ningaloo Track und seine Fortsetzung bis kurz vor Coral Bay ist nicht im besten Zustand, aber doch gut fahrbar. Die Düne umfahren wir diesmal, weil Brigitte daran denkt, mich rechtzeitig in die linke Spur zu schicken. Kilometerlang führen die beiden Tracks nebeneinander her, dann endet der rechte in der Düne.
Im People's Park Caravan Park in Coral Bay ist kein Platz in der ersten Reihe und überhaupt kein "powered site" frei und interessanterweise kann die Lady an der Rezeption auch nicht sagen, ob in den nächsten Tagen etwas frei wird. Merkwürdig. Also nehmen wir einen unpowered site (23°8'35"S 113°46'9"O, wir sind kurz davor, die Tropen zu verlassen) direkt an der Strandseite (R4 für die Eingeweihten), erstmal für zwei Nächte. Länger wird die Batterie für den Kühlschrank nicht halten, fürchte ich, spätestens dann müssen wir uns entscheiden, was wir machen. Notfalls müssen wir den anderen Caravan Park benutzen, dort waren wir 2013.
Ansonsten sieht es so aus, dass wir bis 15. hierbleiben können, dann in Carnarvon, Hamelin Pool, Hutt River und Cervantes (dort sind die Pinnacles) Station machend am 19. Oktober gegen Mittag in Perth eintreffen. Das sollte dann reichen für die Reinigung und das Zusammenpacken, so dass wir am 20. das Auto übergeben können. Ja, es muss sein, es hat niemand kurzfristig abgesagt bei TCC, schade. Aber allmählich freue ich mich doch auch auf die neue Erfahrung. Nur der Wechsel mit den damit verbundenen Arbeiten ist doof. Weil es nur noch knapp 1.400 km sind inclusive aller Umwege, werde ich den nahezu leeren SUB nicht mehr befüllen,  sondern ab dem nächsten Umschalten, das bald fällig ist, nur noch den MAIN benutzen. Inzwischen habe ich den Verrauch auf etwa 10,8 l/100km drosseln können.
In Coral Bay im Peoples Park Caravan Park auf Platz R4
Ein Anruf bei Marion wegen der Übergabemodalitäten geht an die Voicemail, der Rückruf kommt später von einem zumindest am Telefon schwer verständlichen Englisch sprechenden Mann, dessen Namen ich mir zuerst nicht gemerkt habe, er heißt Russell. Marion ist die nächsten drei Wochen nicht da, er wird die Übergabe machen. Nein, nicht früher, genau am 20., und eine Waschanlage in der Nähe von TCC kann er mir auch nicht nennen. Vielleicht kommt ja doch noch eine SMS mit den Informationen. Ich vergaß, nach der Regi zu fragen, damit ich mich um die Permits für Anne Beadell (oder, falls das nicht geht, eine Alternativstrecke) bemühen kann. Also schicke ich eine SMS an Marion, ihr Mobile scheint ja jetzt bei Russell zu sein.
Beim Spülen beim Barbeque kommen wir mit Barry ins Gespräch, er will sich sein Fleisch zum Abendessen grillen, und das dauert. Seine Frau Lesly, die sich dazu gesellt, weil ihr das Warten auf das Abendessen zu lange wird, ist Fast-Vegetarierin. Sie isst gelegentlich Fisch oder Fleisch, normalerweise aber nicht. Es gibt bei ihnen den für abends fast unvermeidlichen Salat.
Im Ningaloo Resort neben uns ist abends ziemlich Festbeleuchtung. Aber hier sind ja eh ziemlich viele Bäume, da ist das nicht so gravierend.

