Dienstag, 6. Dezember 2016

Die letzten Tage in Australien und Weiterreise nach Singapore



Sonntag, 27. November 2016

Das Abendessen bereiten wir hinter dem Troopie zu und essen es vor der Türe, noch in der letzten Sonne. Das Wasser zum Spülen hole ich aus der Dusche. Später sitzen wir in unserem Zimmer und spielen Skibbo. Der Wind hat deutlich aufgefrischt und es hat kräftig abgekühlt, seit die Sonne untergegangen ist.

Montag, 28. November 2016

Obwohl wir es langsam angehen lassen, sind wir schon fix und fertig, als Ollie und, ein wenig später, Lucy eintreffen. Ich habe zugesagt, ein paar Fotos von den Zimmern zu machen für ihre Homepage. Es fällt schwer, uns zu verabschieden und wirklich loszufahren. Die beiden sind wirklich sehr (gast-)freundlich. Wir sind bereits zum nächsten Besuch eingeladen. Ob es dazu kommen wird?
Dort, wo wir gestern nach rechts zum Jam Patch abgebogen sind, fahren wir heute nach links auf den Tin Horse Hwy. In Kulin, dem nächsten Ort, gibt es einmal im Jahr ein Pferderennen, das Bushrace. Irgendwann hat jemand angefangen, deswegen ein Pferd aus alten Drums, Dosen und Döschen zu basteln. Daraus wurde eine Art Sport, die Pferde stehen entlang der Straße von LG nach Kulin und weiter nach Corrigin. Irgendwann setzte sich deshalb der Name Tin Horse Hwy für diesen Straßenabschnitt durch, heute ist es offiziell. Die Pferde halten uns lange auf, denn immer wieder sehen wir eines, das doch wieder zum Anhalten, Schauen und Fotografieren verlockt. In Corrigin ist aber Schluss. Dort gibt es "nur" einen Hundefriedhof! Aber an dem fahren wir vorbei.
Auch ein totes Pferd gehört zu den Figuren - auch wenn es als Hirsch getarnt daherkommt.
In Brookton kreuzt gerade ein Getreidezug die Straße, wir warten und warten. Mal bleibt der Zug stehen, dann geht es doch weiter. Die beiden schiebenden Lokomotiven sind kaum vorbei, dann dürfen - nein, müssen - wir weiter fahren. Durch wunderschönen Malleewald durchsetzt mit Banksia und Grasstrees geht es weiter nach Westen, immer weiter, bis es fast nicht mehr weiter geht, denn wir sind in Fremantle angekommen und auf dem Fremantle Village Caravan Park. "All our sites are powered." Na, wenn es denn sein muss. Die Camp Kitchen ist erstklassig, ich werde heute wohl dort kochen müssen, das erledigt auch die Frage, wie ich mit dem Wind umgehen soll. Denn, wie zu befürchten war, es bläst wieder. Nicht tragisch, jedenfalls noch nicht. Von hier aus gibt es Public Transfer in die Stadt, also kann der Troopie morgen stehen bleiben.  Die Zeit der langen Touren ist jedenfalls zu Ende, heute, am 101ten Tag 2016 auf einem Landcruiser waren es erneut 351 km, was unseren Schnitt nochmals angehoben hat. Aber jetzt wird er sinken.
Unser Standplatz ist auf 32°4'53"S, 115°45'40"O.
Nach Sonnenuntergang, den wir in der Camp Kitchen erleben, übernimmt der kalte Wind das Regiment, nach kurzer Zeit sind wir die einzigen, die - mangels Alternative - noch im Freien zu sehen sind. So sind wir auch ziemlich früh im Zelt, die Zusatzschlafsäcke kommen wieder zum Einsatz.

Dienstag, 29. November 2016

Beim Aufstehen zeigt das iPhone für hier eine Temperatur von 12° C an, nicht schlecht für Anfang Sommer hier. Die meisten Leute stimmen zu, dass es zu kühl ist für die Jahreszeit. Aber der Wind kommt anhaltend von der See, was soll man also machen? Dieser Wind ist der Fremantle Doctor, weil er normalerweise Erleichterung bringt nach dem heißen Wüstenwind voller Fliegen.
Brigitte hat wieder eine allergische Reaktion, deshalb suchen wir ein Medical Centre auf. Das an der Hampton Road in der Nähe des Caravan Parks hat noch geschlossen, deshalb fahren wir nach Freo rein. Während Brigitte dort wartet, versuche ich herauszubekommen, wann ein Bus zurückfährt zum CP. Das ist nicht so einfach, weil die Haltestellen im inneren Bereich nicht angezeigt werden. Immerhin weiß ich, wann die Busse an Fremantle Station abfahren.
Tim und Stuppi besuchen die "Little Creatures" in Freo
Der Stadtbummel führt uns nicht aus dem Zentrum heraus, aber dort gehen wir fast alles ab. Round Househt heute geöffnet und bietet einen guten Einblick in das Leben der Gefangenen. Die Zellen waren nicht sehr groß, die Verpflegung nicht gerade üppig, die Strafen hart. Bei guter Führung gab es sonntags 1/2 Pfund Salzfleisch zusätzlich zu dem vorgesehenen Pfund Brot (für den ganzen Tag). Durch Arbeit konnten die Gefangenen die tägliche Brotration um 1/2 Pfund Salzfleisch aufstocken, weshalb die Arbeiten wie Brunnen bauen, Tunnel durch das Cliff hauen,… "freiwillig" übernommen wurden.
Bei Oz Souvenirs gibt es tatsächlich in Australien gefertigte Kuscheltiere, Koala, Kängugru und Wombat, sonst kommt all dies ja aus China (für weniger als den halben Preis). Ein gefüttertes Drizzabone Jackett hat es mir angetan, aber das passt nicht in unser Reisegepäck (und 450 AUD sind noch dazu ein stolzer Preis).
Bobi kommt mit Verspätung zu unserem Treffen, weil das Bowling Match länger gedauert hat als gedacht. Es wird ein netter Nachmittag. Irgendwann trifft auch Gerry ein. Ich habe Probleme, ihn zu verstehen wegen seines harten schottischen Akzents. Bobi meint später, dass auch sie manchmal nachfragen und Australiern gegenüber schon mal übersetzen muss. Gegen Ende habe ich ihn dann doch etwas besser verstanden.
Bobi bringt uns zurück zum Fremantle Village, das liegt für sie fast am Weg. Der tagsüber sehr stramme Südwester hat gegen Abend etwas nachgelassen, das ist gut, dann schaukelt unser Zelt nicht so sehr.