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Bevor wir uns auf den Weg in die Town - welch hochtrabender Name für die paar Häuser - machen, warte ich ab, bis es 10 ist, dann gehe ich in die Rezeption. Und siehe da, in der Frontrow ist ein Platz frei, Nummer 1. Nach kurzer Rücksprache mit Brigitte nehme ich ihn, die Verrechnung mit unserem jetzigen Standplatz ist kein Problem. Ich packe die Stühle und den Tisch in den Bushi und fahre mit offener Türe nach vorne. Während Brigitte auslädt, räume ich den Zugang zum Kabel frei und stelle "den Landanschluss" - so hieß das bei der Marine - her. Jetzt kann ich unbesorgt sowohl die Applegeräte als auch meinen Laptop laden und mittelfristig auch die Kamera und die Zahnbürste.
Der neue Stellplatz ist Platz 1 - gegenüber ist der Strand
Eine erste Schnorcheltour schließt sich an, das Wasser ist nicht kalt, aber "fresh", auf Dauer zu frisch. Unter den Felsen am linken Rand des Strandes - klar, es kommt darauf an, wie man schaut, ich schaue auf das Meer hinaus - wärmen wir uns wieder auf. Interessant: Es gibt hier Ameisen! Wo kommen die her und was machen sie hier, wenn keine Touristen da sind, die sie anbeißen können?
Unter Felsen am linken Rand des Strands vor "Peoples Park"
Lesly hat uns für 3.30 PM zu einem Drink eingeladen, Brigitte holt dazu im Supermarkt "um die Ecke" eine Packung Rice Crackers als Gastgeschenk. Eine interessante Zeit bricht an, wir reden über dies und das, und was Barry sagt, hat wirklich Hand und Fuß. Er hat eine Zeitlang in der Superpit gearbeitet, aber auch in Port Hedland. Sie sind aus Canberra angereist, sind aber beide aus Kalgoorlie und haben sich im College kennengelernt. Seit 52 Jahren sind sie ein Paar - phantastisch. Sie taucht und schnorchelt gerne, deshalb sind sie oft hier in Coral Bay, so wie ich es verstanden habe, fast jedes Jahr. Anfangs mit Freunden in einer Ferienwohnung, als die Gruppe immer kleiner wurde, haben sie auf einen Caravan gewechselt und seit diesem Jahr sind sie mit einem Wohnmobil, zugelassen in WA, unterwegs. Barry war in seiner Jugend mindestens westaustralischer Mister im Brustschwimmen, ich weiß allerdings nicht, über welche Strecke. Dabei haben Lesly und er sich kennengelernt. Jetzt hat er leider ein Problem mit dem Atlas und kann nur im Wasser sitzen, muss stattdessen jeden Tag den Verband wechseln lassen.
Während des Kochens kommt unser Gegenüber von Platz 24 und fragt, wo wir eigentlich schlafen. Ich zeige ihm daraufhin das Innere unseres Bushi, er ist beeindruckt, wohl in erster Linie davon, dass so wenig Platz reicht für uns. Er packt gerade zusammen, sie fahren morgen früh nach Denham und nach dem Wochenende nach Geraldton, das Auto braucht einen Service.