Mittwoch, 30. November 2016

Als wir nach dem Frühstück aus der Camp Kitchen kommen, ist es in der Sonne schon angenehm warm. Da wir ohnehin auf die Öffnungziten des Office angewiesen sind - wir müssen die Schlüssel und die Boom Gate Card abgeben und unser Deposit wieder einsammeln - lassen wir uns Zeit mitdem zusammenpacken. Wie das so ist: Wenn wir viel Zeit haben, geht alles ziemlich flott, wenn wir uter Druck sind, dauert (scheinbar) alles viel länger. Bobi übernimmt das Wetsuit, deshalb fahren wir noch bei ihr vorbei.
Sie ist in ihrem Garten, den wir dann auch ausreichend genießen und bewundern. Allerdings ist sie, Bobi, ein wenig in Eile, denn das Bowling ruft. Sie hat heute ein weiteres Spiel, und im Team darf niemand fehlen.
Über die 12 und die 5 fahren wir zu King's Park in Perth und besuchen den Botanic Grden. Richtig gut gemacht, nach einzelnen Regionen WA's aufgeteilt mit den entsprechenden Pflanzen. Die Pflanzen sind auch alle ausgeschildert, so ist es einfach zu lernen, was wir eigentlich gesehen haben in denletzten Wochen. Wobei die Eukalypten zu unterscheiden ist teilweise schon ziemlich schwierig, noch schwieriger ist es bei Grevilleas und Hakeas. Ich bin froh, wenn ich sie als Gattung erkenne.
Die Doppelhelix des DNA Towers in King's Park
Kurz nachdem wir uns auf Banksia Caravan Park niedergelassen haben (31°55'49"S 116°1'17"O), wir eine Waschmaschine in Gang gesetzt haben und ich anfange, das Auto auszuräumen, um es zu reinigen, gehen die Sprenkler an. Die Mädels haben vergessen, dass jemand auf der Camping Area steht. Sie entschuldigen sich natürlich, aber das nützt uns nicht so sehr viel. Bis die Sprenkler wieder aus sind, ist unsere auf der Wiese verteilte Habe ziemlich nass.
Drei Stunden später ist dann doch alles wieder im Auto und der Troopie im Innern abgabebereit, denke ich zumindest. Klar, mehr ist (fast) immer möglich.
Zum Kochen und Essen gehen wir in die Camp Kitchen. Wir sind noch nicht ganz fertig mit dem Essen, da kommen Terry und Christine. Es wird ein netter Abend. Reichlich Gesprächsstoff bieten die verschiedenen Reisen und unsere unterschiedlichen Ansichten über die Aboriginals. Weil Terry morgen wieder arbeiten muss, verlassen sie uns gegen acht. Bis wir gespült und alles weggeräumt haben, ist es Zeit, nach oben zu gehen, vor allem, da die Temperatur nicht zum längeren Verweilen im Freien einlädt.

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Die letzte Nacht auf dem Troopie ist vorüber, mit jeweils zwei Schlafsäcken war es angenehm. Am Morgen steht in unseren Campingstühlen das Wasser. Auch wenn hier eine hohe Luftfeuchtigkeit ist (die Persenning ist mit Tautropfen benetzt), das kann nicht Tau sein…
Kein guter Morgen, es ist mit 15° nicht kalt, aber unangenehm, unsere Stühle sind nicht benutzbar und die Camp Kitchen hat noch geschlossen. Letztlich arrangieren wir uns mit den Umständen - was bleibt uns anders übrig - und sind spät, nämlich erst nach halb neun, auf dem Weg nach Midland, um das Auto auch außen in einen guten Zustand versetzen zu lassen. Diesmal wird es nicht ganz so gut wie beim ersten Mal, aber immerhin besser, als wenn ich es selbst gemacht hätte. Dafür kostet es $10 mehr. Merkwürdige Preispolitik.
Wir stellen den Troopie beim Bell Tower an die Strandpromenade, dort dürfen wir 2 Stunden parken, und gehen in das Zentrum. Es ist ziemlich voll, und eine gute Stimmung liegt über dem Ganzen. Ganz allmählich kommen auch andere kurze Hosen in den Blick, ich komme mir nicht mehr so sehr wie ein Exot vor. Elizabeth Quay ist noch nicht ganz fertig, es stehen noch Container und diverse Bauzäune herum, aber der Beach hat heute Abend bereits die erste "Adventsfeier" - auch wenn sie es hier nicht so nennen. Advent spielt keine Rolle, wichtig ist nur das Geschäft, also das Weihnachtsgeschäft. Aber es ist in den Schaufenstern und Geschäften noch angenehm wenig Weihnachtsdekoration zu sehen. Beide Fußgängerpromenaden, Malls sagen sie hier, haben an den Lampen Girladen und alte Bilder mit christlichen Motiven. Irgendwie passt das nicht so richtig.
Und jetzt stelle man sich rechts und links Appartmenthäuser vor, doppelt so hoch wie Bell Tower...
Über die 51 fahren wir bis Darlington und über Dalry dann in Scott Crescent zu Elfriede und Wynne. Nach der Begrüßung laden wir all unsere Sachen in das Gästezimmer im Haus, bosseln ein wenig herum, immer wieder unterbrochen von Gesprächen. Brigitte macht den Kühlschrank sauber und dann ist der Troopie fertig für die Übergabe. Auch die Schrammen auf der Beifahrerseite von den Mulgas am Rand von Anne Beadell Highway und David Carnegie Road sind fast wegpoliert und fallen nicht mehr auf. Schäden? Der Außenspiegel (unseren Notbehelf habe ich weggemacht), ein Tick in der Windschutzscheibe, der nicht weiterwandert und eine Lackabsplitterung an der rechten Kante der Fronthaube. Keine Ahnung, wo die herkommt. Vielleicht war das der gleiche Stein, der die Windschutzscheibe getroffen hat. Theresa kommt vorbei, das is nett, da lernen wir sie gleich kennen. Sie liebt das Outback und das Fahren über Stock und Stein, wir können uns gut (auf englisch) unterhalten.
Um unsere letzten Reste aufzubrauchen (das, was wir nicht zu Marion mitnehmen können und nicht auf Bankia stehen lassen wollten), koche ich für Brigitte und mich Pasta und Salsa zum Abendessen. Wynne isst ein Brot, Elfriede nichts, weil sie, wie sie sagt, fast nie etwas zum Abendessen zu sich nimmt.
Wir reden über unsere Reise, über ihre Töchter, die Enkelkinder, Australien im Allgemeinen und Perth und Umgebung im Besonderen, also eigentlich über alles, was sic so ergibt.
Es ist ein seltsames Gefühl, nicht in das Zelt oder unter das Dach zu klettern, sondern in einem normalen Bett zu schlafen. Lake Grace hat sich da irgendwie anders angefühlt.

Freitag, 2. Dezember 2016

Gegen halb neun machen wir uns auf den Weg nach Bassendean. Der Great Eastern Hwy ist ziemlich voll, direkt nach Midland löst sich aber alles auf. Meine Schätzung, dass es 18 km sind bis zur Übergabe, bewahrheitet sich, nach 20.930 km - davon 11.942 auf Dirt - ist unsere diesjährige Fahrt durch Australien beendet. Ab jetzt sind wir wieder auf andere Fortbewegungsarten angewiesen wie Öffentlichem Verkehr, Mitfahrgelegenheiten, Taxen. Es dauert ziemlich lange, denn wir reden lange mit Marion. Russell hat gekündigt kurz nachdem Marion aus Europa zurück war. Die beiden konnten nicht miteinander, Marion sagt, wenn er nicht seine Schlüssel auf den Schreibtisch gelegt hätte und verschwunden wäre, hätte sie ihn entlassen. Es hatte auch verschiedene Kundenbeschwerden gegeben, wir waren also nicht die Einzigen, die mit der Behandlung durch ihn nicht zufrieden waren. Marion ist erstaunt, dass wir mehr als 50% unserer Fahrleistung auf Gravelroads hinter uns gebracht haben, ihr Erfahrungswert liegt bei 30%. Das war ja auch bisher bei uns so.
Marion bringt uns nach Bassendean, wo wir in den Zug nach Perth Station umsteigen. Die Fahrkartenautomaten sind wirklich einfach zu bedienen. Nur die Zoneneinteilung ist nicht ersichtlich. Man kann aber das Ziel eingeben, dann geht alles von alleine. $1,90 für einen Einzelfahrt als Rentner ist nicht zu teuer. Die Bahnen und die zugehörigen Anlagen sind sauber, es gibt fast keine Graffiti.
Grasstree bei Elfriede und Wynne im Garten
In Perth gehen wir hinunter zum Elizabeth Quay. Er ist noch nicht ganz fertig, ein paar Container und Bauzäune stehen noch herum, aber ich denke, dass die in den nächsten Tagen entfern werden. Dann bleibt nur noch die Baustelle für die Towers Apartments, zwei Türme, rechts und links von Bell Tower, diesen weit überragend. Wie kann die Stadt so etwas genehmigen? Der ganze Blick auf den Swan River wird zugebaut, auch Bell Tower wird nebensächlich. Schade. Im Moment ist da nur ein Bauzaun und ein paar Container als Büros, der eigentliche Bau hat noch nicht begonnen.
Entlang des Swan River wandern wir bis zum King's Park und wieder zurück und wie gestern durch den Fußgängerbereich von Perth CBD bis zu Perth Station. Es ist Zeit, nach Darlington zurückzukehren. Wynne pickt uns in Midland auf, dort ist die Endstation der Bahn, die Busverbindung nach Darlington ist nicht sonderlich gut.
Heute kocht Elfriede ein warmes Abendessen, denn sie war bei Christiane und Wynne alleine zu Haus. Das ist gut, denn dann bekommen wir was Warmes. Dass ich gestern gekocht habe, war für Elfriede wohl ein bisschen peinlich.
Wieder schließt sich ein netter Gesprächskreis an, bis wir irgendwann müde sind und im Bett verschwinden.