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Kurz vor Sonnenaufgang
Heute gehen wir tatsächlich in die Town, aber in erster Linie um zu sehen, ob wir die Familie aus Sydney finden und Margrit und Franz. Denn nachdem ich endlich mich daran gemacht habe, Franz im Facebook zu finden, was gar nicht so einfach war, habe ich gesehen, dass sie bereits hier in CB sind. Aber wohl nicht auf einem der zwei Caravan Park hier, sondern irgendwo "am Rande". Und die Sydneysider sind wohl leider schon abgereist. Gestern Nachmittag, als wir gerade im Aufbrechen waren, um der Einladung zu folgen, sah ich sie noch an den Strand gehen, jetzt sind sie auf Bayview nicht zu finden. Da sind wir wohl zu spät.
 So wandern wir stattdessen um die Bay herum und vorbei am Reef Shark Sanctuary bis um das nächste Kap herum. Dort drehen wir um, damit der Schwarm Seevögel, der auf dem Strand sitzt und bei unserem Näherkommen immer etwa 20  weiterfliegt, nicht weiter gestört wird. Auf dem Rückweg sehen wir im Sanctuary drei große Mantas, zwei weiße und einen braunen mit blauen Flecken und, etwas weiter entfernt, etwa 10 Reef Sharks als schwarze Schatten, die sich schnell bewegen. Sie werden von einem Touristen (?) mit dem Mobile verfolgt.
Coral Bay vom südlichen Ende des Reef Shark Sanctuary aus gesehen.
Zurück am Platz sehen wir zu, wie ein neuer Gast auf 24 einparkt und seinen Caravan für die Zeit hier einrichtet. Ian ist stark beschäftigt, seine Frau Heather zieht sich bald in den Caravan zurück. Nach einer Weile kommt er herüber, wir kommen ins Gespräch. Sie sind aus Brisbane, ihre Reise führte sie über Sydney, Canberra, Melbourne, Adelaide und Perth bis zum nördlichsten Punkt ihrer Reise in Exmouth. Aber dort war es ihnen zu windig, deshalb sind sie hier in Coral Bay. Demnächst kehren sie um und fahren den gleichen Weg zurück. Heather ist es in den Tropen zu warm, und auf dem Barkly Highway zu trocken, deshalb gibt es keine Umrundung.. Später fragt er nach meinem Anhänger, "Is it a dove?" (Erstaunlich, dass er ihn überhaupt gesehen hat hinter dem Bart.) Und schon sind wir bei einem Thema, das nicht mehr "small talk" ist, es geht um Religion. Sie beide haben zeitweise als Missionare auf den Philippinen gearbeitet, er war auch schon anglikanischer Minister und hat über Liturgie gelehrt. Also kennt er sich ziemlich aus. Ich habe nicht alles verstanden in der langen Unterhaltung. Und letztlich war mir wohler, als wir über seine Frage, was diese orangefarbenen Dinger unter unserem Heck seien, auf das Fahren auf Sand und überhaupt im Gelände zu sprechen kommen. Bei dem Thema bin ich mir meines englischen Wortschatzes etwas sicherer. Ian ist der Meinng, dass wir nicht den Caravan Park in Cervantes nehmen sollten, sondern den in Jurien Bay, der ist nur etwa 20 km weiter nördlich. In Cervantes sind Bauarbeiten im Gang – wie auch hier, gestern wurde die Baustelle eingerichtet, ein neues Waschhaus soll errichtet werden.
Trotz dieses Intermezzos reicht es vor dem Kochen noch zu einem Swim in der Bay, heute ohne Schnorchel und Brille, dafür als Strecke. Und auch das für heute geplante Telefonat mit Nathalie in Kununurra habe ich erledigt, sie schickt mir an einem der nächsten Tage das Permit. Lesly und Barry kommen auf einen Chat am Zaun vorbei.
Während wir am Strand sind, ruft Nathalie noch mal an, hoffentlich ist alles ok. Aber bis ich den entgangenen Anruf sehe, ist sie sicher nicht mehr im Büro.
Ein kühler Wind aus Südwesten hat eingesetzt, ich hoffe, er legt sich wieder, sonst kann ich nicht sehr lange im Freien bleiben heute. So ist es dann auch, ab 7 sind wir meist im Auto. Auch gut, da kann ich lesen.