Samstag, 3. Dezember 2016

Auch das schöne Bett und die im Zimmer angenehme Temperatur verhindert nicht, dass ich etwa mit Sonnenaufgang aufwache. Aber diesmal lasse ich mir Zeit.
Später fahren wir zu viert in den Forrest national Park und machen einen Bushwalk zum einzigen Eisenbahntunnel Western Australiens - zumindest bis 2007, als in Perth die Bahn verlegt wurde und einen Tunnel bekam. Allerdings war dieser Tunnel schwierig, denn es gab anfangs keine Entlüftung, so dass das Zugpersonal über Atemnot zu klagen hatte bei der Durchfahrt in der einen, ansteigenden Richtung. Auch war  der Tunnel ein wenig zu klein, weswegen die Bahn schon nach 25 Jahren verlegt und um den Berg herumgeführt wurde. Auf dem Rückweg sehen wir neben vielen Wildflowers auch Red Tailed Black Cockatoe, ich versuch mich mal wieder darin, ein paar Fotos zu machen. Mal sehen, wie sich das Ergebnis auf dem PC darstellt, wenn wir zurück sind in Deutschland.
Der Eisenbahntunnel im John Forrest National Park
Zum Mittagessen kehren wir im Mahogany Inn ein. Dort waren wir schon 2014 und es war gut. Elfriede und Wynne haben den Ort ausgesucht, ich hatte vorher den Wunsch geäußert, sie einladen zu dürfen. Das Essen ist immer noch sehr gut das Ambiente nett. Wir sitzen im hinteren Garten, dort ist es windgeschützt und deshalb angenehm warm. Es hat heute nur 24 Grad, und es ist teilweise bewölkt.
Zurück in Darlington machen wir es uns in "unserem" Zimmer gemütlich und lesen bzw. schlafen (B), bevor wir unsere Sachen zusammenpacken, jedenfalls so weit es geht. Jetzt haben wir nur noch die vier Gepäckstücke wie zu Beginn. Es ist alles etwas enger geworden, wahrscheinlich auch etwas schwerer, aber das wird kein Problem sein.
Ein netter Abend beschließt diesen letzten vollen Tag in Australien.