Freitag, 14. Oktober 2016

In der SZ, die ich gestern Mittag herunterlud, dann aber wegen des Gesprächs mit Ian beiseitelegte,  lese ich heute in üblicher Frühstückstradition. Dass die Nachrichten nicht die neuesten sind, spielt bei den sechs Stunden Zeitunterschied keine Rolle. Zuhause ist ja gerade erst heute.
Ich buche eine Tour mit dem Glass Bottom Boat, 3 Stunden mit Schnorcheleinlagen und Seaturtle-Besuch. Ich werde als Senior akzeptiert, auch ohne Ausweis, Brigitte fährt als "Observer", Beobachter, mit, das ist preiswerter, deshalb gibt es da keinen Unterschied zwischen Senior und Nichtsenior. Ich glaube, sie hat ein bisschen Angst vor dem Schnorcheln weiter draußen.
Nathalie ist (noch) nicht zu erreichen, nicht um Viertel nach acht und auch nicht eine Stunde später. Dafür ruft sie mich gegen 10 an. Ihr fehlen Make, Model, Colour und Regostate (Staat, in dem das Auto zugelassen ist) des neuen Autos.
Brigitte auf dem Weg zum Glass Bottom Boat, der "Nhanya Ku"
Dann machen wir uns auf den Weg an den Strand. Die Fahrt ist wirklich klasse, ich bin froh, dass wir uns dazu entschlossen haben. Das Wasser ist ziemlich kalt - eigentlich brauche ich einen Wetsuit, aber das ist bei dieser Tour nicht vorgesehen. Dazu hätte ich die „5-6 Stunden Tour“ buchen müssen, aber die findet nicht im Glass Bottom Boat statt. Man kann nicht alles haben. - dafür ist das Wasser glasklar und so nahe komme ich den Korallen und Fischen in der nächsten Zeit nicht mehr. Vielleicht Ende November, mal sehen. Ich brauche hinterher zwei Becher heißen Tee und fast eine halbe Stunde zumindest teilweise in der Sonne, bis ich das Zittern aus den Armen bekomme. Bei der zweiten Schorcheltour nehme ich mir vor, nach 15 Minuten zum Boot zurückzukehren, aber dann bedeutet mir Stefanie, ihr zu folgen. Sie zeigt mir eine Schildkröte und Fische, die mir anderweitig entgangen wären. Letztendlich sind wir die letzten, die an Bord zurückkommen. Dennoch ist mir diesmal nicht so kalt. Der Wind wird immer stärker, es wird Zeit, Coral Bay zu verlassen.
Wieder ein längeres Gespräch mit Ian, diesmal lade ich ihn auf ein Bier ein - und er nimmt sogar an. Danach reicht es noch, dass Brigitte und ich zu einer (für mich weiteren) Schnorcheltour gehen können. Damit ist für diesmal gut. Mit nasser Haut durch den Wind zu laufen macht keinen Spaß. Brigitte hatte sich Heather's Noodle ausgeliehen und meint, damit sei es besser. Also sollten wir beim nächsten Versuch wieder eine Noodle dabei haben, nachdem wir sie 2014 fast unbenutzt verschenkt haben.
Heute koche ich im Auto, es ist viel zu windig draußen. Und dann essen wir auch gleich drinnen, das ist angenehmer. Der Wind ist kalt, es ziehen graue Wolken auf. Vom Sonnenuntergang ist heute nichts zu sehen. Weil uns Ian seine ausgelesene Zeitung von heute gibt, schieben wir das Spülen immer weiter nach hinten, aber irgendwann muss es doch sein.
Zum ersten Mal auf dieser reise schlafen wir bei geschlossener Hecktüre - wegen des Windes und der damit verbundenen unangenehmen Kühle.

Samstag, 15. Oktober 2016

10 nach sieben sind wir unterwegs nach Süden. Der Himmel hat sich nicht wesentlich verändert, also auch nicht zum Schlechten. 43 km nördlich von Minilya Roadhouse passieren wir den Tropic of Capricorn, wir verlassen offiziell die Tropen. Irgendetwas klappert, schon seit dem verlassen von Coral Bay, aber ich habe noch nichts gefunden. Es ist, wie sich bei Minilya Roadhouse herausstellt, der Mudabweiser rechts vorn, der durch den Gegenwind gegen das Trittbrett schlägt.
In Carnarvon fahren wir zuerst direkt nach der Überquerung des mächtigen Gascoyne Rivers, der allerdings momentan nur aus Sand besteht, zu einem Hof, um "frozen mango" zu kaufen. Er hat keine, aber wir werden an dnr Nachbarn, die Carnarvon Nurserie, verwiesen. Siehe da, das ist der Laden, in dem wir auch 2014 waren. Der Besitzer erkennt uns "You've been here before, didn't you?", Namen weiß er allerdings nicht, woher auch.
Später im Ort kaufen wir ein, tanken (weil es hier den 4 Cent pro Liter Preisnachlass bei Woolworth/Caltex gibt) und fahren dann wieder zurück zum North West Coastal Hwy, denn dort, kurz vor der Einmündung, ist der Caravan Park, auf dem wir heute überachten wollen. Der Platz sieht recht verlassen aus, aber wir können einchecken. In Carnarvon ist wohl jetzt so eine Art Zwischensaison, denn die örtlichen Attractions haben seit dieser Woche fast alle Pause. Klar, die Jetty hat offen und die Dishes sind zumindest von 9 am bis 2 pm geöffnet. Aber sonst sieht es eher traurig aus. Die Ernte beginnt eben erst in etwa zwei Monaten.

1 Kommentar:

  1. Werner: Coral Bay gehört auch bei mir zu den Lieblingsplätzen. Es ist so klein und trotzdem könnte auch ich immer eine Menge drüber schreiben. Weiter gute Fahrt.

    AntwortenLöschen