Sonntag, 4. Dezember 2016

Vor Terminal 1 von Perth International Airport
Nach dem Frühstück setzt langsam die Nervosität ein. Es ist nichts mehr zu tun und nichts mehr zu sagen, da ist es besser, vorzeitig zum Flugplatz zu fahren. Nach kurzer Verabschiedung vor dem Terminal machen wir uns auf den Weg ins Gebäude. Check In mit Gepäckabgabe - wir haben insgesamt 45 kg, das ist doch mehr, als ich dachte - Sicherheitskontrolle, und wieder warten, aber jetzt ohne irgendwelchen Druck direkt vor dem Gate.
Die Maschine, eine Boeing 737-800, sieht von oben schon recht klein aus. Aber obwohl sie nicht ganz voll ist, sind doch eine ganze Menge Leute an Bord, viele Kinder aller Altersstufen. Wir haben unsere Plätze an der Auenseite, Brigitte 9A, ich 9C, das ist ungeschickt, denn da habe wir zwar den Nachteil, nicht am Gang zu sitzen und somit nicht aufstehen zu können ohne zu fragen, aber keinen Vorteil, denn genau in dieser Reihe ist auf der Backbordseite kein Fenster.
Das Mittagessen, ich entscheide mich für das vegetarische Menu, ein indisches Gericht, ist sehr gut, es gibt auch verschiedene alkoholische Getränke dazu und sogar ein zweiter Drink ist drin. Erstaunlich. Nach dem neuen Ice Age Film, den ich enttäuschend finde, weil er nichts Neues aufzuweisen hat, widme ich mich dem am Gate heruntergeladenen Zeitungen SZ und MM, jeweils die Sonntagsausgaben. So sind wir blitzschnell im Anflug auf Singapur.
Abend in Singapur am Singapore River
Immigration ist sehr schnell hier in Singapur, das ist gut. Am längsten dauet es dann, das retliche australische Geld in Singapore $ zu wechseln und eine SIM-Karte zu erstehen. Kein Problem diesmal mit den Taxen, im Endeffekt sind wir sehr schnell und für 30,20 S$ im Hotel.
So treffen wir uns schon eine Stunde früher als geplant mit Jürgen. Zum Abendessen im Baland gehen wir zu Fuß am Fluss entlang. Es ist angenehm warm und nicht übermäßig voll.
Bis wir wieder in unserem Zimmer im zwölften Stock sind, ist es für unsere Verhältnisse sehr spät, nämlich schon nach 23.00 Uhr.

Montag, 5. Dezember 2016

Der Blick aus dem Fenster des Hotelzimmer ist wirklich ein Bayview: Im Vordergrund der Fluss, dann Downtown und dahinter Marina by the Bay. Sehr schön, auch wenn die Sonne, die auch in dieser Richtung steht, nicht zu sehen ist wegen dicker Wolken im Osten.
Blick aus dem Hotelzimmer: River- und Bayview
Nach dem reichhaltigen Frühstück fahren wir mit dem Bus nach Little India. Eigentlich hatten wir Chinatown im Sinn, haben dann aber auf dem Weg umgeplant. Wir bummeln vorbei an den vielen bunten Häusern und den unzähligen kleinen Shops durch relativ dichten Personenverkehr. Kaum bleiben wir irgendwo stehen, um etwas genauer anzusehen, werden wir angesprochen. Aber noch geht alles einfach. Wir kaufen Kleinkram: Einen Selfiestick, wenn er nichts taugt, ist das kein Beinbruch, denn 2,50 S$ (umgerechnet etwa 1,80 €) sind wirklich nicht die Welt, eine Haarspange, eine Tunika. Außerdem kaufe ich ein Ladegerät für den Laptop. Ich hab' ja nur das Autoladegerät dabei, aber die Batterie des Laptop geht schon nach etwa einer Stunde in die Knie, das reicht nicht.
Singapore Sling in der Long Bar des Raffles
Im Anschluss gehen wir zu Raffles und dort in die Long Bar. Ein Singapore Slim in der Long Bar des Raffles ist einfch ein Muss, wenn man in Singapur ist und genug Zeit hat. Noch immer stehen die Säckchen mit den Erdnüssen auf den Tischen und die Schalen liegen darunter.
Kaum sind wir zurück im Hotel, ruft Jürgen an: Er hat heute doch keinen Termin mehr und würde sich freuen, wenn wir uns sehen können. Das ist schön.
Wir treffen uns in Little India am Tekka Ctr und gehen von dort zu einem indischen vegetarischen Restaurant. Das Publikum ist fast ausschließlich (alle außer uns) indisch oder zumindest asiatisch, das ist eigentlich positiv. Denn wenn die Einheimischen hingehen, kann es nicht schlecht sein, nicht bei dieser Auswahl hier.
Zum "Absacker" geht es zurück an den Fluss, etwa dort, wo wir auch gestern Abend waren, also in der Nähe von Riverside, finden wir ein Lokal, in dem wir einen Platz im freien zum trinken bekommen. Die Getränkepreise hier sind noch deutlich höher als in Australien: Ein Jug Bier, das sind etwa 1,1 l, kostet 25 S$, und das ist schon der "Happy Hour" Preis. Ein Jug mit Margarita kostet ebensoviel.
und Prost.. Hutong am Clarke Quay
Dann beginnt es zu regnen, gerade, als wir uns auf en Weg machen wollen. Also warten wir erst mal ab, aber es will nicht besser werden. In einem Moment nachlassenden Regens starten wir zum Hotel, aber kaum sind wir unterwegs, wird der Niederschlag stärker und sogar so stark, dass wir uns trotz Schirm unterstellen müssen. Zum Glück bleibt es nicht lange bei dem starken Regen und wir können weiter. Zwar ist die Oberbekleidung nass, als wir im Hotel sind, aber angesichts der Außentemperaturen von noch immer 29° C ist das nicht so schlimm. Und im Zimmer, wo es deutlich kühler ist, können wir uns der feuchten Sachen entledigen

Dienstag, 6. Dezember 2016

Nikolaustag - aber davon ist hier nun wirklich gar nichts zu spüren. Nikolaus oder Santa Claus ist im außerdeutschen Raum nicht oder zumindest nicht sehr bekannt. Dafür gibt es den Weihnachtsmann, der bei uns ja erst mit Coca Cola eingezogen ist.
Heute steht Chinatown auf dem Programm. Wir gehen zu Fuß hin, das geht vermutlich schneller als mit dem öffentlichen Transport, denn es gibt keine direkte Verbindung. Auch hier gibt es viele bunte Häuser, maximal dreistöckig, in deren Untergeschoß kleine Läden sind. Chinatown ist den Chinesen als Siedlungsland zugewiesen worden, als Raffles erkannt hat, dass de Chinesen einen eigenen Bereich brauchen. In Chinatown allerdings sind die Wasserstellen, aus denen Singapore damals versorgt wurde. Die Chinesen brachten fortan das Wasser mit Ochsenkarren in die junge Ansiedlung, ohne allerdings das Wasserrecht zu bekommen. Die kleinen Häuser stehen unter Schutz, aber die meisten Einwohner sind in den modernen Wohnblocks in der Umgebung untergebracht.
Lange Zeit halten wir uns im buddhistischen Tempel in der Sago Street auf, schauen eine Zeremonie unten im Erdgeschoss an, besuchen das Buddha-Museum, den Garten auf dem Dach und natürlich den Schrein mit dem Wichtigsten, was sie hier haben: Einem Zahn des Buddha.
Dann fahren wir mit der U-Bahn zur Station Promenade, um von dort zu Fuß zum Garden by the Bay mit den großen künstlichen Bäumen zu gehen. Als wir endlich dort angekommen sind nach einer Vielzahl wunderbarer Ausblicke auf die Skyline von Singapore ist der Bereich um die Super Trees gesperrt: Weihnachtmarkt.
Schon kommt er zum Einsatz: Unser Selfiestick.Im Hintergrund drei der Super Trees.
Er beginnt in etwa 30 Minuten, kostet aber Eintritt. Also gehen wir durch Marina by the Bay hindurch zum Bayfront  und nehmen dort eine U-Bahn zurück nach Chinatown. Das  letzte Wegstück zurück zum Hotel fällt schwer, wir sind beide ziemlich ausgepowert nach dem vielen Gehen in der Wärme. Den Bus von der Station zum Hotel hatten wir knapp verpasst.
Malsehen, ob Jürgen es auch heute schafft zu einem gemeinsamen Abendessen.

1 Kommentar:

  1. Werner: Vielen Dank, dass ich Euch wieder so folgen konnte auf Eurer Reise. Ich freue mich schon auf Euch und Eure Berichte. Wenn Ihr wieder gut angekommen und ausgeruht seid, müssen wir uns treffen.

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